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Wissens- und Datenaustausch in der Kinderdiabetologie fördern

Europaweit Referenzzentren schaffen und vernetzen

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Europa

Prof. Thomas Danne Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren leiden in Deutschland an Diabetes Typ 1. Europaweit steigt in nördlichen Ländern wie auch in Deutschland Typ-1-Diabetes bei Kindern stärker an als erwartet. Bis 2020 werden sich die Erkrankungsfälle hierzulande bei Kindern unter fünf Jahren voraussichtlich verdoppeln. Um die Gesundheitsversorgung junger Diabetes-Patienten länderübergreifend zu verbessern, setzen sich internationale Diabetesvereinigungen für eine europaweite Vernetzung kinderdiabetologischer Referenzzentren ein. Welche Rolle das von Deutschland aus koordinierte Pilotprojekt "SWEET" dabei hat, erläutert Professor Dr. med. Thomas Danne heute bei der Kongress-Pressekonferenz zur Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) im Congress Center Leipzig.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2.500 Kinder und Jugendliche neu an Diabetes Typ 1. Die meisten Diabetes-Typ-1-Patienten im Kindes- und Jugendalter erhalten heute eine intensivierte Insulintherapie, circa 40 Prozent tragen eine Insulinpumpe. Eine europaweite Zusammenarbeit in der Kinderdiabetologie könnte unter anderem die Bewertung neuer Gesundheitstechnologien verbessern.

"Zum Beispiel lieferte eine Auswertung des elektronischen Datenspeichers von Insulinpumpen von über 1.000 Kindern mit Typ-1-Diabetes aus 17 europäischen Ländern wichtige Einblicke in den Therapiealltag", sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE, Vizepräsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. Außerdem werden Patienten zunehmend mobiler: "Wir erleben nicht nur national, sondern auch international eine immer größere Mobilität. Familien sind bereit, auf der Suche nach einer optimalen gesundheitlichen Versorgung für ihr diabeteskrankes Kind längere Wege in Kauf zu nehmen", erklärt Professor Danne.

Daher wurde 2008 unter Beteiligung von Diabetesvereinigungen wie der Internationalen Kinderdiabetesgesellschaft "ISPAD" das von Deutschland aus koordinierte und von der Europäischen Gemeinschaft geförderte SWEET-Projekt ins Leben gerufen: SWEET bedeutet "Bessere Stoffwechselkontrolle bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes: Entwicklung von Referenz-Zentren" (im englischen Original: "Better control in paediatric and adolescent diabetes: working to create Centres of Reference"). Ziel dieses Vernetzungsprojekts ist es, europaweit Referenzzentren für Kinderdiabetes zu schaffen und Standards zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu etablieren.

Im Mai 2011 verliehen die Vorstände von ISPAD und SWEET den ersten elf Diabeteszentren aus Tschechien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden und England die Anerkennung als "Centre of Reference for Pediatric Diabetes". "Gesundheitsexperten aus ganz Europa werden sich im Rahmen dieses Referenznetzes über vorbildliche Verfahren in der Gesundheitsversorgung austauschen und somit Leistungsstandards auf Spitzenniveau anbieten können", erläutert Professor Danne.

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Thomas Danne
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

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zuletzt bearbeitet: 03.06.2011 nach oben

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