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Erhöht spezielles Adipokin das Diabetes-Risiko?

Pressemitteilung: Universität Leipzig

Faßhauer erhält Professur für Endokrinologie der Adpositas am IFB

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal Welten. Bei Mathias Faßhauer ist das anders. Er lebt den Traum, den er schon als kleiner Junge hatte. Er hat sich den Naturwissenschaften verschrieben, ist Arzt geworden und seit Anfang Juni Professor für Endokrinologie der Adipositas am IFB AdipositasErkrankungen Leipzig. Außerdem ist Faßhauer Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Endokrinologie und Nephrologie des Universitätsklinikums Leipzig.

"Untersucht werden in den Studien zum Fettgewebe die Veränderungen der Botenstoffe, die von Fettzellen produziert werden und die zu Adipositas und ihren Folgeerkrankungen führen", erklärt Faßhauer. Diese Botenstoffe, auch Adipokine genannt, beeinflussen beispielsweise die Appetitkontrolle oder die Glukoseaufnahme in Muskeln und Fett. Im Fokus seiner Forschung steht momentan ein spezielles Adipokin, das sogenannte adipocyte fatty acid-binding protein. Der Forscher und sein Team wollen die Funktion dieses Proteins entschlüsseln. Relevant ist das deshalb, weil dieses Adipokin im Verdacht steht, das Risiko krankhaft übergewichtiger Menschen zu erhöhen, an Diabetes mellitus, dem metabolischen Syndrom und an Atherosklerose zu erkranken.

Der Adipositas-Experte erforscht außerdem, welche Rolle verschiedene Adipokine bei Diabetes und Bluthochdruck in der Schwangerschaft sowie bei Nierenfunktionsstörungen spielen. Für das IFB ist die Professur Faßhauers ein Meilenstein, da die Erforschung des Fettgewebes und der Adipokine einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte des Zentrums ist. Faßhauer wird auch Patienten in der Klinik für Endokrinologie und Nephrologie betreuen. So ist der vom IFB angestrebte enge Bezug zwischen Praxis und Wissenschaft beispielhaft gegeben.

Mathias Faßhauer ist 37 Jahre alt. Als er zum Professor ernannt wurde, war er 36. Damit dürfte er am Leipziger Universitätsklinikum einer der Jüngsten mit diesem akademischen Titel sein. Wie man es so schnell so weit bringt? Mit Fleiß und Disziplin - ohne diese Tugenden gehe es nicht, so der Mediziner. Aber auch mit Leidenschaft. "Als Kind wollte ich nie Lokführer oder so etwas werden. Ich habe mich schon immer sehr für Medizin und Naturwissenschaften interessiert", erzählt der Endokrinologe. "Arzt stand immer auf meiner Berufswunschliste." In der Schule lagen ihm besonders die Naturwissenschaften, als Leistungskurs im Abitur wählte er Chemie und studierte anschließend Medizin. "Ich habe im Prinzip mein Hobby zum Beruf gemacht." Ein Privileg.

Im Studium entdeckte der gebürtige Hallenser sein Interesse für die Stoffwechselmedizin. Seitdem ist die Endokrinologie sein Spezialgebiet. Während eines Forschungspraktikums an der Harvard Medical School in Boston forschte er mit Fettzellen. "Fettzellphysiologie ist sehr spannend und es gibt eine Menge ungelöster Fragen", sagt Faßhauer. Aus diesen Bereichen entwickelte sich nun sein vorrangiges Forschungsprojekt: die Endokrinologie der Adipositas.

Das IFB AdipositasErkrankungen (www.ifb-adipositas.de) ist ein gemeinsames Zentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig AöR. Es wird als eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 15.06.2011 nach oben

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