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Produktion von Diabetiker-Lebensmitteln endgültig eingestellt

Pressemitteilung: diabetesDE

Expertin gibt Tipps zur richtigen Ernährung bei Diabetes

Ab heute dürfen Hersteller keine Diabetiker-Lebensmittel mehr produzieren. Auch diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) kämpfen seit Jahren für deren Abschaffung. Denn nach wissenschaftlichem Kenntnisstand sind sie eher schädlich als nützlich: zu hoher Fructose-, Energie- und Fettgehalt und zudem noch überteuert. Doch viele Menschen mit Diabetes sind jetzt verunsichert.

Sie haben sich bereits an die genauen Angaben zu Kohlenhydraten auf den Diabetiker-Lebensmitteln gewöhnt. Wie die Ernährung auch ohne diese Produkte funktioniert, erklärt die Diabetesberaterin Michaela Berger im Experten-Chat am 4. Oktober 2012. Sie ist kooptiertes Vorstandsmitglied von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe sowie im Vorstand des VDBD vertreten. Die Fragen beantwortet sie live am Donnerstag, dem 4. Oktober 2012, zwischen 17 und 19 Uhr.

Nach einer Anhörung im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, an der im Oktober 2009 auch Vertreter der DDG und von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfeteilnahmen, wurde die Abschaffung der Diabetiker-Lebensmittel beschlossen. Allerdings gewährte das Ministerium eine Übergangsfrist von zwei Jahren plus Haltbarkeitsdatum. "Mit dem Produktionsstopp am 1. Oktober 2012 wird die irreführende Auszeichnung 'für Diabetiker geeignet' endlich nach und nach aus den Einkaufsregalen verschwinden", so Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG, Tübingen.

Jedoch stehen nicht alle Menschen dem Aus der Diabetiker-Lebensmittel positiv gegenüber. "Viele Verbraucher kaufen Diabetiker-Lebensmittel seit Jahren und verlassen sich dabei auf die klaren Mengenangaben zu Kohlenhydraten", sagt die Chat-Expertin Berger. Im Interesse der Menschen mit Diabetes forderte diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe gemeinsam mit anderen Verbänden daher bereits wiederholt, einheitliche Nährwertangaben auf Verpackungen anzugeben, etwa wie viele Kohlenhydrate pro 100 Gramm ein Lebensmittel enthält. Bisher wurde die Forderung jedoch abgelehnt, bedauert Berger.

Vor allem für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes Typ 1, die anhand der aufgenommenen Kohlenhydrate errechnen, wie viel Insulin sie spritzen müssen, seien die momentanen Nährwertangaben auf Lebensmitteln unzureichend. "Daher bieten wir allen Menschen an, sie vor allem in der Übergangszeit bei ihrer Ernährung zu beraten," so die Chat-Expertin. Wie sich Menschen mit Diabetes auch mit herkömmlichen Lebensmitteln gut ernähren können, ohne dass ihr Stoffwechsel entgleist, erklärt Michaela Berger am Donnerstag, dem 4. Oktober 2012 im Chat.

zuletzt bearbeitet: 01.10.2012 nach oben

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