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Anregung zu Sport und guter Ernährung

Welche Rolle spielt die Motivation bei der dauerhaften Änderung des Lebensstils?

Wie kann man Patienten in der Rehabilitation motivieren, sich künftig gesundheitsbewusst zu verhalten - also Sport zu treiben, sich gesund zu ernähren und Entspannungsübungen zu praktizieren. Für ihre Untersuchung zur "Motivation zu gesundheitlichem Handeln bei Patienten in der stationären Rehabilitation" sind die Würzburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Andrea Reusch, Veronika Ströbl, Professor Heiner Ellgring und Professor Hermann Faller mit dem Boxberger-Preis Bad Kissingen 2008 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Im Rahmen der Studie unter Leitung von Professor Heiner Ellgring (Institut für Psychologie) sind rund 1.300 Patienten mit orthopädischen und kardiologischen Erkrankungen sowie Diabetes mellitus begleitet und befragt worden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Motivation der Rehabilitanden in den untersuchten Verhaltensbereichen unterschiedlich hoch ist. So war der Antrieb, Sport zu treiben, von Anfang an sehr viel ausgeprägter, als sich bei der Ernährung umzustellen oder dauerhaft Entspannungsübungen auszuführen. Und auch nach der Rehabilitation behalten die Patienten ihre sportlichen Aktivitäten häufiger bei.

Für die Praxis in der Rehabilitation bedeute dies, dass die Gesundheitsbildung stärker auf die Motivationslage zugeschnitten sein sollte, erklärt die Psychologin Veronika Ströbl. Das heißt, die Kliniken müssten mehr Motivationsarbeit in den Bereichen Ernährungsumstellung und Stressbewältigung leisten. "Gleichzeitig braucht ein Patient, der stark motiviert ist, Sport zu treiben, keinen Einführungskurs mehr, warum Sport treiben sinnvoll ist, sondern Unterstützung bei der Umsetzung." Voraussetzung dafür sei jedoch eine differenzierte Motivationsdiagnostik.

Das gemeinsame Projekt des Instituts für Psychologie und des Instituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg fand in Kooperation mit der Deegenbergklinik, der Rehaklinik "Am Kurpark" und der Saale-Klinik in Bad Kissingen statt und wurde im Rahmen des Förderschwerpunkts Rehabilitationswissenschaften gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Boxberger-Preis Bad Kissingen wird vergeben für wissenschaftliche Arbeiten zu Fragestellungen der Kur und der medizinischen Rehabilitation am Kurort.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 29.07.2008 nach oben

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