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Descendance-Studie untersucht Faktoren, die Typ-2-Diabetes begünstigen

Neues von den französischen Kohortenstudien

Die Elfe-Studie (französische Langzeitstudie ab der Geburt) wurde vor einem Jahr gestartet. Im April 2011 fragten Mitarbeiter des französischen Instituts für demographische Studien (Ined) junge Eltern in 300 Entbindungsheimen, ob sie an dieser Langzeitstudie (über 20 Jahre) teilnehmen wollen: 51 % der befragten Familien haben ihr Einverständnis zur Einbeziehung ihres Neugeborenen erklärt - insgesamt 18.324 Kinder aus ganz Frankreich.

Durch Fragebögen, Telefongespräche und persönliche Treffen wollen die Forscher den Einfluss des Umfeldes - familiäre Lebensweise, Freizeitbeschäftigungen, etc. - von der Geburt bis zur Adoleszenz auf die Entwicklung, die Gesundheit, die Sozialisierung und die Schullaufbahn der Kinder untersuchen. Die ersten Ergebnisse werden für 2013 erwartet.

Am 9. Mai 2012 startete die Descendance-Studie, unter der Leitung des Studien- und Forschungszentrums zur Intensivierung der Diabetesbehandlung (CERITD), mit der Auswahl von 500 Test-Familien. Ziel ist es, die Kriterien für eine Veranlagung für Diabetes mellitus vom Typ 2 an zwei Generationen zu untersuchen und gezieltere und frühzeitigere Präventivmaßnahmen zu bestimmen.

In Frankreich leiden etwa 2,5 Millionen Menschen – 4 % der Bevölkerung - an Typ-2-Diabetes (die häufigste Form). Experten gehen davon aus, dass das Risiko für Diabetes zu 60 % genetisch bedingt ist. Die genetischen Mechanismen, in die meist mehrere Gene impliziert sind, sind jedoch sehr komplex. Etwa 40 Gene konnten bislang als Ursachenfaktoren bestimmt werden.

Die ersten Ergebnisse werden in zweieinhalb Jahren erwartet und sollen zu einem besseren Verständnis des Einflusses der Gene auf den Typ-2-Diabetes beitragen. Die Forscher möchten beispielsweise herausfinden, warum in einer Familie mit ein bzw. sogar zwei erkrankten Elternteilen ein Kind die Krankheit entwickelt, während das andere verschont bleibt.

Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung einer Gendiagnostik, mit der sich die Prädisposition für Diabetes bei Geschwistern besser voraussagen lässt. So könnten Personen, die ein erhöhtes Risiko haben, im Alter von etwa 50 Jahren an Diabetes zu erkranken, gezielte und langfristige Vorbeugungsmassnahmen - vor allem was die Ernährungsgewohnheiten und eine gesunde Lebensweise angeht - treffen, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder hinauszuzögern.

Die CKD-Rein Kohortenstudie[1] ("Chronic Kidney Disease" - Nationale Kohortenstudie zu chronischen Nierenerkrankungen) wurde im vergangenen Monat gestartet und stellt eine Premiere in Frankreich dar: Die Pharmaunternehmen Amgen, Baxter, Fresenius, GSK, MSD und Sanofi haben eine Partnerschaftsvereinbarung über drei Jahre mit der Universität Paris-Sud und dem französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm) unterzeichnet.

Ziel dieser Studie ist die Erforschung chronischer Nierenerkrankungen (Ursachen, Komplikationen, prädikative Biomarker, Behandlungsstrategien, etc.) an 3.600 Patienten über mindestens fünf Jahre. Allein über das Programm "Zukunftsinvestitionen" stehen der Studie bereits vier Millionen Euro zur Verfügung. Die Beteiligung der Industrie ist noch unbekannt.

Die von Inserm Transfert[2] ausgehandelte Vereinbarung legt die Modalitäten des Datenzugriffs fest und garantiert die Unabhängigkeit der Forscher und die Objektivität ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse. Inserm Transfert ist zudem für die Auswertung der Ergebnisse aus der Kohorten-Studie zuständig.

  1. Weitere Informationen in unserem Newsletter WISSENSCHAFT-FRANKREICH Nr. 221: "Erste umfassende Untersuchung von Nierenerkrankungen in Frankreich" - 14/03/2012

  2. Inserm Transfer ist verantwortlich für den Kenntnis- und Technologietransfer des Inserm.

Quellen

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 23.05.2012 nach oben

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