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Faschingszeit und Diabetes

Pressemitteilung: diabetesDE

Diabetikern drohen gefährliche Unterzuckerungen nach Alkoholkonsum

Was ist im Ernstfall zu tun?

Anfang März ist es wieder soweit: Die Faschingszeit beginnt. Für die meisten bedeutet das nicht nur Schunkeln und Kamellen sammeln, sondern auch reichlich Alkohol trinken. In ihrer ausgelassenen Feierlaune vergessen viele jedoch, eine ordentliche Mahlzeit zu sich zu nehmen. Besonders für Menschen mit Diabetes kann das schwere Folgen haben. Denn Alkohol senkt den Blutzuckerspiegel. Ohne zusätzliche Kohlenhydrate kann es daher zu einer Unterzuckerung bis hin zu Krampfanfällen kommen. Wie sie im Ernstfall vorgehen und wie viel Alkohol Diabetiker trinken dürfen, erklärt Privatdozent Dr. med. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) im nächsten diabetesDE-Experten-Chat.

Pünktlich zur Faschingszeit tauschen viele Deutsche ihre Alltagskluft wieder gegen ein Kostüm ein. Verkleidet blickt dann so manch einer ungeniert zu tief ins Glas. Für Diabetiker hat der Alkoholgenuss jedoch weitreichende Folgen: Die Leber ist neben der Muskulatur das wichtigste Zuckerspeicherorgan. Sie gibt ständig Zucker ab, um das Gehirn und die Muskulatur mit Energie zu versorgen. Da Alkohol diesen Prozess hemmt, sinkt der Blutzucker. Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente verstärken diesen Effekt.

Diabetiker, deren Leber gerade mit der Entgiftung des Alkohols beschäftigt ist, sind deshalb akut der Gefahr einer Unterzuckerung ausgesetzt. Diese kann zu schweren Krampfanfällen führen, im Extremfall sogar mit Todesfolge. Auch das Hormon Glukagon, das normalerweise zu einem sofortigen Blutzuckeranstieg führt, wirkt hier nicht. Denn die Leber ist durch den Alkohol blockiert.

Diese gestörte Zuckerfreisetzung beginnt schon ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille. Je mehr Alkohol im Körper ist, desto stärker und länger ist dieser Stoffwechselprozess unterdrückt. Wie viel Alkohol Menschen mit Diabetes trinken dürfen, wie sie einer Unterzuckerung vorbeugen und was im Ernstfall zu tun ist, erklärt Privatdozent Dr. Lundershausen am 17. Februar 2011 im diabetesDE-Experten-Chat. Bis 2005 war er leitender Chefarzt der Klinik für Diabetes, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Saalfeld. Anschließend ließ er sich in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis in Erfurt nieder und ist zugleich leitender Arzt der Diabetesabteilung der Median-Klinik Bad Berka.

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zuletzt bearbeitet: 10.02.2011 nach oben

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