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Autoantikörpertests - ein wichtiges Werkzeug in der Diagnostik von Typ-1-Diabetes

Erhöhtes Diabetes-Risiko beim Nachweis mehrerer verschiedener Inselautoantikörper

Nicht selten hört die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München von Familien, die an der TEDDY- oder TEENDIAB-Studie teilnehmen, dass sie wegen der regelmäßigen Autoantikörpertests mitmachen. Was macht diese Tests so wertvoll? Was können diese Bluttests den Studienteilnehmern und Forschern mitteilen? Darauf gibt die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München Antwort.

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Ein erster Hinweis auf den möglichen Ausbruch der Erkrankung ist der Nachweis von Inselautoantikörpern. Die Antikörper richten sich gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Reaktion des Immunsystems nennt man Inselautoimmunität.

Die Phase der Inselautoimmunität bis hin zur möglichen Diagnose von Typ-1-Diabetes kann sich über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren erstrecken. Vier verschiedene Autoantikörper werden für die Prognose und Diagnostik verwendet: Insulinautoantikörper (IAA), Glutamatdecarboxylaseautoantikörper (GADA), Tyrosinphosphataseautoantikörper (IA2A) und Zink-Transporter 8 Autoantikörper (ZnT8).

Der Nachweis von Autoantikörpern im Blut von Nicht-Diabetikern ist aber nicht zwangsläufig mit einer Diabetesentwicklung verbunden. So kann man bei einigen Personen mit einem familiären Diabetesrisiko beobachten, dass einzelne Autoantikörper auftreten, die zum Teil im weiteren Verlauf wieder verschwinden. Zum Teil verbleiben Autoantikörper aber auch über viele Jahre im Blut, ohne jedoch Charakteristika aufzuweisen, die mit einem hohen Risiko für die schnelle Entwicklung eines Typ-1-Diabetes verbunden sind.

Das individuelle Risiko erhöht sich allerdings deutlich, sobald mehrere verschiedene Autoantikörper nachweisbar sind. Autoantikörper sind deshalb nicht nur für die Diagnose eines Typ-1-Diabetes wichtig, sondern auch für die Prognose, ob und wie sich eventuell Typ-1-Diabetes entwickelt. Der Vorteil: Die teilnehmenden Familien haben dadurch eine gewisse Sicherheit.

Im Rahmen der TEDDY- und TEENDIAB-Studie untersucht die Forschergruppe Diabetes die Teilnehmer regelmäßig auf Autoantikörper, um eine mögliche Erkrankung bereits im Vorfeld zu entdecken und die Entwicklung der Inselautoimmunität zu beobachten. Damit versucht sie die Ursachen für eine Erkrankung zeitlich einzugrenzen. Die Diagnose des Typ-1-Diabetes kann gegebenenfalls frühzeitig gestellt werden, so dass das Risiko für Komplikationen wie zum Beispiel Stoffwechselentgleisungen sinkt. Die Forschergruppe Diabetes bespricht die Ergebnisse der Autoantikörpertests und ihre Bedeutung ausführlich mit den Familien.

Bei der internationalen TEDDY-Studie bestimmt ein Labor im englischen Bristol die Autoantikörper in den Proben aus Deutschland, Schweden und Finnland. Im Rahmen der TEENDIAB-Studie untersucht das Labor der Forschergruppe Diabetes der TU München die Blutproben in München. Beide Labore sind sehr standardisiert.

In internationalen Vergleichen, die das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und die Immunology of Diabetes Society (IDS) alle 18 Monate im Rahmen des Diabetes-Autoantikörper-Standardisierung-Programms (DASP) durchführen, erzielten die Autoantikörper-Tests der Forschergruppe Diabetes seit Jahren Spitzenplätze.

Aufgrund dessen wurde dieses Labor als DASP-Trainingslabor für die Schulung im Autoantikörper-Nachweis und als eines von vier internationalen Referenz-Laboren im NIH/NIDDK Autoantikörper-Assay-Harmonisierungs-Programm ausgewählt. Ärzte aus ganz Deutschland nutzen die Möglichkeit der Autoantikörperuntersuchung im Labor in München.

Wollen auch Sie mit Ihrem Kind bei der TEDDY- oder TEENDIAB-Studie mitmachen?

Die TEDDY-Studie bietet eine kostenlose Typ-1-Diabetes-Risikountersuchung an. Mitmachen können alle Neugeborenen bis zum Alter von drei Monaten. Ziel der TEDDY-Studie ist es, die umweltbedingten Ursachen von Typ-1-Diabetes zu erforschen.

Die TEENDIAB-Studie ist die erste Verlaufsbeobachtungsstudie zur Entstehung von Inselautoimmunität und Typ-1-Diabetes in der Pubertät. Mitmachen können alle Kinder und Jugendlichen

Kontakt:

Forschergruppe Diabetes der TU München
Leitung: Prof. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München

Studienkoordination TEDDY:

Dr. rer. biol. hum. Christiane Winkler Tel. 0800 33 83 339
E-Mail: teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de
Internet: www.teddystudy.org

Studienkoordination TEENDIAB:

Dr. rer. nat. Franziska Meier-Stiegen
Tel. 089 3068 5575
E-Mail: TEENDIAB@lrz.tu-muenchen.de

Informationen zum Typ-1-Diabetes-Immunmonitoring: www.ifdf.de

Quelle zu den Standardisierungs-Workshops des Labors der Forschergruppe Diabetes: Turn C. et al., Diabetes Antibody Standardization Program: evaluation of assays for autoantibodies to glutamic acid decarboxylase and islet antigen-2, Diabetologia, 2008 May;51(5):846-52. Epub 2008 Mar 29.

zuletzt bearbeitet: 09.06.2009 nach oben

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