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Gefahren durch Unterzuckerung ernst nehmen

Weltdiabetestag fordert mehr Aufklärung und Vorbeugung

Neue Broschüre unterstützt Selbstmanagement

Patientenbroschüre Pünktlich zum Weltdiabetestag unterstützen die neue Broschüre "Ihr Wegbegleiter Typ-2-Diabetes" sowie ein Diabetes-Gesundheitspass der pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca das Selbstmanagement Betroffener. Viele Patienten mit Typ-2-Diabetes wissen zu wenig über ihre Krankheit und unterschätzen die damit verbundenen Risiken wie Unterzuckerung.

Ziel des diesjährigen Weltdiabetestages am 14. November unter dem Motto "Diabetes unter Kontrolle bringen. Jetzt!"[1] ist es, das eigenverantwortliche Handeln der Patienten weiter zu fördern. Denn der Therapieerfolg kann durch ein konsequentes Selbstmanagement unterstützt werden. Dazu zählen gesundheitsbewusste Ernährung, ausreichend Bewegung und eine konstante Blutzuckerkontrolle. Informationen hierzu können Interessierte in Form von Ratgeber und Pass bestellen. Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca kooperieren seit 2007, um die Versorgung von Diabetespatienten zu verbessern.

Unterzuckerungen: Bei Patienten wenig bekannt

Zu einem erfolgreichen Selbstmanagement gehört es auch, das Risiko von Unterzuckerungen (sogenannter Hypoglykämien) angemessen einzuschätzen und entsprechend verantwortungsbewusst zu handeln. Beinahe jeder fünfte Diabetiker, der an den Symptomen von Unterzuckerung leidet, weiß nichts oder nur wenig über Hypoglykämien. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage unter 500 Menschen mit Typ-2-Diabetes.[2] Viele Patienten wissen demnach zum Beispiel nicht, was sie bei einer Unterzuckerung tun müssen, obwohl zwei Drittel von ihnen mehrmals pro Woche unter deren Symptome wie Schwitzen, Zittern, allgemeinem Unwohlsein, Nervosität oder Konzentrationsschwierigkeiten leidet. Fast ein Viertel der Betroffenen erlebt die Beschwerden sogar ein- bis zweimal täglich. Dabei glauben 38 Prozent, die Symptome seien unvermeidlicher Teil ihrer Erkrankung, 75 Prozent fühlen sich durch die Beschwerden eingeschränkt.

Mehr Eigenverantwortung durch mehr Information

Hypoglykämien werden häufig durch Aufnahme von zu wenig Kohlenhydraten, zu viel Alkohol und überdurchschnittliche körperliche Anstrengung ausgelöst. Ein erfolgreiches Selbstmanagement mit gesunder Ernährung trägt entscheidend dazu bei, Unterzuckerungen zu vermeiden. Die Ergebnisse eines im August 2010 beim Deutschen Diabetiker Bund durchgeführten Arzt-Patienten-Workshops zeigen, dass dies jedoch gut informierte Patienten voraussetzt.[3] Eine wichtige Rolle bei der Aufklärung von Menschen mit Diabetes nehmen der behandelnde Arzt sowie Selbsthilfegruppen und Diabeteslotsen ein. Ein gutes Vertrauensverhältnis zum Arzt ist jedoch ausschlaggebend und fördert auch die Akzeptanz der Erkrankung durch den Betroffenen.

Um Patienten zu mehr Eigenverantwortung zu motivieren, ist unter anderem eine umfassende Information über die verordnete Therapie wichtig. Gemäß den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft(DDG) ist das zentrale Ziel der Behandlung eines Typ-2-Diabetes, eine optimale Blutzuckereinstellung zu erreichen und dabei gleichzeitig Unterzuckerungen zu vermeiden.[4] Neben einem verantwortungsbewussten Handeln des Patienten selbst hat auch die Auswahl des Medikaments einen Einfluss auf das Risiko für eine Hypoglykämie. Hierbei kann eine moderne Kombinationsbehandlung mit Wirkstoffen aus der Substanzklasse der Gliptine, so genannte DPP-4-Inhibitoren, eine Rolle spielen.[5,6,7] Sie senken den Blutzucker, ohne das Risiko von Unterzuckerung und Gewichtszunahme zu erhöhen.

Patienten-Broschüre: Ihr Wegbegleiter Typ-2-Diabetes

Die neue Broschüre unterstützt und begleitet Patienten mit Typ-2-Diabetes, ihre Therapie eigenverantwortlich und motiviert mittragen zu können. Hier finden Interessierte alle wichtigen Informationen zu Grundlagen und Behandlung der Erkrankung. Außerdem erhalten sie Tipps, wie sie es schaffen, langfristig ihrer Therapie treu zu bleiben. Der begleitende Gesundheitspass hilft bei der Langzeitdokumentation der Erkrankung und dient der frühzeitigen Erkennung, der rechtzeitigen Behandlung und der erfolgreichen Überwachung von Folgeerkrankungen. Broschüre und Pass können hier bestellt werden:

Was tun bei Unterzuckerung?

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung. Der Körper ist nicht in der Lage, Insulin zu produzieren oder ausreichend zu nutzen.[11] Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird. Die Hormonproduktion steigt mit der Nahrungsaufnahme. Insulin wird benötigt, um Glukose aus dem Blut aufzunehmen und so deren Umwandlung in Energie zu ermöglichen. Die eigentlichen Ursachen des Diabetes sind Gegenstand intensiver Forschungsarbeit. Es scheinen sowohl genetische als auch erworbene Faktoren, wie Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung, eine Rolle zu spielen.[11]

Diabetes kann zu langfristigen Begleiterkrankungen und Komplikationen wie Blutgefäßschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Erkrankungen der Augen, Nieren und Nerven sowie zum sogenannten 'diabetischen Fuß' (Fußulzera) und zu Amputationen an den unteren Extremitäten führen.[12]

Unter allen Erkrankungen ist Diabetes weltweit die viert- bis fünfthäufigste Todesursache. Jedes Jahr sterben fast vier Millionen Menschen an den Folgen von Diabetes.[13,14]

Quellen

  1. Weltdiabetestag 2010.
  2. Repräsentative Umfrage von 'YouGovPsychonomics' im Auftrag von Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca, Juni 2010.
  3. "Patienten-Selbstmanagement bei Diabetes Typ 2". Arzt-Patienten Workshops im August 2010 unter Leitung von Professor Dr. Hans Hauner TU München in Kooperation mit dem Deutschen Diabetiker Bund e.V.
  4. Matthaei S et al. Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. DDG-Praxisleitlinie 2009. Diabetologie 2009; 4 Suppl 2: S138-S143.
  5. Tschöpe D et al. Prädiktoren für das Auftreten von Hypoglykämien bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes mit einer oralen Mono- oder dualen Kombinationstherapie - Ergebnisse des prospektiven Diabetes Registers (DiaRegis), mündliche Präsentation im Rahmen der Jahrestagung der DDG 2010, Stuttgart.
  6. Tschöpe D et al. Unterschiede in der Behandlung des Typ-2-Diabetes bei Männern und Frauen nach Versagen einer oralen Mono- oder dualen Kombinationstherapie - Ergebnisse des prospektiven Diabetes Registers (DiaRegis), Poster vorgestellt im Rahmen der Jahrestagung der DDG 2010, Stuttgart.
  7. Gitt AK et al. Hotline session der 76. Jahrestagung der DGK 2010, Mannheim.
  8. Brabant G et a. Hypoglykämien bei Erwachsenen. Deutsches Ärzteblatt 24. April 1998; 95(17): A1022-A1026.
  9. Diabetes Deutschland. Ratschläge für Diabetiker, die als Kraftfahrer am Straßenverkehr teilnehmen. http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/1402.htm.
  10. Halle M et al. Körperliche Aktivität und Diabetes mellitus. Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Oktober 2008. http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/Uebersichtleitlinienevidenzbasiert.php.
  11. Kerner W, Brückel J, Böhm B O. Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus. Evidenzbasierte Leitlinie DDG - Aktualisierung 10/2004.
  12. Scherbaum W A, Kiess W. Epidemiologie und Verlauf des Diabetes mellitus in Deutschland. Evidenzbasierte Leitlinie DDG - Aktualisierung 05/2004.
  13. Diabetes and Impaired Glucose Tolerance. Global Burden: Prevalence and Projections, 2010 and 2030. IDF Diabetes Atlas, fourth edition. International Diabetes Federation. Diabetes Congress, October 2009, Montreal. http://www.diabetesatlas.org/book/export/html/44.
  14. Diabetes and Impaired Glucose Tolerance. Global Burden: Morbidity and Mortality. IDF Diabetes Atlas, fourth edition. International Diabetes Federation. Diabetes Congress, October 2009, Montreal. http://www.diabetesatlas.org/content/diabetes-mortality.

zuletzt bearbeitet: 01.11.2010 nach oben

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