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Update Diabetes im DiabSite Diabetes-Radio

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Prof. Scherbaum informiert über Neues aus der Diabetestherapie

Prof. Werner A. Scherbaum Eine Heilung des Diabetes (auch "Zuckerkrankheit" genannt) ist trotz intensiver Forschung bis heute nicht möglich. Verbesserungen in der Therapie spielen deshalb für die Lebensqualität von Diabetikern, für die Vermeidung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen und nicht zu letzt für die Belastung des Gesundheitssystems eine wichtige Rolle. Über neue Ansätze in der Diabetestherapie, moderne Hilfsmittel für Menschen mit Diabetes und eine ganz neue Sichtweise auf die Behandlung von Diabetes-Patienten informiert Prof. Werner A. Scherbaum, Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, im Interview mit Helga Uphoff für das DiabSite Diabetes-Radio.

Allein in Deutschland leben rund acht Millionen Menschen mit Diabetes mellitus. Wie werden sie Behandelt? Welche Medikamente und Hilfsmittel werden eingesetzt? Welche Rolle kommt dem Diabetiker selbst in seiner Therapie zu? Antworten auf diese und weitere Fragen gab Prof. Scherbaum im Rahmen der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, die vom 1. bis 4. Juni 2011 in Leipzig stattfand.

Stand früher die Senkung der Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes im Mittelpunkt, muss heute unter ärztlicher Anleitung eine Lebensstiländerung angestrebt werden, betont Professor Scherbaum. Typ-2-Diabetiker "sind meistens übergewichtig, bewegen sich wenig, … sie haben häufig einen erhöhten Blutdruck und erhöhte Blutfette", fasst der Experte das Krankheitsbild zusammen. Um dieser für die Gesundheit ungünstigen Konstellation entgegenzuwirken, ist der Patient heute viel mehr gefordert. Dafür müsse der Arzt durch Motivation, Schulung und Hilfe zur Selbsthilfe die Voraussetzungen schaffen. Das sei das wirklich Neue an diesem Therapieansatz.

Einen großen Fortschritt in der Therapie des Typ-2-Diabetes sieht Scherbaum im Einsatz von blutzuckersenkenden Arzneimitteln aus der Gruppe der Inkretine. Sie verursachen im Gegensatz zu anderen Medikamenten keine Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Ihr hoher Preis belastet jedoch das Gesundheitssystem mehr als eine Behandlung mit herkömmlichen Präparaten.

Für Typ-1-Diabetiker geht es immer um den Ersatz des Hormons Insulin. Damit dieser ähnlich gut gelingt wie in einem gesunden Körper, entwickelt die Industrie ausgetüftelte Systeme. Diese sogenannten Closed-Loop-Systeme kombinieren Mess- und Pumpensysteme, die dann Vorschläge für die Insulindosierung anbieten. Sie sind laut Scherbaum auf einem guten Weg, während die Transplantation von Inselzellen wegen der großen Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werde. Mit nennenswerten Erfolgen in der Stammzelltherapie sei frühestens in zehn Jahren zu rechnen, betont der Wissenschaftler im Interview für das DiabSite Diabetes-Radio.

Das vollständige Interview "Neues in der Diabetestherapie" steht im DiabSite Diabetes-Radio, dem Podcast des Diabetes-Portals DiabSite, zum Anhören bereit.

Bildunterschrift: Professor Werner A. Scherbaum
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 11.06.2011 nach oben

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