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Diabetes und Reisen - mit guter Planung in den Urlaub

Tipps für einen entspannten Urlaub

Urlaub planen, Flüge buchen, unbeschwert verreisen in alle Länder dieser Welt - und am Urlaubsort gesund bleiben. Auch für Diabetiker ist dies fast ohne Einschränkungen möglich. Mit entsprechender Planung ist das Reisen für die Stoffwechselerkrankten unproblematisch. In Deutschland sind mehr als acht Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Dr. med. Sybille Wunderlich, Diabetologin am HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf, Klinik für Innere Medizin II, gibt Tipps für den Umgang mit der Erkrankung im Urlaub.

"Während vor 20 Jahren einem Diabetiker noch von weiten Fernreisen abgeraten wurde, müssen sich heute die Stoffwechselerkrankten auch im Urlaub nicht sonderlich einschränken", so die Diabetologin. Wichtig sei eine umfassende und gründliche Reiseplanung. Bereits erlerntes Wissen über die eigene Krankheit sollte neu aufgefrischt und die landestypischen Gegebenheiten des Urlaubsziels beachtet werden. "Dann steht einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Wege."

Recherche und Planung bei der Reisevorbereitung

Medikamente auf Flugreisen

Vor Ort im Urlaubsland

Besonders bei Fernreisen kann es in den ersten Tagen zu schwankenden oder erhöhten Blutzuckerwerten kommen. Dr. med. Sybille Wunderlich erklärt: "Schuld daran trägt ein erhöhtes Stressniveau im Körper. Die Belastungen der Anreise, die Gewöhnung an eine neue Umgebung, eine mögliche Zeitverschiebung und ein anderes Klima, lösen ein anderes Zusammenspiel der Hormone und bewirken Veränderungen des Blutzuckerspiegels." Im Urlaub sind daher häufigere Kontrollen als zu Hause notwendig, denn auch ungewohnte körperliche Aktivitäten und ein anderer Tagesrhythmus können den Zuckerspiegel im Blut beeinflussen.

Nicht vergessen: Ein Blick auf die Füße

Füße pflegen Barfuß laufen, vor allem im heißen Sand oder auch das Tragen neuer, ungewohnter Schuhe bei der Besichtigungstour, führen leider häufig zu Komplikationen an den Füßen, die den glücklichen Verlauf des Urlaubs gefährden. Jeder Diabetiker sollte auf seine Füße besonders Acht geben.

Das diabetische Fuß-Syndrom gehört zu den häufigsten Folgekomplikationen einer Diabetes-Erkrankung. "Bei Menschen, die über lange Zeit mit einem schlecht eingestellten und erhöhten Blutzuckerspiegel leben, besteht ein hohes Risiko dieser Folgeerkrankung", berichtet die Diabetologin des HELIOS Klinikums Emil von Behring. Es kommt zunächst zu Störungen und Ausfällen der Nerven (diabetische Neuropathie), die für Bein und Fuß zuständig sind. In vielen Fällen ist zusätzlich die Durchblutung (Makroangiopathie) gestört. Die Haut an den Füßen wird durch verminderte Schweißbildung trocken und rissig und ist besonders anfällig für Verletzungen. Diese werden wiederum durch die Störung in den Nerven häufig nicht bemerkt – so dass Wunden nicht erkannt und entsprechend versorgt werden. Banale Infektionen können sich ausbreiten und im schlimmsten Fall zur Amputation führen. Deutschlandweit sind jährlich mehr als 30.000 Amputationen die Folge des diabetischen Fuß-Syndroms.

"Damit die Entspannung auch nach dem Urlaub anhält, sollten die Füße besonders beachtet, täglich nach kleinen Verletzungen untersucht und anschließend gut gepflegt werden", rät die Ärztin. Kleine Tipps, die aber notwendig einzuhalten sind, damit auch ein Diabetiker ohne Einschränkungen in alle Länder dieser Welt verreisen kann.

Bildunterschrift: Fußpflege
Bildquelle: Thomas Oberländer, HELIOS Kliniken

zuletzt bearbeitet: 19.08.2010 nach oben

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