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Diabetes brachte Rollstuhlfahrer Jan Wimmer zum Basketball

Pressemitteilung: Bayer Vital GmbH

Das Schicksal sportlich nehmen

"Niemals aufgeben" lautet das Motto des 32-jährigen Münchners, der auch den Krebs besiegte

Rollstuhlfahrer Jan Wimmer unterm Basketballkorb Das Leben macht es ihm nicht immer einfach. Aber aufzugeben - das kam für den 32-Jährigen nie in Frage. Jan Wimmer ist eine Kämpfernatur und sprüht vor Energie. Wer ihn auf dem Basketballfeld am Münchner Olympiastadion aus seinem Rollstuhl Körbe werfen sieht, kann nicht glauben, dass der Querschnittsgelähmte erst vor zwei Jahren erfolgreich eine Krebserkrankung bekämpfte. Und seit vier Jahren zusätzlich Tag für Tag seinen Diabetes in Schach hält.

Jan Wimmer wurde 1977 mit einem sogenannten "offenen Rücken" geboren. Das Leben kennt er deshalb nur im Rollstuhl. Trotzdem besuchte er als Kind Regelschulen und war stets gut integriert. Schon damals ließ er sich von seiner Behinderung nicht unterkriegen: "Vielleicht liegt das an meinem Sternzeichen. Wir Skorpione geben nicht so leicht auf", sagt Wimmer lachend. Nach dem Realschulabschluss zog er als 17-Jähriger von zu Hause aus, um sich in München einer Schülerwohngruppe anzuschließen und eine integrative Fachoberschule zu besuchen. Nach dem Abitur stellte er sich der nächsten Herausforderung: An der Fachhochschule studierte er BWL und schloss 2004 mit dem Diplom ab. Heute arbeitet er in einer Steuerkanzlei. Zur Arbeit fährt er mit seinem Auto, das extra für ihn umgebaut wurde und ihn noch mobiler macht.

Immer wieder Schicksalsschläge

Gerade hatte Jan Wimmer sein Studium beendet und war ins Arbeitsleben gestartet, da traf den Querschnittsgelähmten im Jahr 2006 ein weiterer Schicksalsschlag. Bei einer Routineuntersuchung erzählte er seinem Internisten, dass er seit einiger Zeit extremen Durst verspürte. Die Diagnose war schnell gestellt: "Ich hatte einen Nüchternblutzuckerwert von 294, für meinen Arzt ganz klar ein Typ-2-Diabetes", erinnert sich Wimmer. Auch wenn es scheint, als könne ihn nichts aus der Bahn werfen: Die Mitteilung, nun eine weitere unheilbare Erkrankung meistern zu müssen, war ein Schock für den damals 29-Jährigen. Besonders die Einschränkung beim Essen machte ihm anfangs große Probleme. Bereits vor der Diagnose war es für Jan Wimmer oftmals nicht leicht, seinen Alltag im Rollstuhl zu meistern. Nun kamen weitere Anforderungen hinzu: "Wegen des Diabetes schlucke ich im Schnitt sieben Tabletten am Tag, nachts spritze ich ein Langzeitinsulin", so Wimmer.

Schon bald war ihm klar: "Nur Bewegung kann mir helfen, den Diabetes in Schach zu halten und zu kontrollieren. Ich muss was tun". Was für viele Diabetiker nicht einfach ist, war für Wimmer eine doppelte Herausforderung: Er musste sich einen Sport suchen, der ihn begeisterte und den er trotz seiner Behinderung ausüben konnte. Schließlich entschied er sich für Basketball. Seit 2006 trainiert er zweimal wöchentlich, nimmt an Wochenenden an Spielen oder Turnieren teil und fühlt sich sehr gut mit seinem Sport: "Körbe werfen, das ist für mich auch die Bestätigung, im Leben nicht jede Grenze akzeptieren zu müssen", so Wimmer, der 2007 zusätzlich an Krebs erkrankte und die heimtückische Krankheit zwischenzeitlich besiegt hat. Sich auf dem Spielfeld mit der Mannschaft körperlich zu verausgaben, gibt ihm Ausgleich, Kraft und Stärke.

Obwohl der Diabetes für ihn nur eine von vielen Aufgaben ist, hat er seine Blutzuckerwerte mittlerweile gut im Griff. Damit es nicht zu gefährlichen Über- oder Unterzuckerungen kommt, kontrolliert Wimmer regelmäßig seinen Blutzucker. "Wenn man so viele Handicaps zu managen hat wie ich, muss die Blutzuckermessung vor allem schnell und einfach sein". Deshalb ist sein Contour® für ihn zum ständigen Begleiter geworden. "Das Blutzuckermessgerät ist klein und handlich, damit komme ich auch auf dem Spielfeld sehr gut klar", bilanziert Wimmer.

Mit seinem aktiven Leben will der Hobbybasketballer auch anderen Diabetikern ein Beispiel geben. "Bewegung ist wichtig und für jeden möglich, Ausreden gibt es nicht", schmunzelt der Sportler, den auch seine Freunde und andere Hobbies auf Trab halten: Zeitweise war er erfolgreicher Luftgewehrschütze, wurde dreimal Vereinsmeister und dreimal Schützenkönig. Und im Sommer sieht man ihn häufig mit seinem Handbike die Isar entlang fahren.

Teatime am Olympiapark

Neben seinen sportlichen Aktivitäten pflegt Jan Wimmer auch die britische Lebensart - seine Wohnung in einem Hochhaus am Münchner Olympiapark ist voller Schottenmuster und natürlich wird der Earl Grey aus einer Teekanne im Queen Anne Design eingeschenkt. Häufig trifft man Jan Wimmer in einem englischen Restaurant der Landeshauptstadt an: "Ich habe ein England Faible, deshalb war auch schon einmal die Presse zu Gast", berichtet Wimmer. Titel des Artikels: "Buckingham im Hochhaus". Ab und an lädt der Münchner seine Freunde zu einer viktorianischen Tee-Party ein. Und sicher reist er früher oder später auch wieder über den Ärmelkanal. Jan Wimmer schaut zuversichtlich in die Zukunft. Er kann jedem nur raten: "Mache immer das Beste aus der Situation und gib niemals auf."

Bildunterschrift: Jan Wimmer
Bildquelle: Bayer HealthCare AG

zuletzt bearbeitet: 18.06.2010 nach oben

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