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Kongress der Europäischen Diabetes Gesellschaft in Wien

Vitamin B1 schützt Diabetiker-Augen vor Blutzuckerattacken

Wien – Die wissenschaftlichen Hinweise verdichten sich immer mehr, dass Vitamin B1 (Thiamin) und seine Vorstufe, das Benfotiamin, dazu beitragen können, schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes, wie Erblindungen, entgegen zu wirken: Italienische Wissenschaftler um Elena Berrone von der Universität Turin berichteten jetzt auf dem Kongress der Europäischen Diabetes Gesellschaft in Wien (29.9. bis 2.10.09) über neue experimentelle Studienergebnisse. Denen zufolge sind Thiamin und Benfotiamin in der Lage, isolierte, in Kultur gehaltene Blutgefäßzellen der Netzhaut des Auges (Retina) vor den zerstörerischen Auswirkungen schwankender Blutzuckerspiegel zu bewahren.

Vorübergehende Blutzuckerspitzen, z. B. nach dem Essen, spielen offensichtlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung diabetischer Augenschäden (Retinopathie). Den aktuellen Untersuchungen der Turiner Forscher zufolge forcieren schwankende Blutzuckerkonzentrationen dramatisch den Untergang (Apoptose) von sogenannten Perizyten in der Retina des Auges. Perizyten sind Zellen, die der Außenwand von kleinen Blutgefäßen, den Kapillaren, anliegen und für deren Neubildung und Stabilisierung sehr wichtig sind. Werden Perizyten im Auge geschädigt, kann das Aussackungen in den Kapillarwänden verursachen, die schließlich zum Sehverlust führen.

Diabetes ist die häufigste Ursache für Erblindungen: Nach 15 Jahren Diabetesdauer sind 2 % aller Diabetiker blind und bei 10 % ist das Sehvermögen stark beeinträchtigt.

Die neue Erkenntnis der italienischen Wissenschaftler ist viel versprechend: Wurde Thiamin oder Benfotiamin zu den retinalen Perizyten hinzugefügt, konnte der schädliche Effekt der schwankenden Blutzuckerspiegel komplett vermieden werden. "Thiamin und Benfotiamin sind in der Lage, die Apoptose der Pericyten zu verhindern", fasste Berrone auf dem Kongress zusammen. Das deute erneut darauf hin, dass das Vitamin ein Ansatz sein könnte, diabetischen Gefäßkomplikationen vorzubeugen und/oder diese zu behandeln, so die Wissenschaftlerin.

Schon in früheren internationalen Studien wurde nachgewiesen, dass die Thiamin-Vorstufe Benfotiamin wirksam die gefäßschädigenden Mechanismen hemmt, die für Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes verantwortlich gemacht werden. In der Prävention und Behandlung diabetischer Nervenschäden (Neuropathien) wird Benfotiamin schon seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Für dieses Einsatzgebiet ist die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des Biofaktors in klinischen Studien nachgewiesen (Präparate mit dem Biofaktor sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich).

Warum in der Praxis die Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin eingesetzt wird, erklärt die Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) so: "Benfotiamin ist fettlöslich und wird dadurch vom Körper und den Geweben in wesentlich größeren Mengen aufgenommen als normales, wasserlösliches Vitamin B1." In den Zellen werde Benfotiamin dann in Thiamin ungewandelt. "Die sehr gute Bioverfügbarkeit und Gewebegängigkeit der Vitamin-Vorstufe ist eine wichtige Voraussetzung, um gefäß- und nervschützende Effekte zu erzielen", heben die Wissenschaftler von der GfB hervor.

zuletzt bearbeitet: 01.10.2009 nach oben

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