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Unterzuckerungsrisiko bei Diabetes Typ 1 ausgeblendet

Pressemitteilung: Novo Nordisk Pharma GmbH

IQWiG bestreitet Vorteile lang wirksamer Insulinanaloga

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in seinem kürzlich veröffentlichten Abschlussbericht zu lang wirksamen Analoginsulinen einen Zusatznutzen dieser Medikamente gegenüber Humaninsulin bei der Behandlung des Diabetes Typ 1 bestritten. Zu dieser umstrittenen Einschätzung kam es, obwohl dem Institut mehrere Studien vorlagen, in denen Insulindetemir bei schweren und damit potentiell lebensbedrohlichen Unterzuckerungen ("Hypoglykämien") dem lang wirksamen Humaninsulin (NPH-Insulin) deutlich überlegen war.

Auch weitere Vorteile ließ das IQWiG nicht gelten. So war die Behandlungszufriedenheit deutlich höher unter dem Analoginsulin als unter anderen lang wirksamen Insulinen. Ebenfalls deutlich unterschiedlich war die Entwicklung des Körpergewichts. Während die Behandelten bei anderen lang wirksamen Insulinen deutlich an Gewicht zunahmen, fiel die Gewichtszunahme unter Insulindetemir deutlich geringer aus. Zwar gestand das IQWiG diesen Vorteil ein, hielt ihn aber für nicht wichtig.

"Diese Bewertung ist sehr enttäuschend", sagt Jörn Oldigs, Geschäftsführer von Novo Nordisk in Deutschland. "Denn wir können die Vorteile mit wissenschaftlichen Studien belegen. Und trotzdem werden sie vom IQWiG ignoriert."

Sollte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Entscheidung der Einschätzung des IQWiG folgen und die lang wirksamen Analoginsuline aus der Erstattungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenkassen herausnehmen, hätte das schwerwiegende Folgen für die Menschen mit Diabetes. Denn sie müssten dann auf Humaninsulin umgestellt werden – mit allen Konsequenzen und Risiken.

Über Typ-1-Diabetes

Der Diabetes Typ 1 tritt meist schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Da bei den Betroffenen die Zellen der Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren, sind sie lebenslang auf die Gabe von Insulin angewiesen, um ihren Blutzuckerspiegel zu steuern. Eine gefürchtete Komplikation der Behandlung ist die schwere Unterzuckerung, die sogar lebensbedrohlich sein kann.
Anders als der viel häufigere Diabetes Typ 2, der sich durch den Lebensstil beeinflussen lässt, tritt der Typ 1 spontan und schicksalhaft auf und kann nicht vermieden werden.

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zuletzt bearbeitet: 23.04.2010 nach oben

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