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Nationaler Diabetesplan soll Lebensqualität von Betroffenen verbessern

Pressemitteilung: diabetesDE

PD Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer am 9. Juni im Experten-Chat

Mit sieben Millionen diagnostizierten Menschen ist Diabetes eine der häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. In den Altersgruppen über 35 kommt zusätzlich auf jeden diagnostizierten Fall ein unentdeckter. Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko, an weiteren Erkrankungen zu leiden, hierzu zählen auch psychische Störungen wie Depressionen. Diese treten bei Menschen mit Diabetes etwa doppelt so häufig auf als bei Menschen ohne Diabetes. Untersuchungen zeigen, dass die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes oft eingeschränkt ist.

diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) haben die Bundesregierung aufgefordert, auch in Deutschland einen "Nationalen Diabetesplan" zu entwickeln. Ein wichtiges Handlungsfeld soll auch darin bestehen, Strategien zu entwickeln, wie neben einer verbesserten Prävention, Früherkennung und Versorgung die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes erhöht werden kann. Fragen zu diesem Thema beantwortet Privatdozent Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer im nächsten diabetesDE-Experten-Chat am 9. Juni 2011.

Diabetes und seine Begleiterkrankungen belasten in Deutschland immer mehr Betroffene und Angehörige. Bereits heute ist fast jeder Dritte über 70-jährige Diabetiker. Eine Folge des Diabetes, die häufig übersehen wird, mindert die Lebensqualität zusätzlich: Etwa 12 Prozent aller Menschen mit Diabetes leiden an einer klinischen Depression und sind häufig niedergeschlagen, antriebslos und traurig. Weitere 18 Prozent haben eine erhöhte Depressivität. Eine erhöhte Depressivität wie auch eine klinische Depression erhöhen das Risiko für eine schlechte Stoffwechseleinstellung und verschlechtern die Prognose des Diabetes.

Um schlechte Blutzuckerwerte und weitere Begleiterkrankungen zu vermeiden, ist es daher besonders wichtig, die Depression früh zu erkennen und zu behandeln. Denn die Diabetes-Therapie verläuft bei depressiven Patienten meist nur unbefriedigend. Therapieempfehlungen setzen Betroffene nur selten um. Auf diese Weise verschlechtert das seelische Leiden nicht nur die Lebensqualität. "Es führt auch zu einer geringeren Lebenserwartung und zu weiteren Krankheiten", so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin der DDG, Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer. Zugleich erhöhen sich die Kosten der Behandlung. Treten Depressionen zusammen mit Diabetes auf, ist dies häufig eine Ursache für Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentung.

"Ein nationaler Diabetesplan könnte helfen, die krankheitsbedingten Belastungen und das Leid von Betroffenen wie Angehörigen zu verringern", so Kulzer, Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM). In zahlreichen Ländern in und außerhalb der Europäischen Union gibt es einen solchen Plan bereits, wie dies auch von der UN und der EU gefordert wird. In Deutschland gibt es bisher keine Initiativen hierzu, das soll sich künftig ändern.

Welche Fortschritte sich Experten von diabetesDE und DDG von einem Nationalen Diabetesplan versprechen und wie Angehörige und Betroffene trotz Diabetes gut leben, erklärt PD Dr. Kulzer am 9. Juni 2011 im diabetesDE-Experten-Chat von 17 bis 19 Uhr. Das Thema wird auch am 3. Juni auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig diskutiert.

zuletzt bearbeitet: 02.06.2011 nach oben

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