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Anhörung zur Diätverordnung: Abschaffung des § 12 steht kurz bevor

Pressemitteilung: diabetesDE

diabetesDE begrüßt die vorgesehene Anpassung

Am 22.10.2009 fand im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Anhörungsbesprechung zu dem Entwurf der 16. Verordnung zur Änderung der Diätverordnung statt. diabetesDE war dort durch seine stellvertretende Vorsitzende Michaela Berger sowie die Ernährungsexpertin Dr. med. Monika Toeller vom Deutschen Diabetes-Zentrum an der Universität Düsseldorf vertreten. diabetesDE begrüßt die vom Ministerium vorgesehene Anpassung der Diätverordnung an den wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Der Entwurf zur Änderung der Diätverordnung sieht eine ersatzlose Streichung der spezifischen Regelungen für sogenannte Diabetiker-Lebensmittel vor. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen benötigen Menschen mit Diabetes keine speziellen diätischen Lebensmittel.

Es ist vorgesehen, den § 12 der Diätverordnung ersatzlos aufzuheben. "Wir begrüßen es außerordentlich, dass das Ministerium sich dem Problem der Diabetiker-Lebensmittel nun endlich angenommen hat. Das Vorhaben ist voll und ganz in unserem Sinne", erklärt diabetesDE Ernährungsexpertin Dr. med. Monika Toeller. Ein Zuckerverbot für Menschen mit Diabetes ließe sich wissenschaftlich nicht mehr begründen. Dieses sei seit vielen Jahren überholt.

diabetesDE unterstützt die klare Kennzeichnung aller Lebensmittel und das entsprechende Vorhaben auf europäischer Ebene. diabetesDE weist darauf hin, dass eine Angabe von Broteinheiten (BE) auf Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs im europäischen Markt nicht akzeptabel ist. Die lediglich didaktische Benennung BE findet sich nur noch in sehr begrenzten Gruppen in Deutschland. Stattdessen plädiert diabetesDE für die Angabe von Gramm Kohlenhydraten neben den anderen Nährstoffen auf allen verpackten Lebensmitteln, wie in den EU-Entwürfen vorgesehen.

diabetesDE befürwortet die rasche Umsetzung der Änderung der Diätverordnung zum Wohle von Menschen mit Diabetes. Die Übergangsfrist sogenannter Diabetiker-Lebensmittel sollte so kurz wie möglich gehalten werden, um rasch die notwendige Klarheit für Menschen mit Diabetes zu gewährleisten.

"Es freut uns, dass dieser überfällige Weg der Abschaffung von Diabetiker-Lebensmitteln nun endlich beschritten wird.", fasst Michaela Berger, stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE und als Betroffene stellvertretend für Menschen mit Diabetes bei der Anhörung dabei, das Ergebnis zusammen.

Die Forderungen von diabetesDE für die Anhörung beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 22.10. waren:

zuletzt bearbeitet: 28.10.2009 nach oben

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