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Gute Nachrichten aus der Diabetes-Forschung

Bundesweite Telefonaktion zu Diabetes am 6. November

Blutabnahme bei einer Schwangeren In der Gesamtbevölkerung erkranken jeden Tag mehr als 700 Personen neu an Typ-2-Diabetes. Fast jeder dritte Deutsche über 70 Jahre leidet an Diabetes. Erschreckend: Experten gehen von einer noch viel höheren Dunkelziffer aus. Sie vermuten, dass in der Altersgruppe der 35- bis 74-Jährigen auf einen diagnostizierten Diabetesfall ein unentdeckter kommt. Kein Wunder also, dass Studienzentren ihre Forschungsbemühungen zur Volkskrankheit Nummer 1 immer weiter vorantreiben. Hier die neuesten Erkenntnisse aus der Diabetes-Forschung:

Auf dem Weg zur Impfung gegen Typ-1-Diabetes

Experten vermuten, dass für die Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes genetische Faktoren und bestimmte Umwelteinflüsse verantwortlich sind. Aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems werden die Insulin produzierenden Betazellen zerstört, wodurch der Körper selbst kein Insulin mehr produzieren kann. Betroffene sind deshalb lebenslang auf Insulin angewiesen.

Zwar liegt die Heilung der Krankheit noch in der Ferne, aber kleine Hoffnungsschimmer gibt es schon: Um den Ausbruch der Erkrankung bei jungen Patienten mit familiärem Risiko zu verhindern oder zu verzögern, setzt die Forschergruppe Diabetes der TU München, die Teil des Kompetenznetzes Diabetes mellitus ist, Insulinpulver ein. Vermutet wird, dass es wie eine Art Impfung das Immunsystem so beeinflussen kann, dass bereits die Entwicklung von sogenannten Inselautoantikörpern - die im Vorfeld einer Typ-1-Diabetes-Erkrankung entstehen - verhindert wird.

Auch wer bereits Inselautoantikörper aufweist, darf Hoffnung haben. Diese Betroffenen erhalten das Insulin in Form eines Nasensprays. Vorläuferstudien erbrachten bereits erste Hinweise auf einen schützenden Effekt.

Typ-2-Diabetes beginnt im Mutterleib

Nach neuesten Erkenntnissen des Kompetenznetzes Diabetes mellitus entsteht Diabetes höchstwahrscheinlich schon im Mutterleib: Fehlernährung, Rauchen, Stress und körperliche Arbeit im Beruf während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko für die Stoffwechselerkrankung Typ-2-Diabetes beim Ungeborenen. Diese vorgeburtlichen Stressfaktoren führen häufig zu einem niedrigen Geburtsgewicht.

Überraschendes Ergebnis: Leichtgewichtige Kinder haben ein doppelt so hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken wie normalgewichtige. Beim Typ-2-Diabetes liegt meist eine Unempfindlichkeit der insulinsensitiven Gewebe gegenüber Insulin in Verbindung mit einer Fehlfunktion der Betazellen zugrunde. Folge: Ein Insulinmangel, der sich durch eine Lebensstiländerung oder die Einnahme von Insulin therapieren lässt.

Feinstaubbelastung als Auslöser für Typ-2-Diabetes

Zu den Umwelteinflüssen, welche die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen, zählt auch Luftverschmutzung: So wurde aktuell beobachtet, dass sich in Gegenden mit hoher Konzentration an Feinstaub und Stickstoffoxiden das Diabetesrisiko erhöht. Gleiches gilt bei einer Wohnentfernung von weniger als 50 Metern zu einer dicht befahrenen Straße. Als mögliche Ursache vermuten Experten Entzündungsprozesse im Körper, die Feinstaub auslöst.

Bundesweite Telefonaktion

Wer mehr über Diabetes erfahren möchte, kann sich am 6. November von 19:00 bis 21:00 Uhr über die kostenlose, bundesweite Hotline 0800-5332211 an die Experten des Kompetenznetzes Diabetes mellitus wenden. Diabetiker oder Angehörige finden Antworten auf Fragen rund um Prävention, Entstehung, Therapie und Folgen von Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Zudem wird in diesem Jahr der Schwerpunkt auf die Bewältigung von Alltagsproblemen gelegt. Diabetes-Experten aus den Universitäten München, Leipzig, Gießen, Hannover oder Dresden beantworten die Anrufe persönlich.

Wann? 6. November 2012 von 19:00 bis 21:00 Uhr
Telefonnummer. 0800-5332211

Weitere Informationen www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net.

Kostenlose Hotline 0800-5332211 + Durchwahl

Experten für Typ 1-, Typ 2- Diabetes und Gestationsdiabetes (Durchwahlen -1, | -2, | -3, | -4, | -5):

Experten für Psychologie und Diabetes (Durchwahlen -6, | -7, | -8):

Bildunterschrift: Blutabnahme bei einer Schwangeren
Bildquelle: Kompetenznetz Diabetes mellitus

zuletzt bearbeitet: 09.10.2012 nach oben

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