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Bundesärztekammer zum vdek-Bewertungsportal

Pressemitteilung: Bundesärztekammer (BÄK)

Kopfnote: avanti deletanti, Schulnote: sechs

Zur Freischaltung des vdek-Arztlotsen erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery: "Ein guter Lotse kann nützlich sein, um in unbekannten Fahrwassern sein Ziel zu erreichen. Dabei liegt die Betonung aber auf 'gut', sonst kann man auch schnell Schiffbruch erleiden. Das droht im übertragenden Sinn auch Patientinnen und Patienten, die sich dem heute freigeschalteten sogenannten Arzt-Lotsen des Verbandes der Ersatzkassen anvertrauen.

Das Angebot verspricht den Patienten Orientierung bei der Suche nach einem geeigneten Arzt, gleichzeitig aber muss der Verband schon bei der Vorstellung seines Portals einräumen, dass er nicht in der Lage ist, einen Missbrauch der Seite auszuschließen. Dem vdek war offenbar mehr daran gelegen, seinen Mitgliedskassen ein hastig zusammengeschustertes Marketinginstrument an die Hand zu geben, als daran, den Versicherten ein seriöses Informationsangebot zur Verfügung zu stellen.

Dabei haben die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Standards für gute Arztbewertungsportale entwickeln lassen, die in insgesamt 40 Qualitätskriterien zusammengefasst wurden. Hierzu zählen unter anderem der sensible Umgang mit persönlichen Daten, Transparenz bezüglich des Portalbetreibers und der Finanzierung des Angebots sowie natürlich ein verständliches und nachvollziehbares Bewertungsverfahren.

Anders als die AOK, die sich bei der Entwicklung ihres Arztnavigators zumindest partiell an den Vorgaben der ÄZQ orientiert hat, war dem vdek aber nicht an einer Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft gelegen. So ist keine Registrierung der Nutzer erforderlich, was Mehrfacheinträge und damit verfälschte Bewertungen ermöglicht. Hinzu kommt, dass keine Mindestbewertungsanzahl notwendig ist, bevor eine Note online geschaltet wird. Anders als der AOK-Navigator bietet der vdek zudem Freitextfelder an. Diese bringen den Patienten kaum etwas, ermöglichen aber Schmähkritik und Diffamierungen, gegen die sich die betroffenen Ärzte kaum wehren können.

Dem vdek sollte es zu denken geben, dass sich die größte Ersatzkasse, die Barmer, am Konkurrenzportal der AOK beteiligt. Kein Wunder, auch unsere Bewertung des Bewertungsportals ist eindeutig - Kopfnote: Avanti deletanti, Schulnote: sechs."

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zuletzt bearbeitet: 20.08.2011 nach oben

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