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Aktuelle Therapie des Typ-2-Diabetes

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Stephan Matthaei, DDG-Vizepräsident und Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück, im Rahmen der Pressekonferenz zur 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) am 3. Juni 2011 in Leipzig.

Folgeerkrankungen reduzieren durch sichere Zielwerterreichung unter Vermeidung von Hypoglykämien

Der Typ-2-Diabetes mellitus stellt eine zunehmende Epidemie dar, von der zurzeit etwa 250 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Die International Diabetes Federation vermutet, dass im Jahr 2030 circa 440 Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen sein werden.

In Deutschland leben zurzeit etwa acht Millionen Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus, die Kosten für die Erkrankung betrugen, den Ergebnissen der CODE-2-Studie zufolge, im Jahr 2002 bereits 16 Milliarden Euro pro Jahr. Etwa die Hälfte der Kosten ist bedingt durch die Diabeteskomplikationen, wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Dialysepflichtigkeit et cetera, also infolge der unzureichenden Therapiezielerreichung während der letzten Jahre beziehungsweise Jahrzehnte.

Durch eine multifaktorielle Therapie, die das Erreichen der Zielwerte für HbA1c, Blutdruck sowie der Lipidparameter zum Ziel hat, gelingt es eindrucksvoll, das Risiko zur Entwicklung von sowohl makro- als auch mikrovaskulären Folgeerkrankungen zu reduzieren, wie die Steno-2-Studie[1] überzeugend belegt hat.

Dabei kommt der frühzeitigen Intensivierung der Blutzuckertherapie eine wesentliche Bedeutung zur Reduktion kardiovaskulärer Risikoreduktion zu. Je länger die Patienten eine ungenügende Blutzuckerstoffwechseleinstellung aufweisen, umso weniger profitieren sie im weiteren Verlauf von einer Optimierung der Blutzuckertherapie.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der antihyperglykämischen Therapie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, durch ein proaktives Management zeitnah den HbA1c-Zielbereich unter Vermeidung von Nebenwirkungen, insbesondere Hypoglykämien und ausgeprägte Gewichtszunahme, zu erreichen, um das Risiko der Entwicklung von mikro- und makrovaskulären Komplikationen zu reduzieren[2].

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Literatur

  1. Gaede P, Andersen HL, Parving HH, Pedersen O: Effect of a Multifactorial intervention on Mortality in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 358 (2008) 580-591.

  2. Matthaei S, Bierwirth R, Fritsche A et al: Medikamentöse antihyperglykämische Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 – Update der evidenzbasierten Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Diabetologie (2009); 4: 32-64

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zuletzt bearbeitet: 03.06.2011 nach oben

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