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Ohne gute Blutzuckerwerte kein Olympiasieg

Pressemitteilung: Roche Diagnostics GmbH

Gewichtheber und Diabetiker Matthias Steiner zum Thema Diabetes

Olympiasieger Matthias Steiner Matthias Steiner, der stärkste Mann der Welt. Seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking sind Blitzlichtgewitter und Kameras für ihn fast normal. Doch wie ist er der geworden, der er ist? Es gibt eine starke Seite an ihm, über die bislang kaum jemand berichtet hat: denn Matthias Steiner hat Diabetes. Aber dank seiner Willenskraft und modernen Blutzuckermessgeräten von Accu-Chek konnte er sein Ziel - Olympiasieger im Gewichtheben - verwirklichen.

Wer Matthias Steiner kennen lernt, spürt den unglaublichen Ehrgeiz, der in ihm steckt. "In Peking", so sagt er selbst, hätten die ersten drei alle gewinnen können. Aber der mit den stärksten Nerven hat gewonnen". Siegen ist eben auch Kopfsache. Die richtige Mischung aus Kraft, Technik, Talent und mentaler Stärke hat Steiner auf das Siegertreppchen gebracht. Dabei musste er kämpfen für seinen Traum, denn vor fast neun Jahren wäre seine Karriere beinahe beendet gewesen.

Die Diagnose, der starke Wille und das Ziel vor Augen

An seinen 18. Geburtstag denkt Matthias Steiner mit gemischten Gefühlen zurück: "Am 25. August 2000 bekam ich die Diagnose Typ-1-Diabetes. Im Spital sagten die Ärzte mir damals, das war's jetzt mit dem Gewichtheben. Ein Riesenschock!" Mit viel zu hohen Blutzuckerwerten musste Steiner zwei Wochen lang im Krankenbett liegen, dann war der Stoffwechsel wieder stabil. Und er immer ungeduldiger: "Ich musste etwas tun, das Rumliegen hielt ich nicht aus. So krank fühlte ich mich gar nicht mehr, also wieso sollte ich nicht Sport machen dürfen?" Gegen die Empfehlung der Ärzte stieg er noch im Krankenhaus auf einen Hometrainer und stellte fest, dass Sport auch mit Diabetes möglich ist. Unter Rücksprache mit dem Arzt nahm er dann auch das Krafttraining wieder auf. "Für mich war diese Entscheidung essenziell", sagt Steiner. "Sport ist mein Leben und mein Traum war es, Profi-Gewichtheber zu werden. Also setzte ich alles daran, mein Ziel zu erreichen."

Die Therapie, die Erfahrung und der eigene Weg

Zunächst wurde Steiner mit der konventionellen Insulintherapie behandelt (CT), bei der er seinen Tagesablauf nach festen Essenszeiten richten musste. Außerdem sollte er abnehmen, denn nach durchschnittlichen Maßstäben brachte er einige Kilo zu viel auf die Waage. "Beides funktionierte gar nicht", erinnert sich Steiner. "Ich war auf dem Weg, Superschwergewicht zu werden, dafür muss man nun mal mehr wiegen als andere. Als ich zwei Monate nach der Diagnose an den Jugendmeisterschaften teilnahm, merkte ich, dass das mit der konventionellen Insulintherapie nicht geht. Mein Tagesrhythmus ist viel zu unregelmäßig und durch den Hochleistungssport habe ich einen stark erhöhten Energiebedarf, der je nach Belastungsintensität auch nicht immer gleich ist. Darauf musste ich reagieren können, um mein Ziel zu erreichen."

Da war er wieder, der Ehrgeiz. Steiner machte eine Schulung zur intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) und berechnet nun die benötigten Insulinmengen je nach Bedarf, Situation und gemessenem Blutzuckerwert. "Dabei ist nicht immer alles streng kalkulierbar. Auf den Blutzucker wirken viele Faktoren, zum Beispiel die Nervosität beim Wettkampf oder auch Stress und Zeitdruck. Seit Peking ist mein Terminkalender so voll wie nie zuvor und freie Tage sind selten. Ich messe meinen Blutzucker mit meinem Accu-Chek Aviva Nano daher immer sehr regelmäßig, bei Turnieren zum Beispiel bis zu 15 Mal am Tag. So kann ich schauen, wie sich Bewegung oder Stress auf meinen Körper auswirken und entsprechend handeln."

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Der Erfolg und der Gedanke: Diabetes, ja und?

Die Erfahrungen, die Steiner mit Sport und Diabetes sammeln konnte, machten ihn zu dem, der er heute ist: der stärkste Mann der Welt. Essenziell für seine Leistungsfähigkeit sind dabei gute Blutzuckerwerte. Gewichtheben ist eine Schnellkraftsportart, bei der es auf Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit ankommt. Beides ist weder mit erhöhten noch mit zu niedrigen Blutzuckerwerten gewährleistet und unter Umständen auch gefährlich. "Natürlich ist die ständige Beschäftigung mit dem Stoffwechsel lästig. Aber das Blutzuckermessen, Insulinspritzen und Berechnen der stoffwechselrelevanten Faktoren ist für einen Diabetiker nun mal so notwendig wie ein Bissen Brot."

Die Lebensqualität erhöhe sich durch gute Blutzuckerwerte enorm, so Steiner. Eine zentrale Bedeutung misst er außerdem dem Sport bei. "Jeder sollte versuchen, regelmäßig Sport zu machen. Es muss ja nicht gleich Leistungssport sein. Auch Bewegung im Alltag wie Treppensteigen zählt dazu. Gerade als Diabetiker ist das wichtig. Man fühlt sich gut, die Blutzuckerwerte sind besser und das Risiko für Folgeerkrankungen sinkt. Mir ist es wichtig zu zeigen, dass die Diagnose Diabetes nicht das Aus ist. Mit modernem Diabetes-Management ist heute fast alles möglich."

Was ist der Unterschied zwischen Typ-2- und Typ-1-Diabetes?

Diabetes mellitus bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem der Insulinstoffwechsel gestört ist. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel. Rund 90 Prozent aller Diabetiker haben Diabetes Typ 2. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert noch Insulin, aber es wirkt nicht mehr so gut. Der Körper von Menschen mit Typ-1-Diabetes aber produziert kein Insulin mehr. Es muss ein Leben lang von außen zugeführt werden. Für jeden Diabetiker ist das regelmäßige Blutzuckermessen essenziell, um die Stoffwechsellage beurteilen und optimieren zu können. Erfolgreiches Selbstmanagement ist daher der Schlüssel zu mehr Gesundheit und Lebensqualität. Hierbei unterstützt Accu-Chek durch die langjährige Diabetes-Expertise mit individuell passenden Produkten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

  1. Menschen mit Typ-2-Diabetes können zum Teil ganz ohne Medikamente auskommen. Durch einen Mix aus regelmäßigem Blutzuckermessen, Gewichtsreduktion, Bewegung und gesunder Ernährung wird versucht, den Stoffwechsel zu stabilisieren und die vorhandene Insulinwirkung zu erhöhen.
  2. Mit Tabletten wird ebenfalls ausschließlich der Diabetes Typ-2 behandelt. Diese oralen Antidiabetika tragen dazu bei, dass das Insulin besser wirkt und der Blutzucker gesenkt wird.
  3. Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen mit Insulin behandelt werden. Sie messen ihren Blutzucker mehrmals täglich und spritzen sich entsprechend Insulin. Die konventionelle Insulintherapie (CT) gibt relativ starre Spritz- und Essenszeiten sowie Mahlzeitenmengen vor. Mit der wesentlich flexibleren intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) kann der Patient im Prinzip leben wie jeder andere auch, da er die notwendige Insulinmenge je nach Bedarf individuell anpassen kann. Die Insulinpumpentherapie (CSII) imitiert die natürliche Abgabe des Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Die Insulinpumpe ist wie ein kleiner, mit Insulin gefüllter Computer, der das Medikament über ein Infusionsset abgibt, zum Beispiel in die Bauchdecke. Dafür wird die Insulinpumpe direkt am Körper getragen. Sie ist etwa so groß wie ein Kartenspiel und passt ohne Probleme in die Hosentasche.

Accu-Chek Aviva Nano ist ab April 2009 in Apotheken und im Fachhandel erhältlich. Mehr Informationen unter www.aviva-nano.de.

Bildunterschrift: Olympiasieger Matthias Steiner.
Bildquelle: Roche Diagnostics GmbH.

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zuletzt bearbeitet: 24.03.2009 nach oben

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