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Erfolg von Biochronotherapie bei Typ-1-Diabetes wissenschaftlich nicht belegt

Diabetologische Fachgesellschaften und diabetesDE raten von Behandlungsangebot ab

Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen eine lebenslange Therapie mit Insulin-Injektionen. Patienten und auch Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes ziehen mitunter alternative Behandlungsmethoden in Betracht, etwa die Biochronotherapie nach der Methode von Professor Dr. Dr. Viktor Alexander Borisov. Wissenschaftlich belegt ist ein Erfolg dieser Therapie nicht. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe raten daher von der Biochronotherapie ab.

Rund 300.000 Menschen in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Davon sind auch etwa 25.000 Kinder unter 20 Jahren von Typ-1-Diabetes betroffen. Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Dabei zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Menschen mit Typ-1-Diabetes können kein Insulin mehr produzieren und benötigen daher ihr Leben lang das Hormon Insulin. Die Autoimmunerkrankung ist bislang unheilbar. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Typ-1-Diabetes müssen sich mehrmals täglich Insulin spritzen oder eine Insulinpumpe tragen. Darüber hinaus gehört zur Therapie, regelmäßig den Blutzucker zu messen und die Ernährung entsprechend anzupassen.

"Seriöse alternative Therapien zur Behandlung oder gar Heilung von Typ-1-Diabetes gibt es derzeit nicht, auch wenn manche Behandlungsangebote dies suggerieren", sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. So soll die Biochronotherapie mit der Methode von Professor Dr. Dr. Viktor Alexander Borisov durch die Einnahme von Kapseln, die den‚ Photosensitizer 'Chlorin' enthalten, mittels einer 'Immunkorrektur' eine sogenannte 'Rehabilitation des Immunsystems', ermöglichen.

Professor Danne betont: "Bislang ist ihre Wirkung allerdings nicht wissenschaftlich belegt". Darauf weisen die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe in einer gemeinsamen Stellungnahme hin. "Aus diesem Grund raten wir Kliniken und Patienten dringend davon ab, Behandlungsangebote durch Professor Borisov und Mitarbeiter zu erwägen", so Professor Danne.

zuletzt bearbeitet: 29.02.2012 nach oben

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