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Weltdiabetestag: Die Deutschen essen zu fett, zu süß und zu viel

diabetesDE und Verbraucherzentrale Bundesverband warnen vor Folgen von Fehlernährung

Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November warnen diabetesDE und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vor den gesundheitlichen Folgen von Fehlernährung. Gleichzeitig fordern die beiden Organisationen mehr Ernährungsbildung an Schulen und eine klare Kennzeichnung auf Lebensmitteln. In Deutschland sind 66 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen im Erwachsenenalter übergewichtig. Damit ist Deutschland Europameister im Übergewicht.

Dies ist ein wesentlicher Grund für die epidemische Ausbreitung der Volkskrankheit Diabetes. In Deutschland gibt es nach Aussage der International Diabetes Federation mittlerweile 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes. Deutschland hat mit 12 Prozent bei den 20 – 79 Jährigen die höchste Diabetes-Rate in Europa.

Ursachen für diese besorgniserregende Entwicklung sind zu wenig Bewegung und falsche Ernährung. Veränderte Essgewohnheiten, ein überall verfügbares Angebot an oftmals kalorienreichen Speisen und die Zunahme von Fast Food, Fertigprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln haben dazu geführt, dass die Menschen zu fett, zu süß und zu viel essen. Aussagen wie "reich an Vitaminen" oder die Bewerbung als Fitness- oder Wellnessprodukt verschleiern, dass es sich häufig um sehr fett-, zucker- oder kalorienreiche Lebensmittel handelt. "Viele der heutigen Lebensmittel werden mit irreführender Werbung verkauft", warnt der Geschäftsführer von diabetesDE, Dietrich Garlichs. "Wenn wir nicht rasch für eine klare Lebensmittelkennzeichnung sorgen, steuern wir auf einen Ernährungskollaps ungeahnten Ausmaßes zu."

diabetesDE und vzbv fordern die Lebensmittelhersteller auf, ihren Widerstand gegen eine klare und verständliche Nährwertkennzeichnung wie die Ampelkennzeichnung aufzugeben. Bei diesem Modell signalisieren die Farben Rot, Gelb und Grün wie viel Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln enthalten sind. Dickmacher im Supermarkt lassen sich so schnell enttarnen. "Wir bedauern, dass die neue Regierung der Ampelkennzeichnung eine klare Absage erteilt hat. Aber entschieden wird in der EU. Wir fordern die EU-Abgeordneten auf, den Verbraucherwillen ernst zu nehmen. Schließlich sprechen sich in Umfragen zwei von drei Verbrauchern für die Ampelkennzeichnung aus", meint Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Für Menschen mit Diabetes sind darüber hinaus die Kalorienangabe und die Menge der Kohlenhydrate wichtig, damit sie Zeitpunkt und Dosis ihrer Insulinzugabe oder der zuckersenkenden Tabletten bestimmen können.

Auch das Speiseangebot an Schulen und Betrieben müsste sich stärker an den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung orientieren. Aufklärung und Information über die Auswahl und Zubereitung gesunder Lebensmittel wären beispielsweise durch einen Ausbau der Ernährungsbildung in Schulen zu stärken.

Ernährungsfallen lauern überall

Hinsichtlich der tatsächlichen Mengen von Zucker, Salz oder Fett drohen den Verbrauchern täglich Ernährungsfallen.

Zucker: In einem 500 ml Becher Fruchtbuttermilch befinden sich beispielsweise 18 Stück Würfelzucker à 3 Gramm. Selbst wenn man den in der Buttermilch natürlich enthaltenen Milchzucker abzieht, bleiben noch knapp 35 g Zucker bzw. mehr als 11 Stück Würfelzucker. Empfohlen wird, nicht mehr als 10 Prozent der Kalorien in Form von zugesetztem Zucker aufzunehmen. Für Erwachsene bedeutet das, dass sie nicht mehr als 50 (Frauen) bzw. 60 (Männer) Gramm zugesetzten Zucker am Tag verzehren sollten.

Gleiches gilt für Salz. Empfohlen wird, nicht mehr als 6 Gramm pro Tag aufzunehmen. Der tatsächliche Konsum ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit bis zu 10 Gramm täglich wesentlich höher. (DGE)

Für Fett gibt es ähnliche Empfehlungen: So sollte beispielsweise eine erwachsene Frau nicht mehr als 67 g Fett zu sich nehmen, ein erwachsener Mann nicht mehr als 83 Gramm. In Wirklichkeit nehmen Frauen durchschnittlich 75, Männer durchschnittlich 100 Gramm Fett täglich zu sich.

Quelle: DGE, Nationale Verzehrsstudie

zuletzt bearbeitet: 12.11.2009 nach oben

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