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"Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7"

Fünf Jahre erfolgreiche Aufklärung

"Engagierte Menschen bieten echte Hilfe und Anleitungen", so Fernsehkoch Johann Lafer zur bundesweiten Diabetes-Aufklärungsaktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7". 340.000 Besucher und 20.000 ausgefüllte Risikocheckbogen in vier Jahren belegen, dass Aufklärung zum Thema Diabetes notwendig ist und gerne angenommen wird. Kein Wunder: Allein in Deutschland sind mehr als 7,5 Mio. Menschen Diabetiker und die Zahl steigt weiter: Prognosen sagen voraus, dass es 2010 schon 10 Mio. sein werden.

Ein Grund: Die Deutschen essen zu viel und falsch und bewegen sich zu wenig. Ein Hauptrisikofaktor für Diabetes - Übergewicht - ist damit vorprogrammiert. Oft kommen Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen hinzu. "Hier sind wir aktiv und engagieren uns deshalb bei dieser wichtigen Diabetes-Aufklärungsaktion", so Manuela Unverdorben, DAK.

Gesünder unter 7 - Auf den Langzeitblutzuckerwert kommt es an

Namensgeber der Aktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" ist der Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Dieser Wert ist "eine wichtige Kenngröße für die optimale Blutzuckereinstellung und sollte unter 7 Prozent liegen", erklärte Dr. Richard Daikeler, Diabetologe aus Sinsheim, bei der diesjährigen Auftaktpressekonferenz in Nürnberg. Jeder Diabetiker sollte seinen HbA1c-Wert und die Bedeutung kennen.

Die Realität sieht oft anders aus. Die Auswertung der Ergebnisse des Risikochecks aus dem letzen Jahr der Aufklärungsaktion zeigt: Jeder zweite Diabetiker (53%) hatte einen HbA1c-Wert über 7 Prozent und ist damit schlecht eingestellt. "Diese Bilanz zeigt, dass die Therapie für Menschen mit Diabetes optimiert werden muss und Aufklärung weiterhin notwendig ist", so Daikeler.

Unter den "gesunden" Teilnehmern überraschte folgendes Ergebnis: 47 Prozent hatten ein erhöhtes Risiko an Diabetes zu erkranken - oft ohne es zu wissen.

Neue Diabetesleitlinien - Frühzeitig an Insulin denken, Unterzuckerungen vermeiden

Der HbA1c-Wert gibt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten drei Monate an. Ist es nicht möglich, den Langzeitblutzuckerwert durch Lebensstiländerungen und die Einnahme blutzuckersenkender Tabletten unter 7 Prozent zu senken, wird der frühzeitige Einsatz von Insulin empfohlen. Dies bestätigen die neuen Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).[1]

Dazu Frau Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Chefärztin des Städtischen Klinikums München-Bogenhausen: "Aktuelle Studien[2] belegen, dass eine optimale Stoffwechseleinstellung das Risiko diabetischer Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nervenschäden verringert. Mit einem langwirksamen Basalinsulin, zusätzlich zu den Tabletten, ist ein einfacher Einstieg in die Insulintherapie möglich."

Ein wichtiges Therapieziel ist außerdem die Vermeidung von Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Wird eine Unterzuckerung zu spät bemerkt und nicht behandelt, kann sie in einen lebensbedrohlichen Zustand übergehen. "Durch ein langwirksames Basalinsulin mit flachem, gleichmäßigem Wirkprofil wird das Risiko schwerer Unterzuckerungen, besonders in der Nacht, deutlich reduziert", führte Schumm-Draeger aus.

Wirtschaftlichkeit im Fokus - Medizinischer Erfolg und Ökonomie im Einklang

"Unter Alltagsbedingungen ist die Therapie mit Insulinanaloga nicht teurer als die mit Humaninsulin", zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Oliver Schöffski vom Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg. Vielmehr ist der Blick auf die gesamte Therapie entscheidend: Werden die Gesamttherapiekosten, bestehend aus den Kosten für das Insulin selbst, Verbrauchsmaterial (Nadeln, Teststreifen, Lanzetten) und den Behandlungskosten für Folgeerkrankungen, verglichen, ergibt sich ein Kostenvorteil für Insulinanaloga.

Langjährige Weggefährten - Neue Partner

Zahlreiche Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Krankenkassen und Medien unterstützen "Gesünder unter 7": Adipositas Stiftung Deutschland, Apotheken-Depesche, Ärzte Zeitung, Diabetes-Journal, herzmedizin, Arbeitsgemeinschaft niedergelassener diabetologisch tätiger Ärzte e.V. (AND), Bundesverband niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND), Bundesverband der Diabetologen in Kliniken e.V. (BVDK), diabetes-world.net, DAK, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR), Deutscher Diabetiker Bund (DDB), Omron, Stiftung "Der herzkranke Diabetiker", Internationale Prävention Organisation e.V. (IPO), Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe e.V. (VDBD), HealthCapital, Progen, der Deutsche Tanzsportverband e.V. (DTV), die Koalition "Schau genauer hin", die Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V.

"Gesünder unter 7" 2009 - Termine

Informieren Sie sich bei der bundesweiten Diabetes-Aufklärungsaktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" über aktuelle Themen rund um Diabetes auch in Sulzbach (9./10. Juli 2009, Main-Taunus-Zentrum), in Neunkirchen (1./2. Oktober 2009, Saarpark-Center) und in Leipzig (12./13. November 2009, nova | eventis).

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie im Internet unter: www.gesuender-unter-7.de.

Quellen

  1. http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/EBLDmTyp2Update2008.pdf
  2. UKPDS = United Kingdom Prospective Diabetes Study, Holman RR et al. 10-Year Follow-Up of Intensive Glucose Control in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2008; 359: 577-89.

zuletzt bearbeitet: 19.03.2009 nach oben

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