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Regelmäßige Schulungen für Kinder mit Diabetes Typ 1 gewährleisten

Pressemitteilung: diabetesDE

Projekt "Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein" auf dem Weltdiabetestag am 13. November 2011 in Berlin

Kinder mit Diabetes Typ 1 benötigen regelmäßig Insulin, müssen täglich mehrmals ihren Blutzucker messen und den Kohlenhydratgehalt von Speisen und Getränken berechnen. Bei vernachlässigter oder falsch angewendeter Therapie drohen Folgeerkrankungen oder gar ein diabetisches Koma. Daher müssen diabeteskranke Kinder und ihre Eltern unmittelbar nach der Diabetes-Diagnose, aber auch im Verlauf des Heranwachsens regelmäßig zum richtigen Umgang mit der Erkrankung geschult werden.

In ländlichen Gegenden fehlen häufig wohnortnahe Schulungsmöglichkeiten. In Schleswig-Holstein gibt es seit 1999 ein Versorgungsprojekt, das mobile Diabetes-Schulungen anbietet. Was die "Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein" leistet, ist eines der Themen bei der von diabetesDE organisierten Zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag. Diese findet in diesem Jahr bei freiem Eintritt am Sonntag, den 13. November 2011, im Internationalen Congress Centrum Berlin (ICC), Ecke Messedamm, in Berlin statt.

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Dank moderner Behandlungsmöglichkeiten ist sie gut behandelbar. Regelmäßige Diabetesschulungen sind jedoch nach wie vor die Basis der komplexen Diabetestherapie. Zwar werden immer mehr betroffene Kinder und ihre Eltern durch ein kinderdiabetologisches Team mit diabetologisch spezialisierten Kinderärzten und Diabetesberatern betreut.

Aber gerade in ländlichen Gebieten sind häufig keine flächendeckenden wohnortnahen Schulungsangebote vorhanden. In Schleswig-Holstein gibt es seit 1999 das Projekt "Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein (MDSH)". Es wurde vom Diabetesarbeitskreis des Ministeriums in Kiel und von den leitenden Chefärzten der Kinderkliniken entwickelt, um die damals unzureichende Versorgung diabeteserkrankter Kinder in Schleswig-Holstein zu verbessern. "Die Verbesserung der schlechten Versorgung von Kindern mit Diabetes auf dem Lande liegt mir seit über zehn Jahren am Herzen", sagt Dr. med. Simone von Sengbusch, Fachärztin für Kinderheilkunde und Diabetologin. Sie betreut das Modellprojekt (MDSH).

Diabeteskranke Kinder im nördlichsten Bundesland erhalten seit Beginn alle zwei bis drei Jahre eine wohnortnahe Gruppenschulung. Das mobile Diabetesschulungsteam der Universitätskinderklinik Lübeck bietet in acht Kinderkliniken Schleswig-Holsteins insgesamt 24 Schulungen pro Jahr an. Dabei werden die Kinder in kleinen Gruppen mit vier bis sechs Teilnehmern unterrichtet. Auch Schulungen für Eltern mit Kleinkindern, Schulkindern und Teenagern werden angeboten. Denn selbst wenn Blutzucker messen und Insulinspritzen zu Hause bereits zum Alltag gehören, gibt es immer wieder Neues zu lernen - zum Beispiel, was bei Diabetes im Körper passiert, wie eine Insulinpumpe funktioniert oder wie man schwankende Blutzuckerwerte in den Griff bekommt.

Der Schwerpunkt einer solchen Schulung liegt jedoch nicht allein in der fundierten Wissensvermittlung, sondern soll auch Verhaltensmuster ändern, das Selbstvertrauen der Kinder stärken und gemeinsame Erlebnisse schaffen. In Phasen, in denen Kinder selbstständiger werden oder die Motivation zur Einhaltung der Therapie fehlt, kann eine Schulung eine gute Hilfe sein. Aber auch Eltern können viel von einer regelmäßigen Auffrischung ihres Wissens profitieren.

Anfang Oktober zeichnete Bundespräsident Christian Wulff Dr. med. Simone von Sengbusch für ihr Engagement in der Versorgung diabeteserkrankter Kinder und Jugendlicher in Schleswig-Holstein mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Im Rahmen des Weltdiabetestages am 13. November 2011 in Berlin erläutert Dr. med. Simone von Sengbusch, warum regelmäßige Diabetesschulungen eine "Schule für das Leben" sind und warum das Projekt auch auf andere Bundesländer übertragen werden sollte.

diabetesDE fördert das Projekt aus Spendengeldern. Interessierte können das Projekt mit Spenden unterstützen:

Spendenkonto 6060,
Bank für Sozialwirtschaft,
BLZ 10020500,
Stichwort: "Mobil agil"

zuletzt bearbeitet: 11.11.2011 nach oben

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