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Britische Studie auf Kongress der Europäischen Diabetes-Gesellschaft vorgestellt

Vitamin-B1-Vorstufe schützt Diabetiker-Herzen

Eine Vorstufe vom Vitamin B1 (Thiamin), das Benfotiamin, könnte bei Diabetikern das erhöhte Risiko für Herzerkrankungen senken. Darauf weisen experimentelle Studien britischer Wissenschaftler um Dr. Rajesh Katare vom Herz-Institut der Universität Bristol hin, die auf dem Kongress der Europäischen Diabetes-Gesellschaft in Stockholm am 21.9.10 vorgestellt wurden.

Menschen mit einem Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit, erleiden nicht nur wesentlich häufiger einen Herzinfarkt als Nicht-Diabetiker, sie überleben diesen auch seltener oder erholen sich schlechter davon. Ebenso ist das Risiko für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei Diabetikern mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne diese Stoffwechselstörung.

Wie das Team um Karate in zell- und tierexperimentellen Studien beobachtete, wirkt sich der chronisch erhöhte Blutzucker schädigend und schwächend auf das Herz aus. Die Herzzellen und ihre Vorläuferzellen altern schneller, sie sterben rascher ab und verfügen über schlechtere Reparaturmechanismen. "Benfotiamin hemmt diese negativen Effekte und verbessert so die Resistenz der Herzzellen gegenüber diabetesbedingten Schäden", fasste der britische Wissenschaftler Katare seine Erkenntnisse zusammen.

Welchen klinischen Nutzen das für zuckerkranke Patienten haben könnte, signalisieren eindrucksvoll experimentelle Studien, die das Forscherteam im Juni online veröffentlichte.

Durch eine Behandlung mit Benfotiamin konnte die Überlebensrate diabetischer Ratten nach einem Herzinfarkt deutlich erhöht werden. Die Herzen der mit Benfotiamin behandelten Tiere erholten sich wesentlich besser von dem Infarkt als die der unbehandelten Artgenossen.

Über ähnliche Mechanismen wirkt der Vitaminabkömmling bei diabetischen Ratten offensichtlich auch einer Herzschwäche entgegen.

Schon länger ist bekannt, dass Benfotiamin bei Diabetes die toxischen Auswirkungen des erhöhten Blutzuckers im Körper reduzieren kann. Die Thiaminvorstufe aktiviert ein zentrales "Entgiftungs-Enzym" im Zuckerstoffwechsel. Dadurch hemmt sie die Bildung aggressiver Zucker-Abbauprodukte, die Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes an Nerven, Blutgefäßen und Organen wie Augen, Nieren und Herz fördern.

In der Prävention und Behandlung diabetischer Nervenschäden (Neuropathien) wird Benfotiamin schon seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt (Präparate mit dem Wirkstoff sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich).

"Durch die aktuellen Erkenntnisse von Katare verdichten sich erneut die Hinweise, dass Benfotiamin einen umfassenden Schutz vor diabetischen Begleiterkrankungen bieten könnte", kommentierte die Gesellschaft für Biofaktoren e.V.

zuletzt bearbeitet: 22.09.2010 nach oben

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