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Den Diabetes und die Gefäße im Blick

Grünes Licht für Graduiertenkolleg zur diabetischen Schädigung kleinster Gefäße

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Internationales Graduiertenkolleg an der Universität Heidelberg, das Doktoranden ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm in der Diabetes-Forschung bietet und damit Nachwuchswissenschaftler im Bereich dieser schnell voranschreitenden Volkskrankheiten "generiert". Das Graduiertenkolleg "Diabetic Microvascular Complications" (DIAMICOM) stützt sich auf eine bestehende internationale Vernetzung der beiden medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg - Medizinische Fakultät Mannheim und Medizinische Fakultät Heidelberg - mit der Rijksuniversiteit Groningen, in Form des bestehenden Graduiertenkollegs 880 "Vascular Medicine".

Dieses wurde 2004 gegründet und schreibt eine nunmehr neunjährige Erfolgsgeschichte, die sich noch ein weiteres Jahr fortsetzen wird. Damit gibt es ab Anfang 2013 zwei aktive Graduiertenkollegs mit komplementärer Thematik an den Standorten Mannheim, Heidelberg und Groningen. Sprecher beider Graduiertenkollegs ist Professor Dr. Hans-Peter Hammes, der an der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim die Sektion Endokrinologie leitet. Sprecher des Kooperationspartners in den Niederlanden ist Professor Dr. Han Moshage vom Universitair Medisch Centrum Groningen.

Die Erkrankung Diabetes hat epidemische Ausmaße erreicht. Weltweit knapp 350 Millionen Menschen sind derzeit an Diabetes mellitus erkrankt - Tendenz steigend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt den Diabetes zu den "wesentlichen, nicht-übertragbaren Erkrankungen der Menschheit" und stellt den Diabetes damit auf eine Stufe mit Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erblindung, Dialysepflichtigkeit und Amputationen sind häufige Folgen dieser Erkrankung. Die Hoffnung richtet sich auf neue Erkenntnisse der Wissenschaft. Um diese Hoffnungen erfüllen zu können, bedarf es des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Graduiertenkolleg DIAMICOM betreibt hier Vorsorge, indem es junge Klinische Forscher mit einer hohen Expertise in dieser Thematik heranbildet. Dabei widmet sich die Forschung speziell den Schädigungen sowie deren Entstehungsmechanismen, die der Diabetes in den kleinen Blutgefäßen von Augen, Nieren und Nerven anrichtet.

Zwei Besonderheiten vereint das Internationale Graduiertenkolleg DIAMICOM in sich: Wie auch das GRK  880 führt es lebenswissenschaftlichen und medizinischen Nachwuchs zusammen und bietet den jungen Wissenschaftlern die besten Voraussetzungen, um auf hohem fachlichen Niveau zu promovieren. Das Programm fördert insgesamt acht lebenswissenschaftliche und sechs medizinische Doktoranden der beiden Medizinfakultäten der Universität Heidelberg, die zusammen mit weiteren assoziierten Kollegiaten der Universität Heidelberg und der Universität Groningen bei der Erforschung des Diabetes intensiv zusammenarbeiten. Dies stärkt die Wissenschaftlichkeit in der Medizinerausbildung und bringt hochqualifizierte Klinische Forscher hervor.

Vorarbeit leistet hier die seit 2002 an der Medizinischen Fakultät Mannheim eingerichtete Junior Scientific Masterclass, die jedes Jahr 20 Studierenden des dritten Studienjahrs die Möglichkeit bietet, ihr Wissen zu vertiefen und insbesondere ihre Fähigkeiten im Laborbereich auszubauen. Dieses Programm erfolgt ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der Universität Groningen.

Neu ist die Kooperation mit der forschenden Pharmaindustrie, die mit dem Graduiertenkolleg DIAMICOM verbunden ist. Die Firma Sanofi und die Forschung im Industriepark Höchst, die sich mit Adipositas und Diabetes befasst, unterstützen die Kooperation innerhalb gemeinsamer Projekte sowie durch praktische Ausbildungsmodule und besondere Forschungsreagenzien.

Das GRK DIAMICOM ist eines von insgesamt 23 neuen Graduiertenkollegs und unter diesen eines von acht neuen Internationalen Graduiertenkollegs, die von der DFG gefördert werden. Insgesamt rund 78 Millionen Euro investiert die DFG in die neuen Promotionsprogramme in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren - inklusive einer Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 13.11.2012 nach oben

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