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Diabetes in Deutschland

Pressemitteilung: aid infodienst e. V.

Hohe Dunkelziffer und schwere Folgeerkrankungen

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Doch die Dunkelziffer ist vermutlich höher, erklärt die Deutsche Diabetes-Hilfe im "Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2013". Laut Schätzungen sind über zwei Millionen Diabetesfälle nicht diagnostiziert. Weitere drei bis vier Millionen Menschen haben wahrscheinlich unerkannt ein erhöhtes Risiko für die Stoffwechselerkrankung.

Daher wird in den folgenden Jahren mit einer deutlichen Zunahme der Diabetesfälle gerechnet. Unter dem Begriff Diabetes mellitus werden verschiedene Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels zusammengefasst, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet sind. Rund neunzig Prozent der Patienten haben einen Typ-2-Diabetes, bei dem der Körper nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin anspricht. Dieser Typ tritt vorwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Übergewicht, Bewegungsmangel und fettreiches Essen erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Menschen mit Diabetes leiden und sterben meist nicht am erhöhten Blutzucker, sondern an den Folgeerkrankungen. Sie verkürzen das Leben eines jüngeren Typ-2-Diabetikers um durchschnittlich acht Jahre. So ist das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Zuckerkranken um das Zwei- bis Vierfache erhöht, bei Frauen sogar bis um das Sechsfache. Drei Viertel aller Diabetiker sterben an akuten Gefäßverschlüssen, meist an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Patient ist besonders gefährdet, wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig im Rahmen des Metabolischen Syndroms auftreten. Das Metabolische Syndrom bezeichnet zusammengefasst Stoffwechselstörungen, also Adipositas, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Bluthochdruck. Je mehr Faktoren zusammen kommen, desto schlechter ist die Prognose.

Jeder vierte Diabetiker leidet im Laufe seines Lebens am Diabetischen Fuß-Syndrom. Dieser Begriff umfasst Verletzungen am Fuß bei Patienten mit Diabetes mellitus, die zu Geschwüren führen können und unter Umständen eine Amputation notwendig machen. Auch Nieren- und Nervenerkrankungen werden durch die Stoffwechselstörung begünstigt. Zudem leiden Diabetiker öfter an schweren Augenkrankheiten, da der hohe Blutzucker und begleitende Faktoren wie Bluthochdruck die Nervenzellen der Netzhaut schädigen können.

Die diabetologischen Versorgungsstrukturen in Deutschland sind im internationalen Vergleich gut. Sie werden aber nicht von allen Betroffenen und Ärzten ausreichend genutzt, gibt die Deutsche Diabetes-Hilfe zu bedenken. In der Therapie wird heutzutage nicht nur der Blutzuckerspiegel eingestellt, sondern der ganze Mensch und sein Lebensstil mit einbezogen. Das Hauptziel ist dabei, die Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Patienten müssen sich überwiegend selbst behandeln: auf ihre Ernährung und ausreichend Bewegung achten, die Tabletten regelmäßig nehmen und Blutzuckerwerte messen.

In Schulungen lernen die Betroffenen, sich zu motivieren und diese Maßnahmen in ihren Alltag zu integrieren. Raucherentwöhnung, Blutdruckbehandlung und die Senkung des Cholesterinspiegels können das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken.

Heike Kreutz, www.aid.de

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zuletzt bearbeitet: 22.12.2012 nach oben

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