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Fit und aktiv in der zweiten Lebenshälfte

Das Essen macht's

Eine gesunde Ernährung kann Diabetes und Bluthochdruck verhindern

Das Essen macht's! Auch in der zweiten Lebenshälfte aktiv, fit und gesund zu sein – das wünschen sich viele. Wer körperlich und geistig leistungsfähig bleiben will, sollte besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten. Leider ist aber oft genau das Gegenteil der Fall, sagt Prof. Heinrich Joseph Lübke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II (Gastroenterologie und Diabetologie) im HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf. Die Folge können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sein.

"Ältere Menschen ernähren sich häufig nicht optimal und nehmen oft zu wenig essenzielle Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente auf. Als Folge davon kann eine ganze Reihe von Erkrankungen entstehen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, Mangelernährung, Bluthochdruck oder ein zu hoher Cholesterinspiegel", berichtet Prof. Lübke.

Eine wesentliche Ursache ist der verringerte Energiebedarf, der etwa ab Mitte 50 beginnt. Durch den natürlichen Alterungsprozess benötigt der Körper weniger Kalorien als in jungen Jahren. Der Bedarf an essenziellen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen bleibt dabei jedoch unverändert hoch. Deshalb müssen ältere Menschen auf eine ausgewogene Ernährung achten, die jedoch weniger Energie enthält. Denn auch das Übergewicht ist bei älteren Menschen weit verbreitet. "All diese Krankheiten haben selten etwas mit dem Älter werden zu tun", betont Professor Lübke. "Es sind die Folgen einer ungesunden Lebens- und Ernährungsweise, die jahrelang beibehalten wurde."

Ab Mitte 50 nimmt der durchschnittliche Kalorienbedarf pro Dekade kontinuierlich um etwa fünf bis sieben Prozent ab. In den meisten Fällen regelt sich das durch ein geringeres Hungergefühl beziehungsweise einen geringeren Appetit von alleine. Der tägliche Kalorienbedarf eines Menschen hängt von vielen Faktoren ab. So bestimmen unter anderem das Geschlecht, der Grad der körperlichen Aktivität (z. B. die Betätigung bei der Berufstätigkeit) aber auch das Alter die benötigte Menge an Energie.

Bei einer 30-jährigen Frau mit leichter Bürotätigkeit verändert sich der Kalorienbedarf von zunächst 2200 Kalorien pro Tag mit dem Alter wie folgt:

33 - 55 Jahre: 2200 kcal 10 Prozent = 1980 kcal Bedarf

55 - 75 Jahre: 1980 kcal - 15 Prozent = 1680 kcal Bedarf

Ab 75 Jahre: 1680 kcal - 10 Prozent = 1500 kcal Bedarf

Die beste Methode zur Vorbeugung von Mangelernährung und begleitenden Stoffwechselerkrankungen ist eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten so lange man noch fit und gesund ist. Prof. Lübke: "Für aktive, jüngere und gesunde Senioren ist dabei keine spezielle Ernährung im Sinne einer Diät erforderlich." Die Einhaltung einiger weniger Regeln genügt schon: So sollte die tägliche Ernährung vor allem abwechslungsreich gestaltet sein. Dazu gehören beispielsweise regelmäßig Gemüse und Obst, ballaststoffreiche Lebensmittel und kalorienarme Getränke wie Wasser, Tee und (Frucht-)Saftschorlen. Eine solche gesunde Ernährung reguliert nicht nur den Nährstoffhaushalt im Körper, sondern auch maßgeblich die Verdauung, insbesondere die Darmfunktionen.

Mit zunehmend höherem Alter lassen die Geschmacksnerven nach, so dass das Essen schnell fade schmecken kann, der Appetit vergeht und eine Mangelernährung droht. Hier macht eine schmackhafte Zubereitung wieder Lust auf das Essen. Viele frische Kräuter und Gewürze – aber sparsamer Umgang mit Salz – peppen die Gerichte auf und liefern zusätzlich wertvolle Nährstoffe. Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sorgen außerdem für eine bessere Verträglichkeit und beugen so Magenverstimmungen und Blähungen vor.

Bildunterschrift: Das Essen macht's!
Bildquelle: HELIOS Kliniken

zuletzt bearbeitet: 06.09.2010 nach oben

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