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Zahl nierenerkrankter Diabetiker wächst

Pressemitteilung: Klinikum Karlsburg

Ärzte tagten anlässlich 40 Jahre Dialyse in Karlsburg

Dr. Jörg Reindel bei der Untersuchung eines Diabetespatienten Trotz aller medizinischer Fortschritte wächst in Deutschland die Zahl von nierenerkrankten Diabetikern. Das wurde am Samstag auf einer Tagung im Klinikum Karlsburg festgestellt, an der über 50 Mediziner aus Mecklenburg-Vorpommern teilnahmen. Vor ungefähr 40 Jahren war in Karlsburg der erste Zuckerkranke in Europa mit einer Blutwäsche behandelt worden.

Die Ursachen für die Zunahme der Diabetiker mit Nierenschäden sieht Oberarzt Dr. Jörg Reindel (40) vom Klinikum Karlsburg im enormen Anstieg des Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes). Noch 2010 wird Deutschland zehn Millionen Zuckerkranke zählen.

Zudem leben Diabetiker heutzutage länger. Vor allem auch, weil die kardiologische Versorgung gut organisiert ist, also weniger Patienten an einem Herzinfarkt sterben. Im höheren Alter würden sich dann allerdings bei Zuckerkranken die Sekundärleiden einstellen, zu denen die Nierenschäden gehören, erklärt Dr. Reindel. "Rund 20 bis 40 Prozent aller Diabetiker erleiden heute im Laufe ihres Lebens eine Nierenschädigung." In enger Zusammenarbeit von Gefäßchirurgen, Nephrologen und Diabetologen könne allerdings den Diabetikern ein langes, qualitätsvolles Leben ermöglicht werden.

Erinnert wurde auf der Veranstaltung an die dramatische Situation in den 1960er Jahren. Damals starben 20- und 30-jährige Typ-1-Diabetiker an Nierenversagen. Das änderte sich erst mit Einführung der Blutwäsche (Dialyse) für Diabetiker. Das Klinikum Karlsburg vollbrachte eine europäische Pionierleistung, als es am 15. Oktober 1969 den ersten Diabetespatienten dialysierte.

Der 69-jährige Oberarzt Dr. Eckhard Zander hat den Beginn der Dialyse in Karlsburg seit 1970 miterlebt. "Es war ein gewaltiges Abenteuer, weil die Technik noch nicht so effektiv war, die eingesetzten Schläuche und Pumpen oft versagten. Aber es war die einzige Chance, das Leben für die jungen Diabetiker etwas zu verlängern." Heute dagegen sei der Typ-1-Diabetes gut therapierbar.

Für die Patienten bedeute dies, dass sie erst im höheren Alter überhaupt mit Nierenschäden rechnen müssen. Bei akutem Nierenversagen (Insuffizienz) stünden darüber hinaus modernste Maschinengenerationen zur Verfügung. "Kein Vergleich mit der Technik von vor 40 Jahren. Heute werden wie im Jumbo Jet alle wichtigen Parameter ständig überwacht", betont Dr. Zander. Ein gut eingespieltes Team vollbringe an fünf Dialyseplätzen im Klinikum Karlsburg im Schichtsystem Höchstleistungen.

Bildunterschrift: Oberarzt Dr. Jörg Reindel bei der Untersuchung eines Diabetespatienten
Bildquelle: Klinikum Karlsburg

zuletzt bearbeitet: 16.03.2010 nach oben

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