Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2012 > 121113c

Deutscher Diabetiker Tag 2012 ein voller Erfolg

5.000 Besucher bei der Auftaktveranstaltung zum Weltdiabetestag in Hannover

"Das war eine reife Leistung, die der DDB da abgeliefert hat!", sagte Dieter Möhler, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB), der größten und gleichzeitig unabhängigen Selbsthilfeorganisation. 5.000 Besucher kamen zum Deutschen Diabetiker Tag (DDT) nach Hannover, der gemeinsam mit der diabetestour veranstaltet wurde.

Auf dem Programm: Workshops, Vorträge, der große Vorsorgeparcours, das spannende Patienten-Forum, ein begehbares Nierenmodell, eine Koch-Show, sportliche Mitmach-Angebote und Hypo-Hunde, die vor Unterzuckerungen warnen. "Wir waren nahe am Menschen, denn beim DDB steht der Mensch im Mittelpunkt", so Möhler. Der DDT bildete auch den Auftakt für den Weltdiabetestag 2012, der am 14. November stattfindet.

Pumpe ade – bezahlen die Kassen keine Insulinpumpen mehr? Wie sieht die aktuelle Versorgungssituation für Menschen mit Augenerkrankungen aus? Welche Rolle spielt die Selbsthilfe 2013? Kompetente Antworten bot das beliebte Patienten-Forum. Dort drängten sich die Besucher, die über 100 Plätze reichten kaum aus. Alle halbe Stunde gab es etwas Neues: interaktive Talkrunden und Ratespiele – von gesundheitspolitischen Themen über Ernährung bis Sport.

Anja Renfordt, sechsfache Kickbox-Weltmeisterin und Typ-1-Diabetikerin berichtete, wie sie Kampfsport und Diabetes unter einen Hut bringt. Und wie ihre Diabetikerwarnhündin, "DiabDog" Candy, selbst vor Ort, rechtzeitig Traubenzucker und Messgerät holt, wenn der Kickboxerin eine Unterzuckerung droht. Bei der Autogrammstunde standen die Menschen Schlange. Weitere prominente Diabetiker, die den Besuchern ihre sportlichen Erfahrungen nahe brachten, waren der Weltumsegler Bastian Hauck, die deutschen Meister Alexander Piel (Karate) und Daniel Schnelting (200-Meter-Sprinter).

Staatssekretär Pott: "Volltreffer"

Heiner Pott, Staatssekretär des niedersächsischen Sozialministeriums, war vom Deutschen Diabetiker Tag und der diabetestour "überwältigt" und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. "Wer die große Beteiligung in der Halle erlebt, kann nur sagen: Volltreffer!" Ein "großes Kompliment" ging an den Gastgeber, den DDB-Landesverband Niedersachsen und an dessen Vorsitzende Almut Suchowersky sowie an die vielen aktiven Beteiligten des Diabetiker Bundes. "Das machen Sie alles supertoll und alles ehrenamtlich. Herzlichen Glückwunsch!"

"Fantastisch" fand er das Programm-Angebot: "Sie bieten ein Programm für die ganze Familie. Und das nicht ohne Grund: Denn Diabetes betrifft immer mehr jüngere Menschen", betonte der Staatssekretär. Viele Diabetespatienten trifft die chronische Erkrankung ganz unvermittelt, was er auch in seiner eigenen Familie erlebt hat: Sein Onkel sei "sehr heftig vom Diabetes betroffen" und habe derzeit sogar mit einer Amputation zu kämpfen. "Dass dies mal die Folge sein könnte, damit hat keiner gerechnet. Man hat Vieles gewusst, aber nicht ausreichend", so der Staatssekretär. Daher sei die Veranstaltung in Hannover so wichtig. "Wir können gar nicht oft genug etwas dafür tun, dass alles, was mit dem Diabetes zusammenhängt, in das Bewusstsein der Bevölkerung dringt." Im Mittelpunkt steht die Prävention, die schon im Elternhaus beginnen muss, ein gesundes Ernährungsverhalten, Bewegung und Verhaltensänderung. Pott: "Das Schwierigste ist die Selbstüberwindung."

Bürgermeisterin Kramarek: "Geballte Fachkompetenz"

Bürgermeisterin Regine Kramarek sprach von "geballter Fachkompetenz" beim DDT. Die Stadt Hannover freue sich "wahnsinnig", dass die diabetestour schon zum 4. Mal dort stattfindet. "Informationen, Hintergründe, Forschungsergebnisse, Neuerungen, aktuelle Hilfestellungen werden lebensnah, verständlich, anschaulich, spannend und unterhaltsam vermittelt", erklärte die Bürgermeisterin. "Die Betroffenen sind nicht alleine. Auch die Angehörigen haben hier die Möglichkeit, Unterstützung zu finden." Persönlich, auch in ihrem Bekanntenkreis, hatte sie bislang nichts mit Diabetes zu tun. Dieses Defizit wolle sie bei der Veranstaltung aufarbeiten.

Der Deutsche Diabetiker Tag 2012 ist die Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Weltdiabetestag, der am 14. November stattfindet, sagte der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler. "Und toppt alles bisher Dagewesene." Für die Patienten sei besonders die soziale Teilhabe mit ihrer chronischen Erkrankung wichtig - im Berufsleben und bei der Mobilität. Für eine gute Blutzuckereinstellung sorgten Diabetiker durch ein tägliches, hartes Selbstmanagement. Aufgrund der heutigen Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem sei jedoch die Versorgungsqualität gefährdet, so Möhler. Damit Diabetiker weiterhin Medikamente und Hilfsmittel von ihren Kassen bezahlt bekommen, macht sich der DDB auf gesundheitspolitischer Ebene für die Patienten stark.

"Schwerpunkt des heutigen Deutschen Diabetiker Tags ist die Selbsthilfe", betonte die DDB-Landesvorsitzende von Niedersachsen, Almut Suchowerskyj. Als Vertreterin der größten, unabhängigen Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Diabetes sei sie "besonders stolz" auf den Doppelstand mit dem DDB-Bundesverband. Die Standbetreuung übernahmen der Bundesvorsitzende, Bezirksvorsitzende und Diabetes-Lotsen. Unterstützung biete der DDB vor allem für die Themenbereiche Diabetes und Arbeit, Rechts- und Versicherungsberatung sowie Diabetes und Führerschein.

Almut Suchowerskyi: 25 Jahre aktiv für den DDB

Almut Suchowerskyj blickte an diesem Tag auf ganze 25 Jahre ehrenamtliches Engagement für den Deutschen Diabetiker Bund zurück. Seit 15 Jahren ist sie als Landesvorsitzende aktiv. Dieter Möhler dankte ihr für ihren jahrzehntelangen Einsatz und ihre "herausragende Rolle", die sie im DDB spielt. "Wir brauchen Menschen, die immer als Ansprechpartner da sind, wie Almut Suchowerskyi!", so der DDB-Bundesvorsitzende.

"Unsere Erwartungen sind mehr als erfüllt worden. Der Deutsche Diabetiker Tag war übermäßig gut", sagte die DDB-Landesvorsitzende Niedersachsen gegen 16 Uhr, als sich die Eilenriedehalle langsam leerte. 5.000 Besucher, den ganzen Tag über Aufklärungsgespräche zum Diabetes am DDB-Stand und 76 neue Mitglieder. "Das ist absoluter Rekord", so ihr Fazit. "Wir haben die Menschen mit unserem Angebot überzeugt." Auch an einer Umfrage zu den Disease-Management-Programmen (DMP) für Diabetiker haben sich zahlreiche Menschen mit Diabetes beteiligt.

Die Besucher konnten außerdem eine Erinnerung an den Deutschen Diabetiker Tag 2012 mit nach Hause nehmen. Am DDB-Stand fertigte die Schnellzeichnerin Monika Jordan Portraitzeichnungen in wenigen Minuten an.

Der Deutsche Diabetiker Tag und die diabetestour sind eine Gemeinschaftsveranstaltung des DDB und des Kirchheim-Verlags.

zuletzt bearbeitet: 13.11.2012 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.