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Diabetes- und Adipositas-Kongress verzeichnet Besucherrekord

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Wissenschaftliche und politische Neuigkeiten aus der Diabetologie

Rund 4.200 Fachbesucher informierten sich Anfang November 2010 im ICC-Berlin über Diabetes und Adipositas. Eingeladen hatten die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG). Das Themenspektrum reichte von der experimentellen Forschung bis hin zur therapeutischen Praxis. Neben wissenschaftlichen wurden auch verbandspolitische Themen - zum Teil heiß - diskutiert.

"Interdisziplinär vorbeugen, erkennen und behandeln", so das Motto der 4. Herbsttagung der DDG und der 26. Jahrestagung der DAG. Die engen Beziehungen zwischen Diabetes und Übergewicht zeigten gemeinsam veranstaltete Symposien zu fachübergreifenden Themen wie "Diabetes und Fettstoffwechsel", "Ernährungsmedizin" oder "Prävention des metabolischen Syndroms". Gut besucht waren auch Veranstaltungen, in denen über das innere Bauchfett und seinen möglichen Einfluss auf das Versagen der insulinproduzierenden Zellen oder die Beziehung zwischen Metabolischem Syndrom/Typ-2-Diabetes und Krebsrisiko diskutiert wurde.

Ein Tagungsschwerpunkt war das Thema "Diabetesassoziierte Erkrankungen". Und damit waren einmal nicht die bekannten Spätkomplikationen an Füßen, Augen oder Nieren gemeint, sondern "Krankheitsprobleme, die bei Diabetikern gehäuft vorkommen", erklärt der Tagungspräsident PD Dr. Rainer Lundershausen im Interview mit dem DiabSite Diabetes-Radio. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen der Leber, der Zähne, aber auch der Psyche. In der Diabetestherapie wird solchen Krankheiten oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Neben den wissenschaftlichen Themen wurden auf der Herbsttagung auch verbandspolitische Aspekte erörtert. Mit Spannung erwartet: die außerordentlichen Mitgliederversammlungen von DDG und VDBD (Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland). Im Fokus stand hier diabetesDE. Diese vor gut zwei Jahren von den beiden Fachverbänden gegründete Organisation hat ihr oberstes Ziel, die vielen Einzelgruppen im Bereich Diabetes zu einen, bis heute nicht erreicht. Jetzt soll, wie Insider berichten, nach dem Vorbild des britischen Zweikammermodells ein neuer Versuch gestartet werden, die Kompetenzen von Ärzten, Beratern und Diabetikern unter einem Dach zu bündeln.

Vor diesem Hintergrund ließ die VDBD-Vorsitzende Evelyn Drobinski die Delegierten ihres Verbands auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die weitere Zusammenarbeit mit diabetesDE abstimmen. Nach der Sitzung erklärte sie gegenüber Diabetes-Radio, die Mehrheit habe sich für einen weiteren gemeinsamen Weg ausgesprochen, daran aber Bedingungen geknüpft. So müsse vor allem die Kommunikation verbessert und gemeinsam mit den Delegierten eine neue Satzung für diabetesDE erarbeitet werden.

Dringender Klärungsbedarf bestand auch innerhalb der DDG. Mitglieder einer Initiativgruppe hatten im Rahmen eines Mitgliederbegehrens die Durchführung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gefordert, die am 5. November stattfand. "Dabei ging es", wie der Sprecher der Initiativgruppe, Dr. Nikolaus Scheper, im Interview mit Diabetes-Radio erklärte, "insbesondere um die Vorgänge, die mit der Verlegung der Geschäftsstelle der Deutschen Diabetes-Gesellschaft von Bochum nach Berlin zusammenhängen, sowie um die Doppelfunktionen im Rahmen von DDG und diabetesDE." Geschäftsführer beider Organisationen ist Dr. Dietrich Garlichs - DDG-Präsident und Vorsitzender von diabetesDe ist Prof. Thomas Danne. Diese Doppelfunktionen seien insbesondere deshalb problematisch, weil beide Vereine im Bereich Diabetes tätig seien und diabetesDE darüber hinaus durch die DDG finanziert werde. Interessenkonflikte seien da nicht ausgeschlossen.

Daher habe die Initiativgruppe eine Satzungsänderung gefordert, die derartige Doppelfunktionen künftig ausschließe und die Eigenständigkeit der DDG als Fachgesellschaft sicherstelle. Der DDG-Vorstand habe daraufhin zugesichert, eine Satzungskommission einzuberufen, an der auch Mitglieder der Initiativgruppe teilnehmen könnten. Teilnehmer einer Satzungskommission werden sich, wie inzwischen bekannt wurde, Mitte März 2011 zu einer Satzungsklausur in Berlin treffen.

Es gibt Stimmen innerhalb der Fachgesellschaft, die das als Erfolg werten, andere wollen sich damit nicht zufrieden geben.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 23.11.2010 nach oben

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