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Pilotbetrieb zur Erprobung des elektronischen Gesundheitsberuferegisters (eGBR)

Startschuss zur Ausgabe der ersten 1.000 elektronischen Heilberufsausweise an Gesundheitsfachberufe

Ausgabe von Heilberufsausweisen an Physiotherapeutinnen und -therapeuten ab Frühjahr 2012

Die Entwicklung der Telematikinfrastruktur ist ein wichtiges Anliegen der ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH. Daher beginnt ab Herbst 2011 ein Pilotbetrieb zur Erprobung möglicher Ausgabeprozesse des elektronischen Gesundheitsberuferegisters (eGBR) in Kooperation mit der Landesinitiative eGesundheit.nrw.

Das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) soll künftig die Ausgabe von elektronischen Heilberufs- und Berufsausweisen (eHBA/eBA) an Angehörige der Gesundheitsfachberufe und sonstige Erbringerinnen und Erbringer ärztlich verordneter Leistungen (nichtverkammerte Gesundheitsberufe) übernehmen. Die eHBA/eBA sind erforderlich für den Zugriff auf Daten und Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Über ihre Funktion als Sichtausweis und berufsbezogenes Identifikationsinstrument hinaus stellen sie ein zentrales Strukturelement für eine sichere elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen dar.

eHBA/eBA gewährleisten zum einen die sichere Authentifizierung und Autorisierung von Heilberuflern beim Zugriff auf Gesundheitsdaten, zum anderen ermöglichen sie eine qualifizierte Signatur von elektronischen Dokumenten und legen damit die Grundlage für eine rechtssichere elektronische Archivierung.

Zu den Kernaufgaben des eGBR wird die sichere Identifizierung der Antragstellenden für einen eHBA/eBA und die Überprüfung der Berufserlaubnis/Berufsurkunde in Zusammenarbeit mit den zuständigen /Berufsbehörden der Bundesländer gehören. Neben der Ausgabe der eHBA/eBA gehört es zu den Aufgaben des eGBR, bei Änderungen oder Widerrufen der Berufserlaubnis/Berufsurkunde geänderte Ausweise zur Verfügung zu stellen oder ggf. Ausweise zu sperren und einzuziehen.

Im Herbst 2011 soll damit begonnen werden, im Rahmen eines zunächst regional begrenzten Pilotbetriebs in Nordrhein-Westfalen, mögliche Ausgabeprozesse des eGBR mit ausgewählten Berufsgruppen praxistauglich umzusetzen und zu erproben. Dabei sollen konform zu den möglichen Prozessen zur Herausgabe von eHBA/eBA im Kontext des eGBR erste elektronische Heilberufsausweise ausgegeben werden.

Ziel ist dabei, Erfahrungen für die flächendeckende Bereitstellung von eHBA/eBA zu sammeln und diese für den bedarfsgerechten Kapazitätsaufbau des eGBR zur Verfügung zu stellen. Als erste Berufsgruppe werden Physiotherapeutinnen und -therapeuten am Pilotbetrieb teilnehmen und auf Antrag mit eHBA ausgestattet. Die Ausgabe der Ausweise soll im Frühjahr 2012 beginnen. Bis Herbst 2012 sollen alle Antragstellenden mit einem Ausweis versorgt sein.

Unterstützt wird der Pilotbetrieb für die Physiotherapie vom "IFK e.V./Bundesverband selbständiger Physiotherapeuten". Gemeinsam mit der opta data Abrechnungs GmbH trägt er während der Pilotphase für IFK-Mitglieder die Kosten des eHBA. Technikpartner ist die Firma "Atos Worldline", die im Rahmen des Pilots als technischer Dienstleister den Betrieb eines Karten- und Kartenapplikations-Management-System (KAMS) übernimmt. Auf dem diesjährigen Fachkongress IT-Trends Medizin/Health Telematics präsentieren ZTG GmbH, Atos Worldline, IFK e.V. und opta data das Pilotprojekt im Rahmen der Begleitausstellung.

Mit der Erprobung der möglichen Ausgabeprozesse des eGBR wird ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zur flächendeckenden Telematikinfrastruktur getan. Aufbauend auf den Erfahrungen dieses Piloten ist geplant, stufenweise weitere Berufsgruppen einzubeziehen und mit eHBA/eBA auszustatten. Dabei wird angestrebt, spätestens bis zum Anwendungstest der eGK-Notfalldaten die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, um Rettungsassistenten mit entsprechenden eHBA ausrüsten zu können.

zuletzt bearbeitet: 19.09.2011 nach oben

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