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Stört Vitamin C beim Abnehmen?

Pressemitteilung: Ärztenetz Lippe GmbH

45. DDG-Jahrestagung weist auf die schädlichen Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln wie Antioxidantien hin

Viele Studien mit über 140.000 Patienten in den letzten 20 Jahren zeigen: Wer Vitamin C, Vitamin E, Q-Enzym 10, Selen oder andere Ernährungszusätze einnimmt, verhindert weder Krebserkrankungen, noch senkt er sein Risiko für Zuckerkrankheit oder Herzinfarkt. Darüberhinaus werden wichtige Stoffwechselveränderungen, die man mit Fitnesstraining erreichen will, durch Einnahme dieser Substanzen blockiert.

Ein Symposium der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetesgesellschaft stellte die Frage: "Antioxidantien – wo nutzen sie, wo schaden sie?" Prof. Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung "Innere Medizin und Klinische Chemie" der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Priv. Doz. Dr. Angelika Bierhaus der gleichen Abteilung sowie Prof. Dr. med. Michael Ristow vom Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena stellten anhand einer Vielzahl von Studien die erschreckenden Studienergebnisse für die Einnahme der viel beworbenen "Antioxidantien" oder von "Radikalenfängern" wie Vitamin C, Vitamin E, Q-Enzym 10 u. a. vor.

Viele Menschen, insbesondere auch Übergewichtige, die sich für ihre Gewichtsabnahme das Essen vom Munde absparen, dafür aber ihrem Körper wenigstens genug Vitamine und Spurenelemente zuführen wollen, greifen zu den so vielversprechend beworbenen Vitaminkapseln und anderen Produkten der Nahrungsergänzung.

Zusätzlich beginnen sie mit Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Und auch dafür, so suggeriert die Werbung, brauche der Körper diese Extraportion, möglichst gleich als Cocktail mit Vitamin A und Extrakten aus Cranberry und Grünem Tee. Allerdings: "Die gesundheitsfördernde Wirkung von körperlicher Bewegung wird durch die Einnahme von sogenannten Antioxidantien in Form von Vitamin C und E sogar unterdrückt", so Professor Ristow.

Versuche an Gesunden zeigen, dass viele Trainingseffekte durch die Einnahme von Antioxidantien vollständig verhindert werden. Und dieses passiert auf der Ebene der Körperzellen, in denen durch die Extra-Einnahme von Vitamin C und Co. wichtige Enzyme blockiert werden. Auch die Energiebereitstellung in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, wird verhindert, wie auch die körperliche Abwehr auf Stress.

Dabei hat die Natur seit Tausenden von Jahren ganz hervorragende körpereigene Mechanismen entwickelt, um auf die viel gescholtenen "Sauerstoffradikale" zu reagieren. Entzündungsreaktionen im Körper werden durch die Vitaminzusätze erst ermöglicht, die die Selbstheilungskräfte des Körpers wunderbar und nachhaltig verhindert hätten, wie PD Dr. Bierhaus eindrucksvoll darstellen konnte. Da alle Trainingseffekte durch die oben genannten Stoffe blockiert werden, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass eine erfolgreiche Gewichtsabnahme durch Einnahme dieser Substanzen verhindert wird, wie Prof. Ristow auf Nachfrage bestätigte.

Prof. Nawroth konnte anhand von Studien der letzten 15 Jahre mit ca. 1,4 Millionen Teilnehmern zeigen, dass allein bei regelmäßigem Verzehr von Obst und Gemüse eine deutliche Senkung der oben genannten Risiken besteht. Und Prof. Ristow zeigte auf, dass regelmäßige körperliche Aktivität vor Osteoporose schützt, das Krebsrisiko mindert, die Blutfette verbessert, den Blutdruck senkt, Diabetes verhindern kann bzw. die Blutzuckerwerte bei vorhandener Erkankung verbessern und so ebenfalls vor Gefäßkrankheiten wie z. B. Herzinfarkt schützen kann.

Fazit: Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über langfristig positive Wirkungen von Antioxidantien, jedoch viele Nachweise, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin C, Vitamin E, Co-Enzym Q10 u. a. schädliche Auswirkungen auf den Körper haben. So bleibt nur noch die Frage: Wie schützen wir uns gegen die Einflüsterungen der Werbung, die uns doch all diese vermeintlichen Schätze so sehr ans Herz legt?

zuletzt bearbeitet: 17.05.2010 nach oben

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