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30 Jahre Nieren-Pankreastransplantation in Deutschland

Überlebenswahrscheinlichkeit ist durch intensive Forschung und langjährige Erfahrung erheblich gestiegen

Universitätsklinikum der LMU in Großhadern hat 1979 erstmals in Deutschland eine Nieren-Pankreastransplantation durchgeführt

Heute haben Patienten mit einer kombinierten Nieren-Pankreastransplantation an unserem Zentrum eine 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 97 %, bei 95 % Nieren- und über 70 % Pankreasüberleben. "Diese Zahlen sind im internationalen Vergleich hervorragend zu bewerten und lassen sich mit den besten amerikanischen Zentren vergleichen", konstatiert Dr. Helmut Arbogast, Geschäftsführender Oberarzt am Transplantationszentrum der Chirurgischen Klinik.

Seit der ersten simultanen Nieren-Pankreastransplantation im August 1979 wurden in Großhadern 577 Pankreastransplantationen durchgeführt; etwa 100 davon waren Pankreastransplantationen nach vorangegangener Nierentransplantation (PAK = pancreas after kidney tx), vorzugsweise aber als SPK- (simultaneous pancreas kidney) Transplantation.

Die simultan mittransplantierte Niere korrigiert hierbei nicht nur die oft vorhandene Niereninsuffizienz bei Typ-1-Diabetikern. Die gesunde Niere ist auch ein sensibles "Beobachtungsorgan" beim weiteren Behandlungsverlauf zur Verminderung von Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen.

Internationales Expertentreffen

Der "Starnberger Workshop Pankreastransplantation" (11./12. Juni 2009), seit 2002 Nachfolgetreffen des damals schon etablierten "Spitzingsee Meetings", dient nicht allein dem nationalen wie internationalen Erfahrungsaustausch, er hat auch die Umsetzung zukunftsweisender wissenschaftlicher Entwicklungen zum Ziel. In der jetzt anlaufenden EURO-SPK 003-Studie wird die Beeinflussung des Ischämie-Reperfusionsschadens klinisch untersucht. Man verspricht sich davon eine weitere Verbesserung der Operationsergebnisse und damit eine weitere Verlängerung der Lebenserwartung des Patienten. "Für eine Pankreastransplantation ist der Typ-1-Diabetes mellitus die vorwiegende Indikation", betont Helmut Arbogast.

Bei aller Genugtuung über die erfolgreiche Arbeit am Transplantationszentrum im Klinikum der LMU wächst doch die Sorge über den zunehmenden Mangel an Spenderorganen. Die Differenz zwischen gelisteten Patienten, die auf eine Bauchspeicheldrüse warten, und den zur Verfügung stehenden Spenden wird immer größer. "Im Jahr 2008 standen 197 Neuanmeldungen für eine Pankreastransplantation in Deutschland nur 127 Pankreata gegenüber", berichtet Dr. Detlef Bösebeck, Geschäftsführender Arzt der DSO Region Bayern. Aus diesem Grund hat auch die Zahl der Transplantationen in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. "Waren es um das Jahr 2000 noch bis zu 32 Pankreastransplantationen, so konnten wir 2008 nur neun solcher Operationen vornehmen. Hinzu kommt, dass derzeit nur Organe von Spendern bis 50 Jahre akzeptiert werden", ergänzt Dr. Arbogast.

Patientenveranstaltung

Für Patienten besteht am 19. September 2009 die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Forschung und der Behandlungsmöglichkeiten am Klinikum der Universität München, Campus Großhadern zu informieren. Zwischen 9 und 13 Uhr klären Experten in Zusammenarbeit mit Patientenverbänden über Themen wie Wartelisten, Nierenlebendspende und Nachsorge im Hörsaal III auf.

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zuletzt bearbeitet: 05.06.2009 nach oben

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