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Startschuss für bayernweites Projekt zur Gesundheitsvorsorge

CAMPUS-IGM: Klinikum rechts der Isar und Kurorte kooperieren für individuelles Gesundheitsmanagement

Das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) am Klinikum rechts der Isar der TU München hat ein innovatives Projekt zur Gesundheitsförderung auf den Weg gebracht. Unter dem Begriff CAMPUS-IGM kooperiert die Abteilung mit der Hochschule Deggendorf und verschiedenen regionalen Gesundheitsakteuren in Bayern. Am Projekt beteiligen sich die Kurorte Bad Füssing, Bad Kötzting, Bad Tölz und Bad Wörishofen. Auch niedergelassene Ärzte und Kliniken der Regionen sind in das Netzwerk eingebunden.

Regionale Vernetzung

Im Mittelpunkt des deutschlandweit einzigartigen Projekts stehen die Vorbeugung vor Krankheiten und die Gesundheitsförderung. Bei der Eröffnungsveranstaltung in München betonte Prof. Dieter Melchart, der Leiter des Kompetenzzentrums, den innovativen Ansatz: "Viele sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Stressfolgeschäden lassen sich durch Veränderungen im Lebensstil verhindern. Enorme Kosten für das Gesundheitssystem können dadurch vermieden werden.

Unser Ziel ist es, moderne, vernetzte Gesundheitsförderung nicht nur in den Großstädten verfügbar zu machen, sondern für jedermann in seiner Region auch ohne lange Anreise erreichbar." CAMPUS-IGM steht dabei für ein Individuelles Gesundheitsmanagement (IGM)-Konzept, das von Hochschulen entwickelt wurde. Das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt. Während dieser Zeit soll ein bayernweites Kompetenznetzwerk für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung aufgebaut werden.

Integration in persönlichen Tagesablauf

Die Kooperationspartner setzen auf ein Individuelles Gesundheits-Management (IGM), mit dem sich Interessierte selbstständig um die Erhaltung ihrer Gesundheit kümmern können. Prof. Melchart: "Wir müssen weg von der rein reaktiven Behandlung zu einem proaktiven Präventionskonzept kommen. Wichtig ist es, die Menschen nicht erst zu erreichen, wenn sie krank werden. Sie sollen gesundheitsfördernde Maßnahmen frühzeitig in ihre Lebens- und Arbeitswelten integrieren können."

Das Konzept umfasst ein internetgestütztes Programm, das mit persönlichen Betreuungsangeboten wie Gesundheitstagen oder -wochen und komplementärmedizinischen Verfahren ergänzt wird. Themenschwerpunkte sind Ernährung, Bewegung, Atmung, Schlaf und Wärmehaushalt und psychosoziale Basiskompetenzen zur Bewältigung des Alltags.

Neue Dimension für Kurorte

Für die Kurorte stellt das Projekt ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein dar, mit dem sie ihre Präventionsangebote ausbauen und neue Zielgruppen erschließen können. Zusätzlich zu den Kurgästen können Arbeitgeber und Kommunen angesprochen werden, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern wollen. Geringere Fehlzeiten und höhere Motivation sollen die Investitionen aufwiegen. Über die Internetplattform stehen den teilnehmenden Kurorten neue Wege der Vermarktung zur Verfügung. Unabhängig vom Standort können sie auf ein hochwertiges Programm zurückgreifen, dessen Qualität durch die Begleitung der teilnehmenden Hochschulen gesichert wird.

Klaus Holetschek, der Präsident des Bayerischen Heilbäderverbandes und Bürgermeister von Bad Wörishofen, betonte: "Angesichts der demografischen Entwicklung, der verlängerten Lebensarbeitszeit und der steigenden Anforderungen im Berufsleben ist Prävention das Gebot der Stunde. Die bayerischen Kurorte machen mit CAMPUS-IGM konkrete Schritte, die mit finanzieller Unterstützung des Freistaats fortgesetzt werden können."
Weitere Kurorte können sich für die Teilnahme an dem Projekt bewerben.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Daten der Programmteilnehmer aus den verschiedenen Zentren werden vom Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde wissenschaftlich ausgewertet, wo sie anonym zusammenlaufen. Auf der Basis der Informationen wollen die Mediziner eine langfristige und breit angelegte Lebensstilforschung betreiben, für die es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten gibt.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 16.02.2011 nach oben

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