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Steigende Neuerkrankungsraten von Typ-1-Diabetes bei Kindern

Beschleunigte Entwicklung von Typ-1-Diabetes vom Beginn der Inselautoimmunität bis hin zur Erkrankung beobachtet

Typ-1-Diabetes ist mittlerweile die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die Entstehung von Typ-1-Diabetes ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Antikörpern, die gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Zellen gerichtet sind, die Autoantikörper.

Dieser Prozess der Inselautoimmunität bewirkt die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen und geht der Erkrankung Typ-1-Diabetes voraus. Bei kleinen Kindern nimmt die Zahl der Neuerkrankungen besonders stark zu – die Frage ist, wie es dazu kommt. Eine mögliche Erklärung wäre das gehäufte Auftreten von Inselautoimmunität, eine andere eine verkürzte Phase der Inselautoimmunität vor der Erkrankung an einem Typ-1-Diabetes.

Eine vergleichende Untersuchung der BABYDIAB- und der TEDDY-Studie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler kommt nun zu eindeutigen Ergebnissen: Die Zahl der Kinder, die im Rahmen der durchgeführten Studien vor dem Alter von vier Jahren an Typ-1-Diabetes erkrankten, stieg im Verlauf der letzten zwanzig Jahre von 2,5 Prozent auf 6,2 Prozent. Die Häufigkeit, bis zu diesem Alter Inselautoantikörper entwickelt zu haben, war jedoch in beiden Studien vergleichbar.

Kinder der BABYDIAB-Studie kamen zwischen 1989 und 2000 auf die Welt, die an der TEDDY-Studie teilnehmenden Kinder wurden zwischen 2004 und 2010 geboren. 50 Prozent der Kinder der BABYDIAB-Studie, die Inselautoantikörper entwickelten, erkrankten innerhalb eines Zeitraums von 85,2 Monaten an Typ-1-Diabetes. Bei Kindern der TEDDY-Studie betrug dieser Zeitraum lediglich 9,6 Monate.

Die untersuchten Kinder wiesen keine Unterschiede bezüglich des familiären Auftretens von Typ-1-Diabetes oder des genetischen Hintergrundes auf, so dass dies keine Erklärung für die Beobachtungen darstellt. Die beschleunigte Entwicklung vom Beginn der Inselautoimmunität bis zur Erkrankung an einem Typ-1-Diabetes verursacht die steigende Zahl der Neuerkrankungen bei kleinen Kindern.

Ein vordringliches Anliegen gegenwärtiger Forschung ist es, die Auslöser der Inselautoimmunität zu identifizieren und zu untersuchen, inwieweit sie Einfluss auf die Entwicklung von Typ-1-Diabetes nehmen. Deshalb wird derzeit die TEENDIAB-Studie durchgeführt – eine Beobachtungsstudie für Kinder und Jugendliche zwischen acht und achtzehn Jahren. Die teilnehmenden Kinder sind gesund, haben aber durch das familiäre Auftreten von Typ-1-Diabetes im engen Familienumfeld ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken.

Ziel der TEENDIAB-Studie ist es, die Entstehung und Entwicklung von Inselautoimmunität und Typ-1-Diabetes während der Pubertät zu charakterisieren. Die regelmäßigen Nachuntersuchungen ermöglichen es, eine eventuell auftretende Inselautoimmunität genau zu beobachten. Der Vorteil für die Studienteilnehmer besteht darin, dass im Fall einer Diabeteserkrankung die Diagnose frühzeitig gestellt werden kann, was dabei helfen kann, Komplikationen zu vermeiden.

Weiterhin werden Familien gesucht, die an der TEENDIAB-Studie teilnehmen möchten und dadurch helfen, die Ursachen von Typ-1-Diabetes zu untersuchen.

Die TEENDIAB-Studie nimmt Kinder auf:

Interessierte Familien können sich melden bei der
Forschergruppe Diabetes der Technische Universität München
Leitung Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Lehrstuhl Diabetes und Gestationsdiabetes
Kölner Platz 1, 80804 München
Kostenlose Tel. 0800-8284868
E-Mail: TEENDIAB@lrz.tu-muenchen.de

oder beim

Kinderkrankenhaus auf der Bult
Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche
Leitung: Prof. Dr. Olga Kordonouri
Studienkoordinatorin: Sarah Bläsig
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover
Telefon: 0511-8115-2290
E-Mail: TEENDIAB@hka.de

Weitere Informationen: www.teendiab.de

Quelle: Ziegler AG, Pflüger M, Winkler C, Achenbach P, Akolkar B, Krischer JP, Bonifacio E. Accelerated progression from islet autoimmunity to diabetes is causing the escalating incidence of type 1 diabetes in young children. Journal of Autoimmunity (2011)

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 29.03.2011 nach oben

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