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Blutzuckerteststreifen-Umstellquote sorgt für Verunsicherung

Pressemitteilung: Bayer Vital GmbH

Ärzte fürchten Verschlechterung der Patientenversorgung und wollen im Zweifel das aut-idem-Kreuz setzen

Umfrage bei Diabetologen Die seit Oktober 2010 vom Verband der Ersatzkassen (vdek) festgelegte "Blutzuckerteststreifen-Umstellquote" sorgt nach Meinung von Diabetologen in der praktischen Umsetzung für erhebliche Verunsicherung und birgt Gefahren für die Patienten - so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die GfK Healthcare jetzt im Auftrag von Bayer durchgeführt hat. Um Kosten zu sparen, sollen mindestens zehn Prozent der bei Ersatzkassen (ausgenommen Barmer) versicherten Diabetespatienten in der Apotheke auf günstigere Messgeräte und Teststreifen der Preisgruppe B umgestellt werden.

Diese umfasst vor allem ältere Modelle und solche von generischen Anbietern. Auch Apotheker halten dieses Vorgehen für kritisch und nicht praxistauglich: 71 Prozent bestätigen, dass ihre Zeit für eine intensive Schulung auf ein neues Blutzuckermessgerät nicht ausreicht. Jeder Zweite fühlt sich zudem nicht genügend über die Regelung informiert, um sie seinen Kunden zu erklären.

Ärzte befürchten schlechtere Versorgung und weniger Sicherheit für Patienten

70 Prozent der von GfK befragten Diabetologen rechnen damit, dass es durch die geforderte Umstellquote zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung kommt. 62 Prozent sehen sogar eine potentielle Gesundheitsgefährdung, beispielsweise wenn die Patienten mit dem neuen Gerät nicht zurechtkommen. So müssen viele der in Preisgruppe B aufgeführten Blutzuckermessgeräte vom Anwender entweder manuell codiert oder auf die gewünschte Messeinheit mg/dl oder mmol/l eingestellt werden - in der Praxis häufige Quellen für Bedienungsfehler. Mit ihrer Sorge um das Wohl der Patienten sind die Ärzte nicht allein: Auch die Dachorganisation diabetesDE sieht Lücken in der Sicherheit für Menschen mit Diabetes und hält die Qualität der Blutzuckerselbstmessung durch den vdek-Versorgungsvertrag für gefährdet.[1]

Im Zweifel für die Patientensicherheit: Ärzte wollen aut-idem-Kreuz setzen

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) warnt ebenfalls vor den Folgen der Teststreifen-Umstellquote: "Patienten dürfen nicht gegen ihren Willen zu einer Umstellung gedrängt werden", fordert der DDB-Vorsitzende Dieter Möhler.[2] Die Sorge scheint berechtigt: 80 Prozent der befragten Ärzte meinen, dass der Patient den kostenbedingten Austausch seines gewohnten Geräts nicht nachvollziehen kann und verunsichert wird. Soll er weiterhin seine gewohnten Teststreifen erhalten, so muss der Arzt den Austausch ausdrücklich untersagen, indem er z. B. das aut-idem-Kreuz setzt. Drei Viertel der befragten Diabetologen würden zu diesem Mittel greifen, um die Compliance der Patienten im Zweifel nicht zu gefährden.

Geräte der Preisgruppe A erfüllen hohe Anforderungen

Menschen mit Diabetes können hierzulande von technologisch hoch entwickelten Geräten zur Blutzuckermessung profitieren. Dabei erfüllen die in Preisgruppe A aufgeführten Geräte durchgängig die hohen Anforderungen an die Messgenauigkeit und bieten darüber hinaus weitere Funktionen für mehr Sicherheit. So müssen Blutzuckermessgeräte von Bayer, wie Contour®, Contour®USB und Breeze®2, nicht vom Anwender manuell codiert werden, dadurch entfällt eine häufige Fehlerquelle. Auch die Einheit (mg/dl oder mmol/l) ist bei allen Messsystemen von Bayer werkseitig fest voreingestellt, um Anwendungsfehlern vorzubeugen.

Zusätzlich bieten hochwertige Messsysteme mehr Messkomfort: Sie kommen mit einer sehr geringen Blutmenge aus, liefern das Ergebnis innerhalb weniger Sekunden und speichern Werte über Monate. So erleichtern sie Menschen mit Diabetes das wichtige Selbstmanagement und bestärken sie in ihrer Compliance. Weltweite Distributionssysteme und ausreichende Lagerkapazitäten gewährleisten die Verfügbarkeit der Produkte. Kostenfreie Beratungsangebote durch geschulte Fachkräfte und ein spezieller Diabetes-Service entlasten außerdem das Personal in Praxen und Apotheken.

Umfrage

Im Mai 2011 führte GfK Healthcare im Auftrag von Bayer HealthCare eine repräsentative Online-Befragung unter niedergelassenen Diabetologen und Apothekern zur Umstellung von Blutzuckermessgeräten der Preisgruppe A auf Preisgruppe B durch.

Ergebnisse der Diabetologen-Befragung (n=60)

  • 7 von 10 Diabetologen rechnen im Kontext der Umstellung auf lange Sicht mit einer Verschlechterung der Patientenversorgung.
  • 62 Prozent der Diabetologen sehen durch die Umstellung eine potentielle Gesundheitsgefährdung für die Patienten.
  • 85 Prozent der Diabetologen gehen von einer Verunsicherung der Patienten aus, 80 Prozent glauben, dass der Patient diese Kostenentscheidung nicht nachvollziehen kann.
  • 38 Prozent sehen das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gefährdet.
  • Für 7 von 10 Diabetologen ist nicht eindeutig geklärt, wer die Schulung mit dem "neuen" Gerät nach der Umstellung übernimmt.
  • Nach Ansicht von zwei Dritteln der Diabetologen reicht die Zeit für die intensive Schulung mit dem "neuen" Gerät nicht aus.
  • 75 Prozent der Diabetologen werden bei Zweifeln an der Patientencompliance das Instrumentatrium "aut idem" einsetzen.

Ergebnisse der Apotheker-Befragung (n=150)

  • 8 von 10 Apothekern sehen sich als Vermittler zwischen Politik und Patient missbraucht
  • 49 Prozent fühlen sich nicht ausreichend über die neue Regelung informiert, um den Kunden die Thematik zu erklären
  • 6 von 10 Apothekern sehen das Vertrauen ihrer Kunden in ihre Empfehlung gefährdet.
  • 7 von 10 Apothekern erklären, dass die Zeit für eine intensive Schulung nicht ausreicht.
  • 79 Prozent erklären, dass diese Maßnahme dazu führen kann, dass nicht mehr alle Produkte vorrätig sind.

Mehr Informationen über Diabetes erhalten Sie im Internet unter www.bayerdiabetes.de oder über den Bayer Diabetes Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800-5088822.

zuletzt bearbeitet: 29.07.2011 nach oben

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