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Aktiv den Blutzucker in Form bringen

Wichtig für Diabetiker: Bewegung, gesunde Ernährung und die richtige Arzneitherapie

Alle haben sich über einen spannenden Fußballsommer gefreut und unzählige Fußballfans bejubelten ihre Mannschaften bei Chips oder Bratwürsten und einem kühlen Bier vor dem Fernsehschirm. Doch dabei gilt: Bewegung nicht vergessen! Sonst hat man nach vier Wochen Fußballfieber wahrscheinlich mit vielen überflüssigen Pfunden zu kämpfen, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist neben gesunder Ernährung die sportliche Aktivität besonders wichtig, da sich diese grundsätzlich positiv auf den Zuckerhaushalt der Betroffenen auswirkt.

Tabletten mit neuartigen Wirkstoffen, so genannte DPP-4-Hemmer, können zusätzlich wirkungsvoll dazu bei tragen, den Blutzucker in Schach zu halten. Die Hauptvorteile: Kaum Gewichtszunahme und ein geringes Risiko für Unterzuckerungen.

Diabetes und Bewegung

Die Bauchspeicheldrüse von Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert zwar zumeist noch Insulin, die Körperzellen können jedoch weniger Zucker aus dem Blut aufnehmen. Der Vorteil sportlicher Aktivität von Patienten mit Diabetes liegt darin, dass die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen erhöht und der Blutzuckerwert so verbessert wird.[1]

Allerdings sollten sich Diabetes-Patienten, die noch nie oder längere Zeit nicht mehr aktiv waren, vor ihrem Sportprogramm von einem Arzt untersuchen und ihre Belastbarkeit testen lassen, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Der behandelnde Diabetologe berät auch bezüglich der Auswahl der Sportart oder erstellt gemeinsam mit den Patienten einen Trainingsplan, damit Sport und medikamentöse Therapie so aufeinander abgestimmt sind, dass der Patient davon profitiert. So müssen die Blutzuckerwerte gut eingestellt sein, um das Risiko von Unterzuckerung, einer so genannten Hypoglykämie, bei erhöhter Aktivität zu minimieren. Das gilt vor allem für Typ-1-Diabetiker unter der Therapie mit Insulin und bei Typ-2-Diabetikern, die z. B. Sulfonylharnstoffe anwenden, wenn nicht vorher die Dosis der Blutzuckersenker reduziert wurde.[1]

Moderne Diabetes-Therapien beugen Unterzuckerungen vor

"Typ-2-Diabetes-Patienten, die Sport treiben wollen, müssen heute aber keine Angst mehr vor einer Hypoglykämie haben", erläutert Professor Dr. Stephan Jacob, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologe aus Villingen-Schwenningen. "Mit der richtigen medikamentösen Therapie gelingt es uns in der Regel sehr gut, den Blutzuckerspiegel gut und gefahrlos einzustellen", so der Diabetes-Experte und verweist in diesem Zusammenhang auf moderne orale Pharmakotherapie der jüngsten Generation, die sogenannten DPP-4-Hemmer.

Diese Wirkstoffgruppe hemmt den Abbau bestimmter Hormone im Darm (Inkretine), die abhängig von der Nahrungsaufnahme die Ausschüttung von Insulin anregen. Die Blutzuckerwerte werden somit wirkungsvoll gesenkt. Da dieser Effekt nur solange anhält, wie der Blutzuckerspiegel erhöht ist, spricht man auch von einer bedarfsabhängigen Wirkung.[2]) Der Vorteil: Auf diese Weise wird das Risiko einer gefährlichen Unterzuckerung deutlich reduziert. Zusätzlich wird die Zuckerproduktion in der Leber verringert.[3]

"Trotzdem sollten Diabetiker, die ihr Leben aktiver gestalten möchten, ihre Sportart am Anfang gut überlegt auswählen und langsam angehen", rät Professor Jacob. Neben längeren Spaziergängen kommen z. B. Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen in Frage. Aber auch Leistungssport und Fußball sind möglich. "Ein gut eingestellter Diabetiker kann seine Grenzen selbst ausloten, sollte natürlich dennoch stets auf seinen Körper hören und zumindest anfänglich und dann gelegentlich den Blutzucker vor und nach der Bewegung messen", sagt der Diabetologe.

Bewegung schützt nicht nur Diabetiker

Doch nicht nur Menschen mit Diabetes sollten sich viel bewegen und sich gesund ernähren. Denn Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Übergewicht, oft verbunden mit einem hohen Blutdruck sowie erhöhten Blutfettwerten zählen zu den Haupt-Risikofaktoren für einen Typ-2-Diabetes. Auch die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes.

Oft bemerken Patienten ihre Erkrankung aufgrund zunächst fehlender Symptome gar nicht, so dass die Diagnose erst bei Routineuntersuchungen gestellt wird. Eine frühzeitige Behandlung ist jedoch sehr wichtig. Denn zu den Folgeerkrankungen können Herz-Kreislauf-Probleme, Nierenschäden oder Diabetisches Fußsyndrom gehören. Auch Nerven- und Augenschäden kann Diabetes mellitus verursachen.

Fazit

Besser selbst öfter mal das runde Leder auf dem Bolzplatz treten. Denn mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und vor allem einer richtigen und rechtzeitigen medikamentösen Therapie können Patienten mit Typ-2-Diabetes optimale Blutzuckerwerte erreichen.

Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen.

Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de oder www.bms.com.

Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, London. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von USD 32,8 Milliarden (2009) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel, die Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglichen. AstraZeneca forscht in den Bereichen Herz-Kreislauf, Atemwege, Magen-Darm, Krebs, Neurowissenschaften sowie Infektionen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.astrazeneca.de.

Quellen

  1. Halle M et al. Körperliche Aktivität und Diabetes mellitus. Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Herausgeber: W. A. Scherbaum, T. Haak. Oktober 2008 (Geplante Überarbeitung 10/2010).
  2. Matthaei S et al. Medikamentöse antihyperglykämische Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. Update der Evidenzbasierten Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Diabetologie 2009; 4: 32 - 64.
  3. Schwab S und Diem P. Orale Antidiabetika 2009. Therapeutische Umschau 2009; 66: 677 - 684.

zuletzt bearbeitet: 14.07.2010 nach oben

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