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Organtransplantation: "The ONE Study"

Annähernd 15 Millionen Euro für bessere Ergebnisse bei Transplantationen

Durch weniger Medikamente Bluthochdruck, Diabetes, Stoffwechselstörungen und Nierenschäden vermeiden

Organtransplantation: "ONE Study" will Ergebnisse für Patienten verbessern. EU-Forschungskonsortium entwickelt unter Regensburger Leitung neuartige Zelltherapien. Reduzierte Medikamentengabe ohne Risiko einer Organabstoßung als Ziel. EU und internationale Partner investieren annähernd 15 Millionen Euro.

Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA wollen die Ergebnisse von Organtransplantationen verbessern und die Lebensqualität transplantierter Patienten erhöhen. In dem groß angelegten Forschungsprojekt "The ONE Study" sollen neuartige Zelltherapien entwickelt werden, die den lebenslangen Bedarf an Medikamenten - und die damit verbundenen Nebenwirkungen - für transplantierte Patienten deutlich reduzieren.

Obwohl die Nierentransplantation ein breit angewendetes Routineverfahren ist, sind die langfristigen Ergebnisse teils unbefriedigend. Um zu verhindern, dass das fremde Organ vom eigenen Immunsystem abgestoßen wird, muss der Patient starke Medikamente einnehmen, die die eigene Immunantwort unterdrücken. Da damit auch die Abwehr von z. B. Bakterien- und Virus-Infektionen und die Eliminierung von Tumorzellen unterdrückt wird, besteht für transplantierte Patienten ein erhöhtes Risiko, an Infektionen oder Krebs zu erkranken. Darüber hinaus haben die Medikamente Nebenwirkungen: sie können zu Bluthochdruck führen, zur Entstehung eines Diabetes, zu Fettstoffwechselstörungen, zur Schädigung der Niere und vieles andere. Schließlich verliert auch bei bestmöglicher Therapie im Mittel nach 10-12 Jahren das Transplantat seine Funktion - wofür unter anderem chronische Abstoßungsreaktionen verantwortlich sind.

Im Zentrum des neuen Projektes stehen Ansätze, die Behandlung von Patienten nach Nierentransplantation zu verbessern. In der "ONE Study" sollen spezielle Immunzellen produziert werden, die auf natürliche Weise gezielt die körpereigene Immunabwehr gegen das transplantierte Organ unterdrücken. Die Zellen werden um den Zeitpunkt der Transplantation verabreicht und sollen eine deutliche Reduktion der medikamentösen Therapie ermöglichen. Mit zahlreichen Vorteilen: Deutlich weniger Nebenwirkungen und damit eine verbesserte Lebensqualität für den Patienten, aber auch weniger Kosten im Langzeitverlauf. Zudem sollen Abstoßungsreaktionen gegen das Transplantat gezielter und effektiver unterdrückt werden, so dass die transplantierten Organe länger und besser funktionieren – gerade bei dem bestehenden Mangel an Spenderorganen ein wichtiger Aspekt.

An der "ONE Study" sind insgesamt 13 Partner beteiligt: acht Universitäten in Europa und den USA sowie fünf Industrieunternehmen. Die Europäische Union fördert die Studie mit fast 11 Millionen Euro. Weitere 4 Millionen Euro tragen die Projektpartner bei. Koordiniert wird das Projekt vom Regensburger Wissenschaftler, Professor Edward Geissler aus der Klinik und Poliklinik für Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. Hans J. Schlitt). Bereits für die Planung verantwortlich, konnte er einige der wichtigsten Transplantationsmediziner und -forscher Europas zur Mitarbeit gewinnen. "Die Förderung durch die EU eröffnet die einmalige Chance, das sich stetig weiter entwickelnde Expertenwissen von Forschern auf dem Gebiet der Zelltherapie zu bündeln und gezielt einzusetzen", erklärt Geissler.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 23.07.2011 nach oben

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