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Leitlinien: Handlungskorridor für eine individuelle Behandlung der Patienten

Pressemitteilung: Bundesärztekammer (BÄK)

Ebenenübergreifenden Diabetes-Leitlinien in Sachsen zeigen die Erfolgsmöglichkeiten

Behandlungsleitlinien sind im ärztlichen Alltag unverzichtbar. Sie setzen Standards für gute medizinische Versorgung, dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden, betonten Experten auf dem 33. Interdisziplinären Forum "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer in Berlin (08. bis 10.01.2009).

"Gerade in Zeiten eines immer schnelleren Erkenntniszuwachses sind Leitlinien ein wirkungsvolles Instrumentarium, die Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung flächendeckend zu verbessern. Voraussetzung dafür aber ist, dass sie den aktuellen Stand des medizinischen Wissens abbilden und die Therapiefreiheit wahren. Durch solche Leitlinien wird wissenschaftlich begründete Medizin in der Praxis als Handlungskorridor für eine individuelle Behandlung und Betreuung der Patienten eingeführt", sagte Prof. Dr. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

Vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen dienten Leitlinien auch dazu, die maßgeblichen, aktuellen diagnostischen und therapeutischen Standards darzulegen, um in der Auseinandersetzung mit den Kostenträgern bestehen zu können. "Leitlinien sollen für Sicherheit und Qualität in der Medizin unter Beachtung ökonomischer Aspekte sorgen. Das heißt, sie sind darauf ausgerichtet, unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen gute klinische Praxis zu fördern und die Ärzteschaft sowie die Öffentlichkeit über die jeweils aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zu informieren", so Schulze.

Ein gutes Beispiel für die Anwendung in der Praxis seien die im Rahmen des "Sächsischen Betreuungsmodells" entwickelten ebenenübergreifenden Diabetes-Leitlinien, durch die sich die Diabetikerbetreuung in Sachsen nachhaltig verbessern ließ. So sei es gelungen, die HbA1c- und Blutdruck-Werte im Beobachtungszeitraum kontinuierlich und signifikant abzusenken.

"Die Implementation der integrativen Leitlinien, die konkrete Therapiezielfestlegungen und konkrete Überweisungskriterien enthielten, verbesserte die Kooperation und Kommunikation zwischen den Versorgungsebenen - die Patienten wurden in einem früheren Stoffwechsel-Stadium an Spezialisten (Schwerpunktpraxen) überwiesen als zuvor. Je früher überwiesen wurde, umso besser waren die Ergebnisse von HbA1c und Blutdruck in der gesamten Region. Die bessere Kooperation zwischen den Versorgungsebenen führte zur Anwendung effektiver und effizienter Therapiestrategien, zur Aufhebung regionaler Unterschiede in den Therapiestrategien und im Ergebnis zur schrittweisen Adhärenz an die Therapieziele, wie sie in den Leitlinien empfohlen wurden", erklärte Schulze.

zuletzt bearbeitet: 08.01.2009 nach oben

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