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Diabetes in meiner Familie - Wie gehe ich damit um?

Abstract zum Vortrag von Dipl.-Psych. Alexander Kaps, Heringsdorf, im Rahmen der Pressekonferenz zum Deutschen Diabetiker Tag 2008.

Wichtig sind: Engagement, Einsicht in die Notwendigkeit und die Diabetesakzeptanz

"Leben mit Diabetes ist heute ausgezeichnet möglich." - sagen Ärzte, Psychologen, Diabetesberater und -beraterinnen; "Leben mit Diabetes bedeutet eine erhebliche Einschränkung für den Betroffenen und seine Familie" sagen dagegen Menschen mit Diabetes.

Für die Behandlung des Diabetes steht eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden und Strategien zur Verfügung. Erster Schritt nach Diagnosestellung ist zumeist die Lebensstiländerung. Es gilt, das Gewicht zu reduzieren, die Ernährungsgewohnheiten umzustellen und regelmäßige Selbstkontrollen entweder des Urinzuckers oder gerade des Blutzuckers vorzunehmen. Im zweiten Schritt werden zumeist orale Antidiabetika (blutzuckersenkende Tabletten) oder Insulin eingesetzt.

All dieses setzt ein hohes Maß an Engagement, Einsicht in die Notwendigkeit und letztlich die Diabetesakzeptanz voraus. Diabetesakzeptanz wiederum beim Betroffenen aber auch bei seiner Familie und Umwelt. Auch die Familie muss häufig ihre Lebensgewohnheiten und ihr tägliches Leben verändern. Sie sollten die Änderung der Ernährung und der Bewegungsbedingungen akzeptieren und ebenfalls umsetzen. Sie muss sich auf die Tabletteneinnahme des Betroffenen oder dessen Insulinspritzen einstellen sowie manchmal auf die Gefahr, dass auch diabetesbedingte Akutkomplikationen (Hypoglykämien [Unterzuckerungen]) bei Menschen mit bestimmten oralen Antidiabetika oder Insulin auftreten können.

Wird der Betroffene durch seine Familie und Umwelt bestärkt, so bedeutet dies die Erleichterung einer erfolgreichen Therapie und letztendlich der Stoffwechselkontrolle. Wie kann dieses aber in der Realität erreicht werden? Hier kann eine gute Unterstützung durch Partner, Kinder, Angehörige und Freunde sehr hilfreich sein, wo hingegen eine mangelnde Unterstützung zu einer zusätzlichen Belastung wird. Weitere Unterstützungen können Selbsthilfegruppen, Diabetesverbände und Teilnahme an Patientenveranstaltungen, wie z. B. Diabetikertage oder Tagungen der Selbsthilfeorganisationen, bieten. Hier können neue Erfahrungen gesammelt werden, der Austausch mit Gleichbetroffenen ist möglich und regelmäßige Informationen durch Diabetesfachpersonal können erworben werden.

Menschen mit Diabetes, die zusammen mit ihrer Familie aktiv ihre Therapie gestalten, haben eine höhere Lebensqualität, mehr Freiheit und zumeist eine bessere Stoffwechseleinstellung.

zuletzt bearbeitet: 19.09.2008 nach oben

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