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Urlaubsreisen sind auch mit Diabetes möglich

Pressemitteilung: diabetesDE

Verreisen trotz chronischer Erkrankung

Sommerzeit ist Ferienzeit. Besonders der in diesem Jahr eher nasskalte Sommer bewegt Viele zu einer Reise in wärmere Gefilde. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 zögern jedoch nicht selten, einen Urlaubsaufenthalt im Ausland zu buchen. Eine Flugreise, die Insulintherapie, ein eventuell notwendiger Bezug von Medikamenten oder eine ärztliche Notfallversorgung in einem anderen Land erscheinen ihnen häufig als zu schwierig und aufwändig. Doch auch Diabetiker können bei guter Vorbereitung und Organisation Urlaub im Ausland machen. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam.

Darf ich Diabetesmedikamente und Insulin auf Flugreisen transportieren? Wie muss ich sie im Ausland lagern? Kann ich bei einem Notfall wie einer Hypoglykämie in einem anderen Land überhaupt diegleiche ärztliche Versorgung wie in Deutschland erhalten? Diese und andere Fragen verunsichern viele Menschen mit Diabetes bereits beim Gedanken an eine mögliche Reise ins Ausland. "Der Planungsaufwand einer Reise bei einer chronischen Erkrankung wie Diabetes ist zwar höher als bei stoffwechselgesunden Menschen. Trotzdem sind sogar Fernreisen grundsätzlich möglich", sagt Dr. med. Christian Berg, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Essen und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M).

"Von einem Land mit extrem heißem Klima sollten Menschen mit Diabetes jedoch absehen. Denn in den Tropen oder in der Wüste verschlechtert sich häufig die Glukosetoleranz", so Dr. Berg. In extremer Kälte oder Höhe hingegen entgleist der Stoffwechsel leichter als zu Hause. Hier drohen Unterzuckerung und vollständiger Insulinmangel. Besser eignet sich deshalb gemäßigtes Klima. "Wer nicht weiß, ob das gewählte Reiseland für ihn geeignet ist, sollte seinen behandelnden Diabetologen um Rat fragen", sagt der Experte.

Dies gelte auch für die Details der Reiseplanung. Dr. Berg erklärt: "Bei einem Langstreckenflug verursachen die Zeitverschiebung und die ungewohnte Umgebung Stress, der das Blutzuckerniveau steigern kann. Reisende mit Diabetes sollten ihren Stoffwechsel in Absprache mit ihrem Arzt daran anpassen. Sie erhöhen etwa die Zufuhr von Kohlenhydraten oder die Insulin- und Tablettenmenge." Stehen intensive Sportarten auf dem Programm wie etwa Bergsteigen, so reduziert sich die übliche Insulindosis um die Hälfte bis auf zwei Drittel. Daher müssen Menschen mit Diabetes ihre Blutzuckerwerte häufiger als zu Hause messen. Medikamente und Teststreifen gehören in zwei- bis dreifacher Menge des voraussichtlichen Bedarfs ins Reisegepäck.

Für den Transport von Insulin und anderen Diabetes-Medikamenten sollten sie bei Flugreisen eine Bescheinigung zum Mitführen etwa von Spritzen, Pens, Ampullen und Insulin dabei haben. Für den Notfall empfiehlt es sich, stets einen internationalen Diabetes-Pass oder ein Dokument in der Landessprache des Urlaubslandes bei sich zu tragen, das über die bestehende Diabetes-Erkrankung Auskunft gibt.

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zuletzt bearbeitet: 24.07.2012 nach oben

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