Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2008 > 081107

Gezielt Folgen des Diabetes verringern:

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Stephan Matthaei im Rahmen einer Pressekonferenz zur DDG-Herbsttagung 2008.

Wie lassen sich Lebenszeit und Lebensqualität bei Diabetes Typ 2 steigern?

Prof. Stephan Matthaei Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronisch-progressive Erkrankung, von der in Deutschland zurzeit etwa acht Millionen, weltweit über 240 Millionen Menschen, betroffen sind. Nach Schätzungen der WHO ist bis zum Jahr 2025 mit einer Zunahme der Patienten mit Typ-2-Diabetes auf über 380 Millionen zu rechnen.

Die individuellen und volkswirtschaftlichen Folgen sind dabei beträchtlich, die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten des Typ-2-Diabetes betragen in Deutschland zurzeit etwa 25 Milliarden Euro pro Jahr, was etwa zehn Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets entspricht.

Multifaktorielle Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 Durch eine zielwertorientierte, multifaktorielle Therapie des Typ-2-Diabetes, die unter anderem die Therapiezielerreichung für den HbA1c, den Blutdruck und das LDL-Cholesterin anstrebt (siehe Abbildung), könnten langfristig makro- und mikrovaskuläre diabetische Folgeerkrankungen (durch Schäden an großen und kleinen Gefäßen, Anm. d. Red.) reduziert werden und dadurch sowohl individuelles Leid als auch Kosten vermindert werden.

So konnte in der Steno-2-Studie gezeigt werden, dass durch eine intensivierte multifaktorielle Therapie eine relative Risikoreduktion der Entwicklung mikro- und makrovaskulärer Folgeerkrankungen um etwa 50 Prozent erreicht werden konnte. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Analyse der Steno-2-Daten, dass nach insgesamt 13,3 Jahren Studiendauer die Mortalität in der intensiviert behandelten Gruppe um absolut 20 Prozent abnahm, die number-needed-to-treat betrug für diesen Zeitraum 5.

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Diabetes-Zentrum Quakenbrück (Bild 1) und Abbildung zur Entstehung diabetischer Folgeerkrankungen (Bild 2).
Bildquelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 07.11.2008 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Jörg Wolfram

Jörg Wolfram

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.