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Rachel: "Gesundheit und Ernährung" im Fokus der Förderung

Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel besucht das vom BMBF geförderte Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit - dies ist wissenschaftlich unbestritten. Allerdings fehlen noch immer fundierte Erkenntnisse über die genauen Zusammenhänge zwischen den Bestandteilen unserer Ernährung und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Diese Erkenntnisse sind aber notwendig, um konkrete, individuelle Ernährungsempfehlungen abgeben zu können.

Mit dem Projekt "Adipositas, körperliche Aktivität und Ernährung als Schlüsselfaktoren in der Ätiologie und Prävention von Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und vorzeitigem Tod" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über vier Millionen Euro einen Verbund zwischen dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg für einen Zeitraum von zunächst sechs Jahren.

"Eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre ist es, den zum Teil dramatischen Anstieg der großen Volkskrankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in den Griff zu bekommen. Der Ernährung kommt hier eine Schlüsselstellung zu. Wir brauchen eine exzellente Forschung an der Schnittstelle von Gesundheit und Ernährung, die disziplinenübergreifend die Rolle der Ernährung, als Ursache aber auch als Therapie von Krankheiten untersucht", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel am Mittwoch bei einem Besuch des DIfE in Potsdam.

Die jetzt geförderte prospektive oder vorausschauende Langzeitstudie soll unter Nutzung der Daten von etwa 53.000 Teilnehmern ermitteln, welchen Einfluss Übergewicht, körperliche Aktivität und Ernährung auf das Risiko für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall haben. Die Studie kann bis zu zwölf Jahre lang gefördert werden. Die Daten stammen aus der seit 1992 laufenden EPIC-Studie (EPIC - European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Bei einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen. Dadurch wird eine Verfälschung der Daten durch die Krankheit weitestgehend verhindert.

"Diese Förderung bedeutet eine langfristige Sicherung der EPIC-Potsdam-Studie", sagte Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des DIfE. "EPIC ist die wertvollste Ressource, die wir in Deutschland haben. Die Studie hat insbesondere Risikofaktoren für den Typ-2-Diabetes identifiziert und war Grundlage für den vom DIfE entwickelten Deutschen Diabetes-Risiko-Test. Durch sie wurde kürzlich ein neuer Indikator für ein erhöhtes Herzinfarktrisiko entdeckt; dieser wird in Zukunft eine bessere Erkennung von Hochrisikopatienten durch die Kardiologie ermöglichen".

Das BMBF fördert vielfältige Forschungsprojekte im Bereich Ernährung und Gesundheit. Mit rund 70 Millionen Euro in dieser Legislaturperiode hat das BMBF die Mittel bereits deutlich aufgestockt. "Wir werden auch in Zukunft unsere Anstrengungen für das Thema Gesundheit und Ernährung verstärken. Es wird vor allem darauf ankommen, die Kompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen wie der Molekularbiologie, Psychologie oder Epidemiologie zusammen zu bringen, um in einem gemeinsamen Ansatz die Herausforderungen zu meistern", sagte Rachel.

zuletzt bearbeitet: 01.04.2009 nach oben

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