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Forschungskooperation im Bereich Diabetes und Fettleibigkeit

Boehringer Ingelheim und die ETH Zürich kündigen Zusammenarbeit an

Boehringer Ingelheim, das Institut für Molekulare Gesundheitswissenschaften (IMHS) sowie das Institut für Lebensmittelwissenschaften, Ernährung und Gesundheit (IFNH) der ETH Zürich werden künftig zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse zur Entwicklung von Diabetes und Fettleibigkeit zu gewinnen. Im Rahmen der gemeinsamen Anstrengungen wird der Schwerpunkt auf der Untersuchung von drei Zelltypen liegen, die aufgrund ihrer entscheidenden Rolle bei der metabolischen Homöostase zur Entstehung dieser Erkrankungen beitragen könnten. Mit dieser vierjährigen Kooperation zwischen akademischer Forschung und Industrie intensiviert Boehringer Ingelheim sein Engagement, grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse für eine effektivere Behandlung von Humanerkrankungen zu nutzen weiter.

Im Rahmen der Partnerschaft werden Boehringer Ingelheim und die ETH Zürich gemeinsam daran arbeiten das Wissen über Diabetes und Fettleibigkeit zu erweitern. Ziel ist es dabei innovative Behandlungsmöglichkeiten zu entdecken und zu entwickeln, die das Potenzial besitzen die bisherigen Therapien zu verbessern sowie neue Biomarker und Diagnosewerkzeuge zu erforschen, die eine bessere Steuerung und Planung therapeutischer Maßnahmen ermöglichen.

Die Partner haben dabei zunächst vier Forschungsprojekte festgelegt, die die Verbindung zwischen präklinischen Erkenntnissen aus dem Labor oder aus Prüftherapien und dem Fortschreiten der Krankheit bei den Patienten näher beleuchten sollen. Diese Projekte reichen von der Erforschung der Funktion von Oberflächenproteinen und Signalwegen neuroendokriner Zellen in den Inselzellen und im Darm bis hin zur Untersuchung der Entwicklung von braunem Fettgewebe. Die Ergebnisse dieser Studien könnten dazu beitragen neue Wirkstoffkandidaten für klinische Tests zu entwickeln, Forschern die bessere Planung klinischer Studien für potenzielle neue Arzneimittel ermöglichen oder zur Optimierung medizinischer Behandlungen beitragen, um so den klinischen Nutzen bei spezifischen Patientenpopulationen zu maximieren.

Die Forschungskooperation nutzt die wegweisende Arbeit der von Professor Markus Stoffel und Professor Christian Wolfrum geleiteten Gruppen und soll die ausgewählten Projekte im Rahmen einer echten Partnerschaft vorantreiben.

"Wir sind hocherfreut über die Zusammenarbeit mit den herausragenden Wissenschaftlern der ETH Zürich auf diesem Gebiet, in dem noch ein großer medizinischer Bedarf besteht", so Professor Wolfgang Rettig, Leiter der weltweiten Forschung bei Boehringer Ingelheim. "Diese Zusammenarbeit wird für neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie von Diabetes und Fettleibigkeit sorgen und unsere Anstrengungen innovative Medikamente für die Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheiten zu finden wesentlich verstärken."

Rund 366 Millionen Menschen leiden weltweit unter Diabetes.[1] Es wird davon ausgegangen, dass diese Zahl in den kommenden 20 Jahren um 50 % auf fast 552 Millionen ansteigt.[1] Die Krankheit führt zu beinahe vier Millionen Todesfällen pro Jahr weltweit und ist eine der Hauptursachen für Todesfälle in den meisten entwickelten Ländern sowie einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[1] Fettleibigkeit ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und Schätzungen zufolge für 90 % aller neu diagnostizierten Diabetesfälle verantwortlich.[2]

Quellen

  1. International Diabetes Federation: www.idf.org, 2010
  2. Anderson JW. Importance of Weight Management in Type 2 Diabetes: Review with Meta-analysis of Clinical Studies. Journal of the American College of Nutrition 2003;22:331-339.

zuletzt bearbeitet: 06.09.2012 nach oben

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