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BOTplus

Abstract zum Vortrag von Dr. med. Mark Lankisch am 5. Dezember 2008

Zusatznutzen durch kurzwirksame Insulinanaloga

Liegt bei Krankheitsbeginn des Typ-2-Diabetes eine gesteigerte Insulinsekretion vor, kommt es im Verlauf zu einer progressiven Verschlechterung der Beta-Zellfunktion. Dies macht nach Ausschöpfung sogenannter Lebensstilinterventionen neben der Therapie mit oralen Antidiabetika häufig eine zusätzliche Therapie mit einem langwirksamen Basalinsulin nötig.

Wird unter dieser basalunterstützten oralen Therapie (BOT) der HbA1c-Ziewert von < 6,5 % nicht erreicht, sollte nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft eine Intensivierung der Insulintherapie durchgeführt werden, an deren Ende die sogenannte intensivierte Insulintherapie (ICT) steht.

Die ICT hat unbestritten Vorteile in der Therapie des Typ-2-Diabetes, die sich in einer verbesserten Glukosestoffwechseleinstellungen widerspiegeln, erzielt durch die physiologischere Nachahmung der Insulinsekretion und einer damit verbundenen hohen Flexibilität des Typ-2-Diabetikers. Demgegenüber besteht aber auch ein erheblicher Mehraufwand zur BOT, da die Patienten mindestens drei zusätzliche Insulininjektionen mit den dazugehörigen Blutzuckermessungen durchführen müssen. Hinzu kommt, dass unter Alltagsbedingungen auch spezifische Reaktionen auf die gemessenen Blutzuckerwerte erfolgen, müssen in Abstimmung an die aufzunehmenden Kohlenhydrate (z. B. die Anpassung der Insulindosis).

Diesen Anforderungen stehen viele Patienten skeptisch gegenüber und häufig wird eine Intensivierung der BOT hinausgeschoben. Aber auch auf der "Arztseite" gibt es Barrieren, eine ICT zu etablieren, die einerseits darin liegen können, dass man dem Patienten diese Therapie nicht zutraut oder zumuten möchte, andererseits wird diese Therapieform mit einer erhöhten Rate an Unterzuckerungen assoziiert.

Die BOTplus Therapie beinhaltet eine einmalige zusätzliche Gabe eines schnell wirksamen Insulinanalogons bei bestehender BOT. In der OPAL-Studie[*] wurde die Gabe von einmal täglich Insulinglulisin zu einer bereits bestehenden BOT mit dem Insulin glargin entweder zum Frühstück oder einer Hauptmahlzeit untersucht. Die Hauptmahlzeit war definiert als die Tagesmahlzeit mit den größten postprandialen Blutzuckererhöhungen.

Die OPAL Studie konnte erstmals zeigen, dass eine zusätzliche Gabe eines prandialen Insulinanalogons zu einer existenten BOT zu einer signifikanten HbA1c-Reduktion führte. Dabei war die Reduktion unabhängig vom Injektionszeitpunkt (Frühstück oder Hauptmahlzeit). Gleichzeitig war die Rate an Unterzuckerungen in beiden Therapieformen gering und gleichwertig. Nahezu 1/3 der Patienten hatten am Ende der Studie einen HbA1c-Wert von < 6,5%.

Zusammenfassend stellt die BOTplus Strategie eine neue Option für eine einfache und sichere Intensivierung der BOT-Therapie auf dem Weg zur ICT dar.

Das in der OPAL Studie verwendete Insulinglulisin ist das neueste kurzwirksame Insulinanalogon zur Therapie des Diabetes mellitus. Im Juli 2008 erhielt Insulinglulisin von der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMEA (European Medicines Evaluation Agency) die Zulassung für die Therapie bei Kindern ab 6 Jahren. Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Insulinglulisin im Oktober 2008 bei Kindern ab einem Alter von 4 Jahren zugelassen.

Quelle: * Lankisch M R et al., Diabetes, Obesity and Metabolism, 2008; 10: 1178-1185.

Dr. med. Mark Lankisch, Wuppertal, im Rahmen einer Pressekonferenz von sanofi-aventis bei der 8. Jahrestagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker".

zuletzt bearbeitet: 05.12.2008 nach oben

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