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Patientenversorgung wird zur Dienstleistung weiterentwickelt

Pflege und medizinische Versorgung verbessern

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe und des Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) am KIT wollen die medizinische und pflegerische Versorgung des Patienten messen. Im Projekt INSPIRE arbeiten sie mit Kliniken und Pflegeorganisationen an der Frage, wie Medizin und Pflege besser gestaltet und bewertet werden können. Für ihre Untersuchungen wenden sie Instrumente der Dienstleistungsforschung an.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe und des Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) am KIT wollen die medizinische und pflegerische Versorgung des Patienten messen. Im Projekt INSPIRE arbeiten sie mit Kliniken und Pflegeorganisationen an der Frage, wie die Patientenversorgung durch diesen neuen Ansatz besser gestaltet und bewertet werden kann.

"In INSPIRE untersuchen wir, wie Ärzte und Pflegeorganisationen sich untereinander vernetzen und dem Patienten eine gemeinsame Dienstleistung bis zur vollständigen Genesung anbieten können. Wir konnten bereits in vorherigen Projekten aufzeigen, dass z. B. eine verbesserte Kommunikation zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus einen erheblichen Einfluss auf die Heilungschancen hat und damit Leben retten kann. Diesen Ansatz gilt es nun in INSPIRE auch auf die Prozesse nach der Entlassung aus dem Krankenhaus anzuwenden", erklärt Prof. Dr. Christof Weinhardt, Direktor im Forschungsbereich Information Process Engineering (IPE) des FZI sowie Direktor am KSRI.

Für ihre Untersuchungen wenden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Christof Weinhardt Instrumente der Dienstleistungsforschung an, bei der medizinische Einrichtungen und Pflegeorganisationen als Dienstleister betrachtet werden. An zwei konkreten Beispielen, dem Notfalleinsatz und der Nachsorge beim Schlaganfall, zeigen sie exemplarisch auf, wie diese neue Sichtweise funktionieren kann und Innovationen im Gesundheitswesen Einzug finden können. Leistungserbringern in Medizin und Pflege sollen Methoden und Werkzeuge an die Hand gegeben werden, die es ihnen ermöglichen, sich mit anderen Versorgern effizient zu vernetzen.

Das Projekt INSPIRE startete im November 2010 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über drei Jahre mit cirka 1,4 Mio. Euro gefördert. Das Konsortium unter Federführung des FZI besteht aus dem KSRI am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie der Neurologischen Klinik Bad Neustadt/Saale, dem Bayerischen Roten Kreuz, der CAS Software AG, der medDV GmbH und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

INSPIRE hat sich das Ziel gesetzt, neben der präklinischklinischen Schnittstelle ebenfalls die klinisch-postklinische Schnittstelle für den Schlaganfall intensiv zu bearbeiten. Hierfür wird mit Stroke Angel ein im Regelbetrieb befindliches System zur Erfassung und Verarbeitung digitaler Informationen in der Präklinik weiterentwickelt. Darüber hinaus wird in INSPIRE die professionelle Betreuung der Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus anhand eines versierten Patientenbegleiters, dem sogenannten Stroke Manager, konzipiert, der mittels Beratung, Aufklärung und Entscheidungsunterstützung das Versorgungsnetzwerk rund um den Patienten koordinieren können soll.

Dabei sollen telemedizinische Technologien unterstützend eingesetzt werden. Zu beiden Ansätzen werden Studien durchgeführt, um die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen und Technologien zu testen. Darüber hinaus ist die Erstellung von Rechtsgutachten geplant, um die datenschutzrechtliche Grundlage für den Einsatz von Telemedizin in der Schlaganfallversorgung zu definieren.

Hintergrundinformationen

Der Schlaganfall tritt in Deutschland jährlich ca. 200.000 Mal auf, wobei 20 % der Patienten innerhalb des ersten Monats und insgesamt über 37 % innerhalb eines Jahres sterben. 40 % der überlebenden Schlaganfallpatienten haben mit dauerhaften Defiziten zu kämpfen, und es besteht für sie eine hohe Wahrscheinlichkeit, innerhalb der folgenden Jahre einen weiteren Infarkt zu erleiden.[1] Die durch Schlaganfall verursachten volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich dabei heute in Deutschland jährlich auf cirka 7,1 Mrd. Euro und werden sich nach Expertenschätzungen[2], die den gesellschaftlichen Wandel berücksichtigen, bis 2025 auf 108,6 Mrd. Euro summiert haben.

Aufgrund des demografischen Wandels erwartet die Wissenschaft eine ähnliche Entwicklung auch bei anderen Krankheitsbildern, z. B. bei den Volkskrankheiten Herzinfarkt und Diabetes.

Quellen

1) Sefrin, P.; Griewing, B.; Ziegler, V.; Kippnich, U., 2007: Akutversorgung des Patienten mit Schlaganfall. Vom Einsatzort bis zur "stroke unit". In: Anaesthesist 56/4 (2007), S. 345-352.

2) Kolominsky-Rabas PL, Heuschmann PU, Marschall D et al., 2006: Lifetime cost of ischemic stroke in Germany: results and national projections from a populationbased stroke registry: the Erlangen stroke project. Stroke 2006; 37: 1179-83.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 17.02.2011 nach oben

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