Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2008 > 081020b

Kostenlose Untersuchung auf Typ-1-Diabetes-Risikogene

Die TEDDY Studie - Zahlen und Fakten

Logo zur TEDDY Studie TEDDY ist die Abkürzung für "The Environmental Determinants of Diabetes in the Young". Die TEDDY Studie hat sich also zum Ziel gesetzt, den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes zu erforschen. Sie ist eine vom National Institute of Health (NIH) geförderte, internationale Beobachtungsstudie, an der insgesamt sechs Zentren aus vier Ländern teilnehmen: Deutschland, Finnland, Schweden und USA (Georgia/Florida, Colorado, Washington).

In der ersten Stufe der TEDDY Studie wird festgestellt, ob ein Neugeborenes ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes aufweist. Kostenlos mitmachen und das individuelle Risiko ermitteln lassen können hier alle Neugeborenen bis zum Alter von drei Monaten. Liegt ein erhöhtes genetisches Risiko vor, kann das Kind an den engmaschigen Nachuntersuchungen der TEDDY Studie teilnehmen.

Seit September 2004 wurden in der ersten Stufe der TEDDY Studie 288.736 Kinder ohne familiäre Vorbelastung untersucht. Zusätzlich nahmen an der ersten Stufe 4.545 Kinder mit einem an Typ-1-Diabetes erkrankten, erstgradigen Verwandten teil. In Deutschland waren es 22.162 Kinder ohne familiäre Vorbelastung und 1.121 vorbelastete Kinder. Weltweit nehmen zurzeit 5.100 Risikokinder ohne Typ-1-Diabetes in der Familie und 607 Risikokinder aus einer Typ-1-Diabetes-Familie an den Nachuntersuchungen im zweiten Teil der TEDDY Studie teil. In Deutschland beteiligen sich 201 nicht vorbelastete Kinder und 148 vorbelastete Kinder an der zweiten Phase von TEDDY.

Die Erhebung von Umweltfaktoren wie Ernährung, Infektionen, Impfungen und psychische Belastungen sowie regelmäßige Blutuntersuchungen in der zweiten Stufe erfolgen bis zu einem Alter von 4 Jahren alle drei Monate und anschließend bis zum 15. Lebensjahr halbjährlich. Dadurch kann der Typ-1-Diabetes bei den Risikokindern nicht unentdeckt ausbrechen. Das sind Zusatzuntersuchungen, die sich lohnen: Bei den 29 Kindern, die seit dem Start der TEDDY Studie einen Typ-1-Diabetes entwickelt haben, erkannten die Studienärzte dies frühzeitig. Daher konnten dramatische Stoffwechselentgleisungen verhindert und rechtzeitig mit einer Insulintherapie begonnen werden.

Bis Ende 2009 möchten die Studienärzte weltweit im ersten Teil der TEDDY Studie 355.992 Kinder ohne Vorbelastung und 5.596 Kinder mit einem erstgradigen Verwandten (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) mit Typ-1-Diabetes auf Risikogene untersuchen. Allein in Deutschland sollen 28.583 nicht vorbelastete Kinder untersucht werden und 1.594 Kinder aus einer Typ-1-Diabetes-Familie. Im zweiten Teil der Studie sollen weltweit 7.013 Risikokinder ohne Typ-1-Diabetes in der Familie und 788 Risikokinder mit einem an Typ-1-Diabetes erkrankten, erstgradigen Verwandten engmaschig nachuntersucht werden. Für Deutschland ist geplant, 327 nicht vorbelastete Kinder und 236 Kinder aus einer Typ-1-Diabetes-Familie in die zweite Stufe der TEDDY Studie zu integrieren.

Mit dieser einzigartig hohen Anzahl an teilnehmenden Kindern ist die Repräsentativität der erlangten Daten gesichert. Auf diese Weise können die Studienärzte die Ursachen des Typ-1-Diabetes erkennen und neue Präventionsmaßnahmen entwickeln.

Teilnahme an der TEDDY Studie

Möglich ist die genetische Untersuchung bis zum Alter von drei Monaten. Am einfachsten ist es, wenn der Geburtshelfer bei der Entbindung Nabelschnurblut abnimmt. Die Blutabnahme kann aber auch nach der Geburt bei jedem Kinderarzt nachgeholt werden. Für die meisten Kinder ist danach die TEDDY Studie schon beendet, da sie kein erhöhtes Risiko aufweisen. Den anderen Kindern bietet die Forschergruppe Diabetes engmaschige Nachuntersuchungen an. Erhöhtes Risiko bedarf erhöhter Betreuung. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Gerade für Kinder aus vorbelasteten Familien ist die Risikountersuchung sinnvoll, da sie von vorneherein ein erhöhtes Risiko mitbringen und in der Forschergruppe Diabetes einen Ansprechpartner finden, der sie optimal betreut.

Interessierte Eltern melden sich bei der Forschergruppe Diabetes,
Kölner Platz 1, 80804 München, Tel. 0800-3383339 oder per
E-Mail teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen im Internet auf http://www.teddystudy.org.

Bildunterschrift: Logo zur TEDDY Studie
Bildquelle: Institut für Diabetesforschung

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 20.10.2008 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.