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Deutsche wissen wenig über Diabetes-Risiko

Pressemitteilung: Novo Nordisk Pharma GmbH

So das Ergebnis einer aktuellen europäischen Gallup-Umfrage

Repräsentative Gallup-Umfrage 2011
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Was weiß die deutsche Bevölkerung über Diabetes und mögliche Folgeerkrankungen? Wie sieht im Vergleich dazu der Wissenstand in anderen europäischen Ländern aus? Die Ergebnisse einer repräsentativen Gallup-Umfrage, die im Auftrag des forschenden Pharmaunternehmens Novo Nordisk durchgeführt wurde, zeigen erhebliche Wissenslücken.

Rund 4.000 repräsentativ ausgewählte Teilnehmer aus acht europäischen Ländern beantworteten Fragen rund um Diabetes, Symptome und Früherkennung, mögliche Begleiterkrankungen sowie zum Lebensstil. Die Ergebnisse weisen deutlich auf den Bedarf weiterer Informations- und Aufklärungsanstrengungen zum Thema Diabetes hin.

Deutschland: Diabetes-Symptome häufig nicht bekannt

Die Umfrageergebnisse für Deutschland zeigen lückenhafte Kenntnisse über Anzeichen und Ursachen einer Diabeteserkrankung. Die Befragten sind in Bezug auf Diabetes-Symptome unsicher und wenig informiert. Nur 19 % sehen beispielsweise in häufigem Harndrang ein mögliches Zeichen für Diabetes. Dieses Symptom gilt in Verbindung mit anderen Symptomen (u. a. vermehrter Durst, Müdigkeit) als deutlicher Hinweis auf eine vorliegende Erkrankung.

Wenig geläufig: Schlaganfall und Herzerkrankungen als mögliche Diabetes-Folgen

Die Wahrscheinlichkeit für medizinische Komplikationen ist bei Menschen mit Diabetes – trotz Fortschritten in der Therapie – weiterhin höher als bei Nicht-Betroffenen. Tatsächlich ist das Schlaganfallrisiko für Diabetespatienten mit Bluthochdruck verdoppelt.[1] Viele deutsche Teilnehmer der Umfrage kennen sich bei diesem Thema wenig aus. So wissen 55 % nicht, dass Diabetes Schlaganfälle verursachen kann. Nur die Hälfte der Befragten stimmt zudem der Aussage zu, dass Diabetes zu Herzerkrankungen führen kann. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine der Haupttodesursachen bei Diabetes.[2]

Erhöhtes Diabetes-Risiko bei jedem vierten Deutschen

Wie groß ist das Diabetes-Bewusstsein bei Risikogruppen? Jeder vierte der deutschen Teilnehmer der Umfrage weist, so die Gallup-Ergebnisse, ein mäßiges bis hohes Risiko auf, an Diabetes zu erkranken. Hierfür wurden die Teilnehmer auf Basis des nationalen Diabetes-Risiko-Tests befragt. Dieser Test ermittelt das Risiko bei Personen zwischen 35 und 65 Jahren, innerhalb von fünf Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken.[3;4;5]

Jedoch fehlt in der Hochrisikogruppe oft das Wissen über diese Gefährdung. So gehen 38 % dieser Befragten nicht davon aus, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes zu haben. Bei 26 % wurde der Blutzuckerspiegel noch nie getestet. In Hochrisikogruppen besteht eine besondere Gefahr, dass ein Diabetes längere Zeit unentdeckt bleibt. Nur wenige gaben an, professionelle medizinische Empfehlungen oder Unterstützung, etwa in Bezug auf Ernährung (11 %), körperliche Bewegung (6 %) oder allgemein zum Lebensstil (6 %), erhalten zu haben.

Mehr Information und Aufklärung notwendig

Wie wichtig verstärkte Anstrengungen in der Prävention und Früherkennung, aber auch für die Versorgung von Menschen mit Diabetes nach wie vor sind, zeigen die folgenden Ergebnisse: In Deutschland gab nur die Hälfte der Befragten mit Diabetes (51 %) an, über ihr erhöhtes Risiko bereits vor ihrer Diabetes-Diagnose informiert worden zu sein. Hätten diese Personen rechtzeitig an einem Programm zur Lebensstil-Änderung teilgenommen, wäre bei vielen der Ausbruch der Erkrankung möglicherweise verzögert oder vermieden worden – in der finnischen Diabetes-Präventions-Studie wurde dies für 58 % der Risikopatienten gezeigt.[6]

Auch im Hinblick auf die Behandlung bestehen Wissenslücken: Die Frage, ob bei einem niedrigen Zuckerspiegel im Blut Insulin gegeben werden müsse, beantwortet ein Drittel aller Befragten in den europäischen Ländern falsch mit "Ja" (Deutschland 19 %).

Vergleich: Wissenstand in anderen europäischen Ländern

Die wichtigsten Ergebnisse: Insgesamt wurden nur 36 % der Menschen mit Diabetes in den Teilnehmer-Ländern über einen besseren Umgang mit der Krankheit aufgeklärt (Deutschland 46 %). Vor allem in Spanien, Frankreich und Polen liegt das Wissen um Folgeerkrankungen bei Diabetes unter den durchschnittlichen Kenntnissen. Ermutigend ist, dass bereits im Durchschnitt 61 % mit einem Blutzuckertest auf eine Diabetes-Erkrankung oder einen hohen Blutzuckerspiegel geprüft wurden, allerdings fallen diese Zahlen für die Niederlande (55 %), Deutschland (49 %) und Großbritannien (48 %) deutlich ab.

Über die Gallup-Umfrage

Die web-basierte Erhebung wurde im September und Oktober 2011 in acht europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Polen, Dänemark und die Niederlande. Je 500 nach demografischen und sozioökonomischen Faktoren repräsentative Personen pro Land (insgesamt 4.012 Teilnehmer) beantworteten Fragen zu Ursachen, Risiken und Komplikationen bei Diabetes.

Quellen

  1. Haffner SM et al. Mortality from coronary heart disease in subjects with type 2 diabetes and in nondiabetic subjects with and without prior myocardial infarction. New England Journal of Medicine 1998; 339: 229-234.
  2. International Diabetes Federation. The Diabetes Atlas. Fifth Edition. Brussels: International Diabetes Federation 2011.
  3. Schulze MB et al: An accurate risk score based on anthropometric, dietary, and lifestyle factors to predict the development of type 2 diabetes. Diabetes Care 30:510-515.
  4. Lindstrom J, Tuomilehto J. The Diabetes Risk Score: A practical tool to predict type 2 diabetes risk. Diabetes Care 2003; 26: 725-731.
  5. http://drs.dife.de.
  6. Tuomilehto J et al. Prevention of type 2 diabetes mellitus by changes in lifestyle in subjects with impaired glucose tolerance. New England Journal of Medicine 2001; 344: 1343-1350.

Bildunterschrift: Repräsentative Gallup-Umfrage, September/Oktober 2011
Bildquelle: Novo Nordisk Pharma GmbH

zuletzt bearbeitet: 15.12.2011 nach oben

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