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Altersbedingte Syndrome bei Menschen mit Diabetes oft unbeachtet

Pressemitteilung: diabetesDE

Demenz und Depressionen beeinflussen Diabetes-Therapie im Alter

Zwei von drei Menschen mit Diabetes sind älter als 60 Jahre. Wie gut ihr Stoffwechsel eingestellt ist, hängt nicht nur von diabetesbedingten Problemen wie etwa Unterzuckerung, Amputationen oder Sehstörungen ab. Im hohen Alter kommen häufig Depressionen, Demenz, Inkontinenz oder eine eingeschränkte Beweglichkeit hinzu. Der Einfluss dieser geriatrischen Krankheiten auf den Stoffwechsel wird jedoch bei der Therapie des Diabetes meist nicht beachtet, warnen Experten von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.

Wie Angehörige, Pfleger und Ärzte die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes im Alter verbessern, erklärt Dr. med. Jürgen Wernecke im nächsten Experten-Chat am 22. November 2012. Er ist Chefarzt an der Klinik für Diabetologie und der Medizinischen Geriatrischen Klinik am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. Fragen können Interessierte ab sofort schicken.

Etwa drei Millionen alte Menschen leiden an Diabetes - vorwiegend an Diabetes Typ 2. Sind die Betroffenen zudem vergesslich, inkontinent oder gebrechlich, schränkt das die Lebensqualität zusätzlich ein. "Das erste Therapieziel muss es sein, den Blutzucker optimal einzustellen", sagt Dr. Wernecke. Denn es bestünde eine deutliche Wechselwirkung zwischen Diabetes und geriatrischen Syndromen.

"Diese wechselseitige Beziehung berücksichtigen Ärzte und Betroffene nicht immer", so Wernecke. Dabei sei der optimale Blutzuckerwert abhängig vom Ausmaß der geriatrischen Syndrome. Geistig fitte und körperlich rüstige ältere Menschen mit Diabetes sollten sich an einem Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) von unter 7,5 Prozent (58 mmol/l) orientieren. Sind älteren Diabetiker hingegen gebrechlich, ist ein HbA1c-Ziel unter 8,5 Prozent (69 mmol/l) sinnvoll. "Höhere Werte kosten die Betroffenen zusätzliche Kraft, machen müde und verschlechtern die Inkontinenz", so der diabetesDE-Chat-Experte. An erster Stelle stehe bei ihnen jedoch, Unterzuckerungen zu vermeiden und ihre Selbstständigkeit zu bewahren.

Wenn Ärzte und Betroffene diese individuellen Therapieziele in den Blick nehmen, kann gegebenenfalls auch eine Pflegebedürftigkeit vermieden oder hinausgezögert werden. Welche altersbedingten Syndrome bei Menschen mit Diabetes in der Therapie berücksichtigt werden sollten, erläutert Dr. Wernecke am 22. November im diabetesDE-Experten-Chat.

zuletzt bearbeitet: 19.11.2012 nach oben

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