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Fit durch Frühstück - mit und ohne Diabetes

Pressemitteilung: diabetesDE

24. April 2012 - Europäischer Tag des Frühstücks

In Deutschland gehen mehr als ein Fünftel aller Schulkinder jeden Morgen ohne Frühstück aus dem Haus, wie eine Studie zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern ("Health Behaviour in School-aged Children" – HBSC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegt. Das Frühstück gilt jedoch als wichtigste Mahlzeit des Tages.

Häufiges Auslassen der Morgenmahlzeit fördert die Entstehung von Übergewicht, was wiederum die Entwicklung von Typ-2-Diabetes begünstigen kann. Kinder und Jugendliche, die regelmäßig mit einer ausgewogenen Morgenmahlzeit in den Tag starten, weisen auch insgesamt einen gesünderen Lebensstil auf und sind leistungsfähiger. Darauf macht diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Europäischen Tags des Frühstücks am 24. April 2012 aufmerksam. Der Aktionstag steht unter dem Motto: "Fit durch Frühstück!".

Laut der HBSC-Studie steigt der Anteil derjenigen Schüler, die morgens nicht frühstücken, mit dem Alter: So verzichtet jeder zweite 15-Jährige in Deutschland darauf. Außerdem gehen Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen häufiger ohne vorheriges Frühstück in die Schule als jene aus wohlhabenderen Familien. Doch die richtige Ernährung gerade zu Beginn eines Tages kann optimale Voraussetzungen schaffen, um das Lernen, die Konzentration sowie die Informationsaufnahme und -wiedergabe in der Schule zu unterstützen. Kohlenhydratreiche Mahlzeiten wie Vollkornbrot oder Müsli führen durch einen langsamen und länger andauernden Anstieg des Blutzuckers zu einer besseren Gedächtnisleistung und Reaktion.

Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel tritt auf, wenn Kinder vor der Schule und in den Pausen entweder gar nichts essen oder zum Beispiel nur Weißmehlprodukte und Süßigkeiten verzehren. Diese sind kohlenhydratreich und ballaststoffarm, lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, aber ebenso schnell wieder sinken. Die Folge ist mangelnde Leistungsfähigkeit. "Das kindliche Gehirn benötigt jedoch konstant Energie, um einen ganzen Schulalltag zu bewältigen", sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus "Auf der Bult" in Hannover. Ein Frühstück mit Vollgetreideprodukten, Obst und Milch sind die entscheidenden Komponenten einer guten ersten Mahlzeit am Tag. Selbst hergestellte Müslis sind dabei häufig die bessere Wahl als Fertigprodukte: Letztere können je nach Zusammensetzung einen hohen Zucker- und Fettanteil enthalten.

In der Schulpause trägt eine idealerweise ebenfalls kohlenhydrat-, ballaststoff- und vitaminreiche Pausenmahlzeit dazu bei, die Leistungsfähigkeit bis zum Mittagessen zu erhalten. Außerdem sollten Kinder nicht nur ausreichend und gesund essen, sondern auch trinken. Die besten Durstlöscher beim Frühstück und in den Schulpausen sind nach wie vor Wasser, im Verhältnis 2:1 mit Wasser verdünnte Obstsäfte (Schorlen) und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.

"Auch wenn viele Erwachsene morgens Kaffee, schwarzen oder grünen Tee oder sogar Cola als Wachmacher trinken - für Kinder sind diese Getränke aufgrund des Koffein- und häufig auch Zuckergehalts ungeeignet", so Professor Danne. Trinkpäckchen mit gesüßten Säften, fettreiche Milchshakes oder das neue Trendgetränk "Bubble Tea" gehören genauso wenig in die Schultasche. Ebenso verpönt sollten Süßigkeiten und Snacks wie Kuchen, Schokolade, Kekse, Gummibärchen und Chips sein. Denn auch sie enthalten zu viel Zucker sowie Fett und machen nur kurzzeitig satt.

Doch was tun, wenn Kinder nicht gern Gemüse und Vollkornbrot essen und stattdessen auf den Schokoriegel des Klassenkameraden schielen? Hier können Geduld und der "mere exposure effect" helfen. Er besagt, dass Kinder jene Gerichte und Lebensmittel, die häufig auf dem Speiseplan stehen beziehungsweise in der Brotdose liegen, mit der Zeit auch gerne verzehren. Daher sollten Eltern ihrem Kind immer wieder auch Lebensmittel anbieten, die es noch nicht so gerne mag und darauf achten, dass es wenigstens davon probiert. Manchmal kommt der Appetit dann beim Essen.

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zuletzt bearbeitet: 23.04.2012 nach oben

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